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Quellenangabe:
Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Berlin / Dessau 29-03-2005 (vom 31.03.2005),
URL: http://no-racism.net/article/1159/, besucht am 02.07.2020

[31. Mar 2005]

Pressemitteilung: Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Berlin / Dessau 29-03-2005

MigrantInnen und Flüchtlinge: Überführung vorübergehend gestoppt. Zweite, unabhängige Obduktion wird diese Woche noch stattfinden.

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh macht bekannt, dass - trotz fehlender Unterstützung seitens der Staatsanwaltschaft - eine zweite Obduktion des Leichnams von Oury Jalloh stattfinden wird. Die Kosten werden vorläufig von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh übernommen.

Stellungnahme der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh:


Ein wichtiger Schritt wurde am Samstag genommen in dem die Öffentlichkeit aufmerksam gemacht worden ist, was an dem Tag den 7. Januar im Polizeirevier von Dessau passiert ist. Wir sind damit zufrieden, dann dies ist die eigentliche Arbeit der Presse. Nichtsdestotrotz bleibt die einzige Möglichkeit um die Wahrheit herauszufinden den öffentlichen Druck. Den werden wir weiterhin pausenlos ausÃŒben.

Wir denunzieren, dass kaum einen Dessauer und insgesamt sehr wenige Deutsche an den Trauerfeier und an den Trauermarsch teilgenommen haben. Wir fragen uns ob das damit zu tun hat, dass er einfach einer für die Abschiebung vorgesehenen Flüchtlinge war.

für uns ist die Vertuschung diese Geschichte vielfältig und von allen beteiligten Behörden. Unabhängig davon, was die Ergebnisse einer zweiten Unersuchung sein werden, alles wurde gemacht um eine AufKlärung zu verhindern. Wir denken, dass einige Leute sich um ihre professionelle Zukunft - um nicht von ihren Ruf zu reden - Sorge machen müssten, denn ein Mensch lebendig verbrennen zu lassen (oder möglicherweise zu verbrennen) ist mehr als skandalös.

Hiermit veröffentlichen wir einige unseren offenen Fragen zum Fall Oury Jalloh:

Die Zweifeln daran, wie man sich völlig betrunken an einem Pitsch gefesselt lebendig verbrennen kann ist schon bekannt. Dazu fragen wir:

Aus welchem Stoff wurde die Matratze gemacht?
Wie brennt es wie schnell und vor allem wie viel vom Stoff braucht man um so ein Feuer von 365 Grad auszulösen?
Wo genau war die Matratze "beschädigt" und was sind die Vorschriften dafür, wenn solche Gegenstände beschädigt sind.
Wo ist die Matratze und wie viel ist noch übrig?

Dazu muss gefragt werden, da gerade auf einem Polizeirevier die Videoüberwachung eigentlich komplett sein sollte:

Wo sind die überwachungsgeräte?
Wo sind die - komplette - Videobände des Reviers vom Zeitpunkt seiner Einlieferung, die Durchsuchung und seiner "Fixierung" in der Zelle?

Weitere Fragen sind:

Was steht im Feuerwehrprotokoll über ihre Einsatz?
Wie sind die Akustik im Revier (ab wann kann man die Schreie eines Mensches hören der lebendig verbrannt?

Zu einem späterem Zeitpunkt werden wir andere Zweifeln die wir haben veröffentlichen.

Zum Schluss geben wir bekannt, dass - trotz fehlende Unterstützung seitens der Staatsanwaltschaft - eine zweite Obduktion des Leichnams von Oury Jalloh stattfinden wird. Die Kosten werden vorläufig von der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh übernommen.


Wir fordern:
* Unabhängige Untersuchung der Ereignisse
* Anklage wg. versuchtem Mord gegen die Verantwortlichen
* Entschädigungszahlung an Oury Jallohs Familie
* Schluss mit rassistischer Polizeibrutalität und Kontrolle
GERECHTIGKEIT!!!


für mehr Information über den Tod von Oury Jalloh, unsere Forderungen oder den Trauerzug, setzen sie sich bitte in Verbindung mit:
Initiative in Gedenken an Oury Jalloh, Mouktar Bah (0176-29435634)
E-Mail: plataforma (at) riseup.net