no-racism.net Druckversion

Quellenangabe:
ANNA No.BX8311 - Isolationshaft im Internierungslager Baxter, Australien (vom 21.01.2005),
URL: http://no-racism.net/article/1096/, besucht am 17.06.2024

[21. Jan 2005]

ANNA No.BX8311 - Isolationshaft im Internierungslager Baxter, Australien

Anna, ein deutschsprachiges Mädchen, war von 29. November 2004 bis Anfang Februar 2005 im Internierungslager Baxter mitten in der Wüste in süd-Australien interniert, wo sie die meiste Zeit (18 Stunden pro Tag) in einer Isolierzelle gehalten wurde, weil es dort für Leute mit psychischen Probleme keine anderen Alternativen gibt. - Mittlerweile stellte sich heraus, dass die Frau nicht Anna, sondern Cornelia heißt und darüber hinaus australische Staatsbürgerin ist!

--> update vom 24. Jan 2005
--> update vom 4. Feb 2005: An all diejenigen die um ANNA besorgt waren
--> für Proteste gegen die rassistische australische Einwanderungspolitik

update 6. feb 2005: siehe auch --> Australian Immigration abducted local woman (en) (Australische Immigrationsbehörden entführten "einheimisch" Frau) und --> Australia Jails its Own Citizens in Baxter"s "Ugly and Dark Ideology" (en)


Info vom 21. Jänner 2004



Anna darf nur 6 Stunden am Tag an die Luft. Laut Aussage von ZeugInnen soll ihre Angst in der Isolierzelle gesteckt zu werden so gross sein, dass es 6 Wächter in Riot-Ausrüstung braucht, um die Frau wieder in die Zelle zu stecken. Laut der Organisation NADA (National Anti Deportations Alliance), sollen dabei die Wächter grossen Spass haben, die wild um sich schlagende und schreiende Anna zu "bewältigen".

Andere Häftlinge (die meisten Asyl-Bewerber aus Asien und Mittel-Osten) haben mehrmals vergeblich versucht dem Mädchen zu helfen. Anna, zeigt "bizarres" Benehmen und ihre Stimmung schwankt sehr oft. Auch ihre Weigerung zum komunizieren und ihre Verzweiflung machen den anderen Häftlingen sorgen.

Sie zeigt Symptome der Psychose, schreit und redet mit sichselbst manchmal und schreit terrorisiert für lange Zeit, besonders wenn sie für die lange Zeit in Isolation gehalten wird.

Mitglieder von australischen Migranten-Organisationen die im Camp besuchen gehen, berichten, dass sie niemals Augen-Kontakt aufnimmt und sehr ungern redet. Mithäftlinge haben versucht ihr Vertrauen zu gewinnen sind aber bislang daran gescheitert, sie dazu zu übereden Hilfe zu suchen.

Anna hat sich bislang geweigert, schriftlich Rechtshilfe zu beantragen, weshalb es nach australischem Gesetzt her keine/r erlaubt ist, sie rechtlich zu unterstützen und in ihren Interessen zu handeln.

Das Deutsche Konsulat wurde mindestens acht Mal über ihre Situation und Lebensbedingungen informiert. Beim Konsulat sagen sie, dass sie von Anna bescheid wissen, dass diese aber bislang jegliche Assistenz abgelehnt hat. Als sie informiert wurden, dass Annas psychisches Wohl kein eigenständiges Handeln erlaubt, hat das Konsulat versprochen zu helfen.

Als NADA-Mitglieder vor mehr als einen Monat beim Konsulat gefragt hatten, ob diese denn Anna besuchen gegangen seien, habe man "Nein" geantwortet, der Weg nach Baxter sei zu lange und man habe nicht genug Arbeiter. Bislang warte mensch nur über die Konfirmation des Nachweises von Annas deutscher StaatsbürgerInnenschaft.

Dies könnte eigentlich schnell rausgefunden werden, denn die Australische Immigrationsbehörden, haben vielleicht Annas Reisepass, aber sicherlich Computer-Information über ihre Einreise in Australien.

Jetzt behauptet das Deutsche Konsulat, dass sie Zweifel an Annas StaatsbürgerInnenschaft gebe. Sie hätten keine Ahnung wer sie ist und waren auch nicht im Stande Informationen über sie durch die deutsche Polizei einzuholen. Trotzdem Behaupten sie, dass Anna keine Deutsche ist.

Dies liefert Anna dem Australischen Immigrationsamt (DIMIA) und der Privatfirma GSL (Group 4) aus. Letere leitet das Baxter Internieungslager.

Anna ist nach Auskunft ihrer BesucherInnen psychisch krank und braucht Hilfe und nicht Haft und brutale Unterdrückung! Wenn sie bis zu 18 Stunden am Tag in eine Isolationszelle gesteckt wird, ist eine Besserung ihrer Situation nicht zu erwarten.

Die DIMIA nützt gewöhnlich bei AsylbewerberInnen die Methode der Isolation an, um Informationen zu gewinnen. DIMIA behauptet, sich darauf zu konzentriere, herauszufinden wer dieses Mädchen ist. NADA-Mitglieder würden dagegen bevorzugen, dass Anna adeguate psychiatrische Hilfe bekommt, und dass sich DIMIA mehr um ihre Angst und Verzweiflung kümmert.

Jegliche Versuche DIMIA-unabhängige medizinische oder psychiatrische Hilfe bei Anna zuzulassen sind bisher gescheitert. Auch die Ministerin für Immigration Amanda Vanstone, die mehrmals um Hilfe gebeten wurde, hat sich bislang geweigert zu handeln. All dies nach mehr als sieben Wochen Telefon-Anrufe, Faxe, mails, und betteln.

Bitte ruft/mailed beim deutschen Aussministerium an und fordert dass die Deutsche Regierung sich sofort für Anna einsetzt, und dass dem Deutschen Konsulat in Australien endlich Feuer unter dem Arsch gemacht wird!

aus dem Englischen übersetzt: :: ANNA No.BX8311 - Mentally ill and locked up in a RED ONE isolation cell in Baxter




Mehr zu Anna, 24 Jan 2005


Trotz mehrerer Anrufe und Briefe an verschiedenste Ämter ist Anna immer noch im Red One (Baxter`s Isolations-Quartier), ohne psychiatrische Hilfe. Bei DIMIA kennt man ihre wahre Identität nicht, deswegen wird sie in Baxter gehalten bis ihre Identität herausgefunden wird.

Einige der Jungs (Häftlinge in Baxter, Anm.) haben mir erzählt, dass sich die Wächter stets um einen Monitor versammeln, um Anna beim duschen zuzuschauen - es gibt keine Dusch-Vorhänge. (Ich weiss nicht, woher die anderen Häftlinge dies wissen, vielleicht hat einer der Wächter es ihnen erzählt?) Ich denke dass dies Annas kleinstes Problem ist, aber ein weiterer Tropfen der das Fass zum überlaufen bringt.

Anna ist die einzige Frau im Red One-Quartier. Dies wäre schon unakzeptabel, wenn sie gesund wäre und für sich selbst sorgen könnte. Es ist eine Böswilligkeit, eine mental unstabile Frau unter die Obhut prolliger Wächtern zu stellen, deren Moral und Ethik es zulässt, Anna als ein Vojeurs-Objekt zu betrachten. Was tun sie noch mit ihr, um sich zu unterhalten?

Wir wissen bereits dass exessive Kraft gebraucht wird, um Anna in die Zellen zu sperren, wenn ihre Zeit im Freien vorbei ist. Wir wissen nicht, welche Ereignisse dieses Mädchen zu ihrem mentalen Zustand gebracht haben. Wir wissen nicht, wie und ob sie heimlich ins Land kam. Wir wissen nur, dass sie jetzt seit zwei Monaten in Baxter eingesperrt ist und: NIEMAND KÜÂśMMERT SICH DARUM!

Bitte nehmt Kontakt mit Peter Mc Gauran auf, er ist Minister für Staatsangehörigkeit und Multikulturelle Angelegenheiten.

Siehe seine Homepage: www.minister.immi.gov.au/cam/profile/index.htm

Per Post:
Hon. Min. Peter Mc Gauran
Canberra office
Parliament House
Canberra ACT 2600
Australia

Tel: 0061 - (0)2 6277 7890
Fax: 0061 - (0)2 6273 0434

Quelle: Pamela Curr, Melbourne (NADA-Mitglied, und Ex-Parlamentarin der Australischen Grünen)



update vom 4. Feb 2005: An all diejenigen die um ANNA besorgt waren



Anna - ihr richtiger Name ist Cornelia - wurde von ihrer Familie dank eines Zeitungs-Artikels in der Melbourne Age gefunden. Sie ist keine Asylbewerberin. Sie ist seelisch krank und war seit September 2004 als vermisst gemeldet.

Sie kam als Baby mit 18 Monaten nach Australien, wo sie seither lebt. Ihre Familie hatte sie im September letzten Jahres als vermisst gemeldet. In Baxter wurde sie in Isolationshaft gehalten, waas ihren Gesundheitszustand mehr und mehr verschlechterte.
Jenige, die sich ihrer annahmen, sind selbst sozial ausgegrenzt. Zuerst fanden sie die Aborigines in einem verwirrten Zustand im Norden des Bundestaates Queensland und versuchten ihr zu helfen, indem sie Anna zur Polizei begleiteten. Diese übergaben Anna (bzw Cornelia) jedoch den Immigrationsbehörden, anstatt im Register vermisster Personen (mit Fotos) nachzuschauen. So wurde sie nach Port Augusta (süd Australien) geflogen und in eine Isolationszelle im Baxter Haftzentrum gesteckt.

Anna war in einem psychotischen Zustand und ihre grösste Angst war, eingesperrt zu werden. Die schreckliche Folge war, dass sie sich anstatt in psychologischer Betreuung, plötzlich in der sogenannten Management Unit von Baxter befand, wo das Licht 24 Stunden am Tag eingeschalten ist. Anschließend kam sie in ein sog. RED ONE Quartier des Lagers, in dem Gefangene 20 Stunden täglich eingesperrt sind.

Was mit Anna geschehen ist, ist nicht nur eine schreckliche Tragödie; es gibt einen deutlichen Einblick in die aktuelle Menschenrechtssituation in Australien.



für Proteste gegen die rassistische australische Einwanderungspolitik:



Vertretung der Australischen Regierung in Österreich:

Botschaftskanzlei
Mattiellistrasse 2/III
A-1040 Wien
Tel: +43 - (0)1-506 74 0
Telefax: +43 - (0)1-504 11 78
E-Mail: austemb (at) aon.at
www.australian-embassy.at