no-racism.net Druckversion

Quellenangabe:
Operation Spring - Interview mit dem anonymisierten Zeugen AZ 3000 (vom 12.11.2005),
URL: http://no-racism.net/article/1454/, besucht am 17.06.2019

[12. Nov 2005]

Operation Spring - Interview mit dem anonymisierten Zeugen AZ 3000

AZ 3000 nimmt seine Aussagen in 'Operation Spring' -Prozessen zurück.
Transkribierter und übersetzter Interviewtext. Das Video des Interviews wurde am 08.11.2005 im Amerlinghaus gezeigt.

Operation Spring
Interview mit einem anonymisierten Zeugen
AZ 3000 nimmt seine Aussagen zurück


AZ 3000 war einer der vielen anonymisierten Zeugen in den Verfahren der Operation Spring, unter anderem im Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu.

Im wiederaufgenommen Verfahren gegen Emanuel Chukwujiekwu, das bis November 2005 noch nicht abgeschlossen war, wurden vom Richter Mende die Aussagen des AZ 3000 nicht als Beweismittel zugelassen, mit der Begründung, 'dass die Zeugen, die nicht persönlich vernommen wurden, deren Aussagen auch nicht verlesen werden.'

Nachdem das Video im Gerichtssaal nicht gezeigt werden wird, machen wir es öffentlich. AZ 3000 erzählt, wie er gemeinsam vom Staatsanwalt, Untersuchungsrichter und eigenen Verfahrensrichter unter Druck gesetzt und als Anonymer Zeugen instrumentalisiert wurde.
Aus seinen Aussagen wird ersichtlich, dass Gericht und Polizei zusammenarbeiteten, um möglichst viele und möglichst hohe Urteile in den Verfahren zu erzielen und damit das rassistische Konstrukt der nigerianischen Drogenmafia zu untermauern und den Lauschangriff als Erfolg darzustellen.
Das uns vorliegende Material zeigt, dass sich die Verurteilungen nicht als Folge von 'Kinderkrankheiten' des Lauschangriffs ergaben - wie aktuell als Reaktion auf den Film Operation Spring von Angelika Schuster und Tristan Sindelgruber von offizieller Seite vielfach behauptet wird - sondern von Seiten der Justiz geplant und gezielt agiert wurde, die sich daher nicht der Verantwortung für diesen Skandal entziehen kann.

Verhaftungen, Razzien und Todesfälle bei Amtshandlungen gehen weiter. Widerstand ist notwendig.



Interview mit einem anonymisierten Zeugen


Lennart Binder:
Guten Morgen, mein Name ist Lennart Binder, ich bin der Anwalt von Emmanuel Chukwujiekwu. Es ist Freitag der 30. 2003, es ist ungefähr 9 Uhr 30.
Ich begrüße dich, bitte können Sie sich vorstellen, wie heißen Sie, wer sind Sie.

AZ 3000:
Ich heiße James Iyanka Maduke. .. Einer der Männer die während der Operation Spring verhaftet wurden, die 1999 stattgefunden hatte, wissen Sie.

Ich ging vor Gericht, ich wurde von der Polizei vorgeladen, dass ich Widerstand gegen die Polizei geleistet hätte, das war der Beginn meines eigenen Falls.

Dann haben sie mich am 25. März vor Gericht gerufen, entschuldige, am 25. Mai, so erschien ich bei Gericht. Ich war verhaftet worden, weil ich den Polizeiaussagen zufolge einer von der Operation Spring Bande war, die demonstriert hat und überall in Österreich Drogen verkauft hätte.
So ich kam in Haft für einige ... für 6 Monate, ... dann ich ging zu einigen kleinen Verhandlungen, wissen Sie,
Dann setzten sie die Verhandlung an für den 25. oder 26. November, ich erinnere mich nicht mehr genau an das Datum.
Also ging ich zum Gericht und sagte beim ersten Mal, dass ich nicht schuldig bin.
Ich hatte nicht das Geld, um mir einen privaten Anwalt leisten zu können, meine Freunde gaben mir einen privaten Anwalt aber später hörte er auf, zu mir zu kommen, weil er sagte, dass ich ihm nicht genug zahlen würde, um seine Arbeit fortzusetzen. Also später hörte der Mann auf, Doktor Schuhmeier glaube ich hieß er.
Dann habe ich Soyer geschrieben, dass ich ihn sehen möchte. Er ist nicht gekommen, er hat seinen Assistenten Bischof geschickt.
Also habe ich mit ihm gesprochen und er hat gesagt, er hätte noch nie zuvor einen Fall dieser Art gesehen. Dieser Operation Spring Fall - er ist ein praktizierender Anwalt in Österreich, aber er hat noch nie einen Fall dieser Art gesehen und er weiß nicht, was damit los ist.
Tatsächlich schaut es so aus, als ob sie alle, die in diesen Fall verwickelt sind, verurteilen wollen, und er weiß nicht, was da vor sich geht. Aber das beste wäre, wenn du vor Gericht gehst, was auch immer dein Fall sein mag, du musst dich schuldig zu bekennen. Wenn du dich nicht schuldig bekennst, wirst du bestraft werden, das ist die Art und Weise wie das Gericht es eingerichtet hat und er kann die Situation nicht verändern. Der Punkt wäre nicht der, mir zu sagen ihm Geld zu zahlen oder nicht. Also habe ich daraufhin aufgehört, ihn zu bezahlen.

Davor war Rifaat mein Anwalt in dieser Angelegenheit von Widerstand gegen die Polizei. Er kam zur Verhandlung um mich in dieser Angelegenheit zu verteidigen und ich wurde zu zwei Monaten verurteilt, zwei Monate bedingt auf 3 Jahre. Er hat nicht den Fall Operation Spring bearbeitet, er bearbeitet nur den Fall Widerstand gegen die Polizei, ich habe ihn schon draußen dafür bezahlt, im Falle, dass ich ins Gefängnis komme.
Seit damals hatte ich nicht wieder einen anderen Anwalt. Bis vor den Tag meiner Verhandlung, da haben sie eine junge Frau geschickt, ich habe ihren Namen vergessen, eine Pflichtverteidigerin, sie war blond, sie hatte blondes Haar.

Sie kam zu mir und fragte mich, ob ich schuldig wäre wegen dieser Sachen, ich sagte nein, ich bin nicht schuldig, weil die haben gar nichts von mir bekommen, auch wenn sie sagen ich bin ein Drogendealer. Aber die Frau hat mir gesagt, dass die Polizei Fotografien von mir hat, Unterhaltungen, die ich geführt habe, und manche meiner Bewegungen. Ich sage, von wo haben die das? Ich glaube das nicht. Sie sagte, sie sagt die Wahrheit. Sie brachte mir ein Album für mich und zeigte mir Bilder von mir. Fotokopien von meinen Bildern, die die Polizei von mir gemacht hat im Chinarestaurant Willkommen und an anderen Plätzen. Sie sagte, es wäre das beste für mich, vor Gericht meine Schuld anzunehmen, weil mich das Gericht vielleicht bestrafen wird, wenn ich immer noch sage, ich bin nicht schuldig, weil sie ja die Fotos haben und einen Beweis, dass ich jemandem etwas gegeben habe.

Ich sage okay. Also habe ich, als ich zur Verhandlung ging akzeptiert, dass ich schuldig bin, das war das erste Mal dass ich mich vor Gericht schuldig bekannte und das war meine erste große Verhandlung. Nachdem ich mich schuldig bekannt hatte, brachten sie mich hinauf und legten eine Kassette für mich ein, eine Videokassette, da habe ich dann mich selbst gesehen im Chinarestaurant, wie ich etwas aus meinem Mund nahm, einige Kugeln, aus meinem Mund, und ich esse, und wenn ich fertig mit dem essen bin, packe ich es wieder in meinen Mund. Sie haben mir das zweimal gezeigt, von zwei verschiedenen Plätzen. Also habe ich es hingenommen, dass diese Leute eine Untersuchung über mich gemacht und mich observiert haben.

Also habe ich gesagt, ja okay, ich habe verkauft. Der Richter fragt mich, warum, und ich sage, weil ich nichts anderes zu tun habe, ich habe keine Arbeit, ich bekomme keine Unterstützung von irgendwoher. Daher muss ich etwas finden, was ich tun kann, damit ich selbst überleben kann.

Der Richter sagt okay, was ich wissen muss, ist: da ist einer, sie nennen in Monday, sie haben ihm 10 Jahre gegeben und einer, wenn ich mich nicht irre Ezechiel, sie gaben im 7 Jahre.
Jetzt muss ich darauf zurückkommen, dass die Verhandlung unterbrochen wurde bis zum nächsten Mal, ohne Termin, unbestimmt. Sie haben mich zurück ins Gefängnis gebracht.
Am nächsten Tag, ich bin am Bett gelegen, kommt der Beamte, öffnet die Tür und sagt, sie verlangen nach mir. Ich frage wer und er sagt er weiß es nicht.
Wie wir raufgekommen sind, hat er mich zwei Männern übergeben, zwei Männern in Zivil, wissen Sie.
Ich frage wohin gehen wir, sie sagen, es gibt kein Problem, sie wollen mir nur ein paar Fragen stellen, sie sagen, sie wurden von meinem Richter geschickt.
Sie haben mich ich denke zum Saal 1 gebracht. Als wir dort angekommen sind, haben sie gesagt ich soll mich niedersetzen. Ich setzte mich nieder und sie sagen, sie wurden von meinem Richter geschickt, das ist Dr. Mende. Ich sage aha. Sie sagen, Mende hat ihnen gesagt, dass ich viel über diese Operation Spring weiß, dass ich ein Mitglied von der Operation Spring bin.

Und Mende hätte ihnen gesagt, sie sollen mich warnen, er möchte mir eine letzte Chance geben, und wenn ich diese Chance nicht ergreife, dann werde ich schwer bestraft und streng behandelt werden.

Ich sage warum? Ich habe doch gesagt, dass ich verkaufte, warum wollen die mich jetzt noch einmal bestrafen?
Sie sagen, das wissen Sie nicht, sie sind vom Richter geschickt worden und das ist nicht ihre Aufgabe. Es ist der Richter, der sie beauftragt hat, also sie wissen nichts darüber.

Das ist es was sie gesagt haben, dass Mende ihnen gesagt hat, er gibt mir 13 Jahre. Ich sage wofür? Sie sagen, das wissen Sie nicht, sie sind nicht mein Richter, sie haben bereits meine Anklage weitergegeben, also da ist nichts, was sie bezügliche meines Falls angeht, aber der Ablauf ist der, dass Mende sie geschickt hat. Meine Strafe wird 13 Jahre sein, aber jetzt muss ich ihnen gewisse Dinge sagen. Wenn ich ihnen gewisse Dinge sage, dann wird vielleicht meine Strafe dreieinhalb oder vier Jahre sein.
In diesen dreieinhalb Jahren werde ich einen Teil absitzen, einen Teil werde ich nicht absitzen. Sie werden mich zu einem Gefängnis schicken, wo ich den Vorteil einer Halb- oder Drittelstrafe haben werde. Ich habe gesagt, aber was wollt ihr von mir wissen, ihr habt bereits eure Untersuchung gemacht und die Übersetzung gemacht von der Sprache die sie da sprechen. Sie sagen ja, sie haben drei Leute, einen von Deutschland, einen von vielleicht Linz oder Graz, ich weiß es nicht, so, die haben die Sprache übersetzt die sie da sprechen, sie wissen bereits alles, sie haben so viele Akten und mit Nummern.

Sie sagen meine Nummer ist 16, ja sie sagen 16. Dann holen sie den Akt, und sie bringen einige Mappen, ungefähr 3 Mappen. Und sie fragen mich: wer ist das? Und ich sage, ich weiß es nicht. Sie sagen mir, ich muss kooperieren, sonst bringen sie mich zurück zu Mende, und dann muss ich was auch immer Mende sagen mag, entgegentreten, und Mende ist sehr sehr zornig auf mich, weil er sieht, dass ich einer der großen Bosse in der Organisation bin, nicht sehr groß, aber ich bin einer der größeren.
Ich sage, na schön, ich gehe dorthin um zu essen, manchmal gehe ich dorthin um mich auszuruhen, ja ich verkaufe, aber ich weiß nichts über andere. Dann beginnen sie mich zu fragen wer ist das und wer ist das, sie sagen, sie wissen, das ist Emmanuel Chukwujiekwu, und wer das sei. Ich sage okay, sein Name ist Emmanuel Chukwujiekwu. Sie sagen: wo ist er? Ich sage er ist im Gefängnis. Sie sagen, hast du ihn vorher gekannt? Ich sage ja, ich kannte ihn vorher. Sie sagen, woher kenne ich ihn? Ich sage, ich kenne ihn von Traiskirchen, weil wir alle haben zur gleichen Zeit Asyl beantragt.

Sie sagen: hat er Drogen verkauft? Ich sage, ich weiß nicht ob er Drogen verkauft, das erste Mal wie ich ihn getroffen habe, hat er gesagt, er will das nicht verkaufen, weil er richtig Angst hat. Und wissen Sie, er ist einer von den ziemlich kleinen, es ist leicht für die Polizei ihn zu erkennen. Also wollte er da nicht involviert sein, er hat damals Zeitungen verkauft. Aber ob er später involviert war, weiß ich nicht. Sie sagen, sie haben Informationen, dass er involviert war und dass er seine Vorräte von Graz gebracht hat. Ich sage, schön, ich weiß nicht. Möglich, aber ich kann nicht sagen ob er verkauft hat oder nicht verkauft hat, aber ich weiß es nicht, ob er verkauft.
Also nun sagen sie, sie wissen, dass er verkauft, nämlich wegen der Gespräche, die sie auf Band haben und wegen einiger anderer Informationen, die sie über ihn haben. Und auch Jerry Sonto, sie sagen Jerry Sonto ist sein Bruder.
Ist Jerry Sonto sein Bruder? Ich sage ich weiß nicht, ob Jerry Sonto sein Bruder ist. Aber vielleicht nennen sie sich Bruder, weil, du kannst sagen, Johnson ist mein Bruder, aber Johnson ist niemals mein Bruder, wir sind nur Freunde.
Also vielleicht sind sie genauso nur Freunde, und vielleicht mögen Leute sagen, sie sind Brüder, wenn sie sehen, aber ich weiß jetzt nicht ob sie Brüder sind, ich weiß nicht, wo sie herkommen. Sie fragen mich woher ich komme? Ich sage ich komme aus dem Sudan. Sie sagen, sie glauben nicht, dass ich aus dem Sudan komme, weil ich auch angegeben habe, dass ich James Iyanka bin. Und dann bringen sie ein Papier, dass mein Name James Mamadouke ist; von der Schweiz, wo ich unter einem anderen Namen um Asyl angesucht habe. Sie nennen den Namen des Kantons, wo ich eingetragen bin, wo es heißt: eingereist in die Schweiz, und sie fragen wer ist diese Person? Und ich sage ja, das bin ich.

Und sie sagen, hier beantragst du Asyl mit Nigeria, und hier suchst du um Asyl an mit Sudan. Was von beiden ist die Wirklichkeit? Ich sage schön, der Antrag mit Sudan ist die Realität. Sie sagen nein, sie glauben das nicht, sie glauben, dass der Antrag mit Nigeria die Wahrheit ist. Ich sage, gut, wenn ihr glaubt, das der Antrag mit Nigeria die Wirklichkeit ist, soll es so sein. Aber ich habe euch gesagt, dass der Antrag mit Sudan die Realität ist. Sie sagen, sie glauben das nicht und sie glauben, dass ich aus Nigeria komme und dass die meisten der Männer, wenn nicht alle von ihnen, die in das Chinarestaurant gehen, aus Nigeria kommen.
Wegen der Sprache, die sie sprechen, diese Sprache wird gesprochen im westlichen Teil von Afrika, und dieser westliche Teil ist in Nigeria. Ich sage, schön, ich weiß nicht. Dann fragen wie mich, wie habe ich die Sprache gelernt. Ich sage, ich habe diese Sprache nicht vollständig gelernt, ich verstehe einige bestimmte Wörter dieser Sprache. Eine Sprache kennen ist anders als eine Sprache sprechen. Vielleicht habe ich sie gelernt, jemand kann Deutsch sprechen, auch wenn er nicht aus Österreich ist, vielleicht hat er es ja gelernt. Jemand kann einfach eine Sprache lernen, ... das gibt mir nicht die gleiche Nationalität wie diese Person. Sie sagen nein, sie glauben es, denn der Übersetzer hat ihnen gesagt, dass diese Leute aus Nigeria wären.
Ich frage wer ist diese Person? Sie sagen mir, sie werden mir das nicht sagen, weil diese Person sagt, dass sein Leben in Gefahr wäre, wenn irgendeiner der Männer jemals erfährt, dass er derjenige ist, der für sie übersetzt hat. Na, ich weiß nicht.
Aber ich frage sie, wie, glaubt ihr, ist es möglicherweise wirklich die Person, die übersetzt hat. Sie sagen sie haben 3 Dolmetscher, die übersetzt haben. Einer ist von Deutschland ich denke zwei sind aus Österreich, und diese Leute sind schon älter, das sind keine jungen Leute, das sind keine Leute, die vielleicht lügen würden. Sie sagen, die sind älter, daher glauben sie ihnen, dass sie sie nicht anlügen. Und diese 3 Leute sagen fast genau das gleiche. Aus diesem Grund glauben sie, dass das, was diese Person übersetzt, die Wahrheit ist. Ich sage okay, ich weiß nicht.

Dann fragen sie mich, ob Chuwuchiejkwu aus Nigeria ist. Ich sage, schön, er machte einen Asylantrag mit Nigeria.
Sie sagen, was ist mit Jerry Sonto. Ich sage ich weiß nicht. Sie sagen aber Sonto spricht die gleiche Sprache wie Chukwujiekwu, basierend auf dem Band der Unterhaltung die sie hatten, denn wie sie mir gesagt haben brachten sie Wanzen im Restaurant an, du weißt im ganzen Restaurant, im Chinarestaurant, haben sie Wanzen angebracht. Also was immer du auch sagst, sie hören es. Und wie sie von Chukwujiekwu und Jerry hören, ist, dass sie die gleiche Sprache sprechen. Ich sage, vielleicht hat er es ja gelernt, ich weiß es nicht, ich stehe Chukwujieku oder Jerry nicht so nahe. Wir haben uns alle manchmal im Chinarestaurant getroffen. Aber was ich weiß ist, dass Jerrys Sache positiv ist, die vereinten Nationen haben ihm positiv gegeben und dass er studiert. Sie sagen ja, sie wissen, dass er studiert, aber er geht immer zur Schule mit einigem Stoff im Anus. Ich sage ich weiß das nicht, ich habe niemals von ihm etwas bezogen. So fragen sie mich, wer gibt mir was? Ob ich jemals etwas von Chukwujiekwu bezogen hätte? Ich sage ihnen, die Person, die mir was gibt ist Cater (?) Jemand namens Cater. Sie fragen mich, wo er herkommt?
Ich sage ich denke, diese Person kommt aus Mali, wenn ich mich nicht irre. Sie fragen mich, wo er lebt. Ich sage ihnen die Strasse, ich erinnere mich jetzt nicht mehr, ich nenne die Strasse für sie. Dann checken sie das, sie bringen eine Mappe und sie checken. Nachdem das Überprüfen fertig ist, legen sie die Mappe weg und fragen mich wieder, wo sich diese Person aufhält. Ich sage, ich weiß nicht, ich bin im Gefängnis, ich weiß nicht, wo sich diese Person aufhält. Dann fragen sie mich, wie oft ich von Chukwujieku was gekauft habe ich sage nie. Dann fragen sie mich, und von diesen Männern, sie zeigen mir diese (Bilder). Wer hat gekauft oder wen habe ich gesehen, dass er von Chukwujiekwu kauft? Ich sage schön, ich habe niemals gesehen dass irgendwer aus diesem Album etwas von Chukwujiekwu gekauft hat. Sie fragen mich, ob ich gesehen habe, das Chukwujiekwu jemals etwas jemandem gegeben hat. Ich sage ja, ich habe gesehen dass Chukwujiekwu etwas jemandem gegeben hat. Sie fragen mich was? Ich sage, ich weiß nicht was er der Person gegeben hat. Sie fragen mich ob ich ihn Geld zählen gesehen hätte, mehr als das, was er für sein Essen bezahlen muss. Ich sage, ich habe ihn nie Geld zählen sehen. Sie sagen, sie haben aber ein Band mit dem Geräusch von Geld, wissen Sie. Ich sage, ich weiß nicht, ob er es versteckt hat, aber ich habe ihn niemals gesehen, dass er viel Geld hat oder dass er jemandem viel Geld gegeben hätte aber ich .. habe gesehen dass er etwas zu jemandem gibt. Sie fragen mich was? Ich sage ich weiß wirklich nicht, was er jemandem übergeben hat, ich weiß es wirklich nicht. Sie sagen okay.

Ich glaube, das ist, wo wir aufgehört haben. Okay.
Also jetzt sagen sie... wie War das ... Magister Weiß, Sonja Weiß (Untersuchungsrichterin in Sachen Operation Spring Anm. der Übersetzerin) ist gekommen und Alexander Bauer (Staatsanwalt in Sachen Operation Spring Anm. der Übersetzerin), er ist auch gekommen. Sie haben mir gesagt, dass Sonja Weiß und Alexander Bauer kommen werden, wissen Sie. Ich sage okay. Sie kommen also, und sie haben sich mit uns niedergesetzt. Alexander Bauer hat mir gesagt, dass ich ja gehört habe, was diese Leute gesagt haben .. dass ich gehört habe, was die Polizei mir gesagt hat, dass mein Richter, Doktor Mende, derjenige gewesen ist, der sie zu mir geschickt hat, und sie darum ersucht hat, weil er meine Hilfe braucht. Das ist nämlich so: die Person, die erste Person, die vor Gericht mit einer Maske aufgetreten ist, ... also dass das Gericht für Menschenrechte oder eine Menschenrechtsorganisation gesagt habe, sie brauchen noch einmal das Erscheinen dieser Person, wissen Sie, und dass sie nicht wissen, wo sich diese Person jetzt befindet, weil sie ihn nicht wirklich erreichen oder feststellen können, wo er ist.
Also möchte er jetzt, dass ich zum Gericht komme, auf anonymer Basis, anonym, damit niemand weiß, wer ich bin und niemand meine Stimme erkennt und dass sie es am Wochenende machen wollen. Am Wochenende und niemand wird meine Stimme hören und niemand wird meine Identität herausfinden. Daraufhin sage ich ihnen, dass das sehr riskant für mich ist, wissen Sie, denn wenn die Kumpel wissen, wenn sie das wissen, dann ist das sehr schlecht. Sonja Weiß sagt kein Problem, sie wird das alles leiten, und dass sie weiß, welche Art von Fragen sie mich fragen muss und wie sie Fragen einflechten muss in die Fragen des Richters, so dass ich keine Fragen beantworten muss, die meine Identität enthüllen würden. Ich sage okay, kein Problem. Sie sagen ich brauche mich vor nichts fürchten, kein Problem. Also am 30. 1999 oder 2000 ich kann mich nicht erinnern, am 30. Freitag, nein Samstag, sie kamen um mich vom Gefängnis zu holen und sie gaben mir einen Overall, blau, den ich getragen habe und sie gaben mir so einen Flecken, damit ich ihn hier und hier (er zeigt auf sein Kinn) trage, wissen Sie, und sie bringen mich zur Verhandlung mit Security, und sie sagen, sie werden an diesem Tag noch mehr Security haben, ich sage okay. Sie bringen mich zum Gericht und ich bin dort gesessen. Da war der selbe Dolmetscher, der schon vorher übersetzt hat. Sie sagen sie wollen den Dolmetscher nicht wechseln, sie wollen den selben Dolmetscher verwenden, der schon während der Befragung und der Hauptverhandlung übersetzt hat.

Wie ich also gekommen bin, sagen sie, sie geben mir Nummern und sie werden Leute am Bildschirm zeigen, und dass ich sagen muss, ob ich sie kenne oder nicht. Ich sage okay. Also wie sie mich hineinbringen, geben sie den Männer Nummern, wissen Sie, sie fragen mich, ob ich diese Männer kenne, ich sage ja. Sie fragen mich, woher ich Jackson kenne, ich sage ich kenne ihn vom Gefängnis, ich kenne ihn nicht von draußen. Sie fragen mich, woher ich Frank kenne, ich sage ich kenne ihn vom Gefängnis, ich kenne ihn nicht von draußen. Sie fragen mich, woher ich Chukwujiekwu kenne, ich sage ich kenne ihn von draußen.
Sie fragen mich, woher ich Jerry kenne, ich sage, ich kenne ihn von draußen. Ich denke, das waren 4 Leute, ich bin nicht sicher, sie haben mich nach noch jemand gefragt, ich denke es waren 5, ich erinnere mich nicht an die nächste Person.
Sie fragen mich, ob ich ihn kenne, ich sage ja, ich habe ihn manchmal im Chinarestaurant getroffen, aber Jackson und Frank hab ich niemals vorher gesehen, ich kenne sie nicht, ich habe sie nur hier im Gefängnis gesehen. Aber ich glaube dass ich die anderen 3 Männer manchmal im Chinarestaurant gesehen habe und Chukwujiekwu kenne ich direkt von Traiskirchen.
Sie sagen okay. Davor hat der Richter, das Gericht, begonnen, mir einige bestimmte Fragen zu fragen, weil sie mich gefragt haben, ob ich mich vor den Fragen des Anwalts fürchte, so dass ich vielleicht nicht kommen würde. Ich sage, der Anwalt den ich von draußen kenne, ist Rifaat, nicht, nein, Rast, ich kenne Rast von draußen und er war mein Anwalt, wissen Sie, aber ich kenne keine anderen Anwälte. Sie fragen, was ist mit Soyer, ich sage ich habe von Soyer gehört, aber ich weiß nichts über ihn und ich habe ihn niemals gesehen. Gut, sie sagen mir jetzt, dass Soyer nicht kommt und Rifaat, ich glaube, Rifaat kommt auch nicht, ich erinnere mich nicht, aber sie sagen mir Soyer kommt nicht und Rifaat kommt nicht und außerdem ist Rifaat ein Polizeianwalt. Also weil es so ist, dass er Polizeianwalt ist kommt er nicht.
Ich sage okay. Sie sagen, die anderen Anwälte, die kommen, werde ich wahrscheinlich nicht kennen. Sie heißen ... ich weiß nicht. Bis damals habe ich auch nicht geschaut, wer mein Anwalt ist. Sie heißen ..., sie haben Sie genannt (er meint Dr. Binder), ich sage ich kenne Sie nicht und andere kenne ich auch nicht. Also bringen sie mich zur Verhandlung und ich habe Rifaat nicht gesehen, weil die ja gesagt haben, dass die anderen nicht kommen werden, ich habe Rifaat nichts gesehen, ich habe Soyer nicht gesehen, wissen Sie, ich habe drei oder vier gesehen, wenn ich mich nicht irre. So, sie beginnen mir einige Fragen zu stellen wie Sie auch fragen. Dann habe ich die Fragen beantwortet auf Grundlage dessen, was sie mir vorher gesagt haben, wissen Sie, dass ich bei jeder Frage, die ich nicht beantworten will, sagen soll, dass ich sie nicht beantworten will.
Ich soll sagen, ich möchte nichts über diese Frage aussagen. Und meine Antwort sollte sein ja. ja. Alles bei dem ich das Gefühl habe, dass es mir schadet oder meine Identität preisgeben könnte, sage ich, dass ich nicht antworten oder ich darüber nicht ins Detail gehen will.
Also das ist es was sie mir gesagt haben. Sie haben gesagt, sie wissen, wie man diese Dinge tut so dass es für mich nicht noch mehr kompliziert wird. ich sage okay.
Das war, bevor sie mich vor Gericht gebracht haben.
Danach, nach dieser Verhandlung, habe ich verlangt, dass sie meinen Urteilspruch fällen sollen, sie sagen nein, sie möchten mich nicht verurteilen. Mein Urteil wäre kein Problem, ich würde jederzeit verurteilt werden, es wäre okay. Ich habe gesagt gut. Nach der Verhandlung bringen sie mich in meine Zelle zurück.

Also, die Polizei, ich weiß den Namen des Polizisten nicht, aber sie fragen den Staatsanwalt Alexander Bauer, wie alles läuft, und Alexander Bauer hat ihnen gesagt, alles ist in Ordnung. Es geht voran.
Nach alledem gab es eine Mitschrift in Deutsch, wissen Sie, sie geben es dem Dolmetscher, der Dolmetscher liest es, sie sagen ich soll mit meinem wirklichen Namen unterschreiben. Weil das was ich zuvor unterschrieben habe, habe ich nicht mit meinem wirklichen Namen unterschrieben. Jetzt sagen sie, diese spezielle hier muss ich mit meinem wirklichen Namen unterschreiben. Sie werden das zu Mende schicken. Ich sage okay ich unterzeichne die Aussage die ich an diesem Tag gemacht habe mit meinem wirklichen Namen .. und sie geben es Mende, wissen Sie, zumindest haben sie das gesagt.

Also, manchmal, da haben sie mich gefragt, eine Frau hat mich gefragt, also die Polizei hat gefragt .. denn wir hatten Problem mit der Verständigung miteinander, also sie fragen mich, ob ich das Englisch nicht verstehe, dass der Dolmetscher spricht oder nicht. Denn es scheint als ob wir beide nicht übereinstimmend gut sprechen. Vielleicht sprechen wir vice versa. Ich sage, ich verstehe. Aber die Dolmetscherin war nicht dort, die Dolmetscherin machte Pause, wissen Sie. Da war jemand anderer dort. Ich weiß nicht, sie sprechen deutsch, sie fragen mich dann, ob diese Frau nicht gut ist oder ob ich sie nicht verstehe oder ob sie nicht versteht was ich sage. Ich sage ich weiß nicht, weil ich nicht höre, was sie übersetzt also kann ich nicht wissen ob sie versteht was ich sage oder ob sie nicht versteht was ich sage. Also sie sagen okay. Sie sagen dann nichts mehr bis zu der Zeit, wo sie mich verurteilt haben. Nachdem sie mich verurteilt haben – nein bis sie mich zurück ins Gefängnis gebracht haben bin ich dort geblieben.
Dann haben sie mir einmal gesagt, wenn mich diese Anwälte fragen warum ich .. wenn sie mich fragen ob ich denke dass was ich mache mir hilft oder mich aus dem Gefängnis herausbringen wird, dass ich diese Frage nicht beantworten soll, ich soll das vergessen, ich soll still bleiben und ich möchte nichts zu diesem Thema aussagen ...

Ich wurde ins Gefängnis zurückbegebracht und ich bin dort geblieben, später sind sie wiedergekommen und sagen dass diese Frau, Sonja Weiß, meine Hilfe braucht, ich frage wieso sie wieder meine Hilfe braucht? Das ist nicht, was besprochen wurde, nämlich dass es das letzte Mal war und jetzt rufen sie mich wieder. Sie sagen, ja, das ist noch einmal, noch einmal, die brauchen deine Unterstützung. Sie brauchen deine Unterstützung, ich sage wofür schon wieder? Sie sagen wieder sie brauchen deine Unterstützung. Sie bringen mich wieder vor Gericht, zu einer Verhandlung von einer Person, ähmm ... Paulinus (?) einer heißt Paulinus, insgesamt waren drei, sie haben mich zu ihrer Verhandlung gebracht. Sie sagen, wenn ich dort hinkomme, soll ich sagen ich möchte nichts aussagen. Also komme ich dort hin, Mende hat die Verhandlung geführt, Mende fragt mich, ich sage ich möchte nicht aussagen, das war Paulinus, Ezekiel und... also diese drei Männer. Ich sage ich möchte nichts aussagen, dann bringen sie mich zurück zu meiner Zelle. Sie verurteilten Paulinus zu 18 Monaten wenn ich mich nicht irre, Mende gibt ihm 18 Monate. Mich sie haben zurückgebracht. Zu einem späteren Zeitpunkt kommen sie wieder und sagen, dass Mende meine Hilfe braucht. Ich sage ihnen, mensch, ich mache das nicht mehr, was soll das, Mende braucht meine Hilfe, ich will das nicht noch einmal machen. Sie sagen Mende - ach nein, nicht Mende, Kirschner, ich sage ihnen: in welchem Verfahren? Sie sagen, sie wissen es nicht, welche Person zur Verhandlung kommt. ... sie sagen sie wissen nicht, wessen Fall verhandelt wird. ich sage ihnen, ich möchte nicht gehen. Sie sagen ich muss gehen. ich sage okay, ich muss gehen aber ich möchte nicht mit Leuten wie euch gehen, ich möchte nicht so gehen (zeigt mit den Händen eine Geste, als ob er sich eine Maske aufsetzt) ich möchte so gehen (zeigt auf sich und seine normale Kleidung) und ich möchte mit Beamten gehen ich möchte nicht mich euch Leuten hier gehen. (Anmerkung der Übersetzerin: unter „Beamte“ ist im Gefängnisjargon Justizwachebeamte zu verstehen im Unterschied zu den Polizisten in Zivil) Sie sagen, dass das für mich sehr gefährlich ist, das ist nicht gut für mich. Ich sage, kein Problem. Wenn irgendetwas passiert, lass es kommen, ich möchte so gehen, ich möchte keine Eskorte gestellt, ich möchte mit Beamten gehen.
Sie sagen okay, ich soll warten, ich soll sie einen Anruf machen lassen. Dann machen sie den Anruf, ich denke sie haben Kirschner angerufen, ich weiß nicht. Sie sprechen, sie sind fertig, in Deutsch, ich weiß nicht was sie sagen. Später sagen sie okay und rufen einen Beamten, der Beamte bringt mich zur Verhandlung. Als ich zur Verhandlung gekommen bin, es war dieses Mal Emmanuel, Emmanuel Chukwujiekwu. Ich habe das nicht gewusst, wissen Sie, die sagen Emmanuel Chukwujiekwu ist im Gefängnis. Dann habe ich Sie sitzen gesehen mit Rif..., Rast der auf dem Stuhl sitzt. Also, vorher haben sie die zwei Männer (die Angeklagten) weggebracht und bringen mich rein. Jetzt fragt mich der Richter Kirschner .... ich denke zuerst fragt er mich warum ich mich entschlossen habe, dass ich nicht wieder anonym aussagen will. Ich sage, weil ich nicht mehr anonym sein will, ich möchte einfach so erscheinen. Dann fragt er mich, ob mir die Konsequenzen meines Handelns bewusst sind? Ich sage, ich weiß nicht welche Konsequenzen, vielleicht schädlich vielleicht nachteilig, aber ich möchte so erscheinen, wissen Sie. Er sagt okay, wie ist mein Name? ich sage ihm meinen Namen, James Iyanka Mamadouke. Nicht einfach. Dann fragt er mich nach dem Land, vom Sudan, von wo im Sudan? Ich sage ihm (Ala...)

Er beginnt mich zu fragen, ob ich diese Männer kenne. Ich sage, wen? Sie haben da so einen Fernsehbildschirm aufgestellt, weil die Männer waren, waren irgendwo drinnen, wissen Sie, die haben einen Fernseher aufgestellt, ich habe sie am Bildschirm gesehen. Sie fragen mich, ob ich die zwei kenne, ich sage ja. Sie sagen wer und wer. ich sage ich kenne beide. Sie sagen wie heißt die eine Person. Ich sage Emanuel Chukwujiekwu. ... Sie sagen und der andere? Ich sage Jerry Sonto. Sie sagen, aber ich hätte der Polizei gesagt, dass der Name von Emmanuel Chukwujiekwu Dako wäre. Ich sage nein, ich habe niemals der Polizei gesagt dass sein Name Dako ist, aber die Polizei hat gesagt, dass er Dako genannt wird, dass sie ihn Dako nennen. Kenne ich ihn unter dem Namen Dako? Ich sage ich weiß nicht, vielleicht ist das sein Name, ich weiß das nicht, aber ich kenne ihn unter Emmanuel Chukwujiekwu. Sie sagen nein, bei allen diesen Gesprächen, auf allen dieser Bänder die sie über ihn haben ist er Dako, dass er einmal Schlüssel geschluckt hat. Er wurde von der Polizei verhaftet, wissen Sie, er schluckte Schlüssel aber er hat nicht gewusst, dass die Polizei bereits gewusst hat, wo seine Wohnung ist, wo er lebt, wissen Sie. Deshalb hat, dass er die Schlüssel geschluckt hat, für ihn keinen Sinn gemacht, denn sie wollten nur mehr, haben schon genug und viel über ihn gewusst. Also er schluckt den Schlüssel, sie konnten den Schlüssel nicht finden. ich sage: Schlüssel? ich glaube nicht, dass jemand einen Schlüssel schlucken würde. Sie sagen, sie glauben das, sie haben ihn gesehen. Die Polizei sagt, dass sie ihn gesehen haben wie er einen Schlüssel schluckt. Ich sage na schön ich weiß nicht. .....

Dann sagt der Richter, ich hätte gesagt, sein Name ist Chukwujiekwu, nein, entschuldigung, Dako. Ich sage nein, ich sage sein Name ist Emanuel Chukwujiekwu. Aber die Polizei sagt sein Name ist Dako ... dann zeigen sie Bilder, auf denen er einen Mantel trägt von dem sie sagen, das ist tiroler Tracht. Die Polizei sagt mir, dass ist tiroler Tracht. Warum zieht er sich gerne als Tiroler an? Ich sage, ich weiß nicht, ob das tiroler Tracht ist. Sie sagen das ist tiroler Tracht und sein Name ist Dako. So nennen ihn die Leute, so haben sie das in den Gesprächen, das ist der Name, wie sie ihn nennen, sie nennen ihn nicht Chukwujiekwu. Ich sage gut, ich weiß nicht. Also der Richter wird ziemlich zornig, denn warum sage ich der Polizei zuerst etwas, und komme dann her und fange an etwas anderes zu sagen. Ich sage na gut, was ich ihnen jetzt gesagt habe ist die Wahrheit, falls sie mir glauben können, aber wenn sie mir nicht glauben, na gut, ich weiß nicht was ich sagen soll, denn es ist besser, ich trete jetzt damit an die Öffentlichkeit, und sage das, dieses interview, bei dem ich mein Gesicht bedeckt hatte. Besser dass ich mit allem an die Öffentlichkeit komme und die Wahrheit sage, denn wenn sie mich verbergen, dann kann ich weiter Lügen sagen oder dieses ja, ja, ja; wobei mich niemand erkennt.

Ja, ich habe ihm gesagt, wenn ich nicht offen auftrete, wissen die Männer nicht, dass ich es bin, der das macht, aber ich mag das nicht, wissen Sie, ich erleichtere mein Gewissen, weil mein Gewissen bedrückt mich, denn jedes mal wenn ich sage jemand tut etwas, von dem ich entweder weiß, dass er es nicht tut oder ihn niemals tun gesehen habe. Denn ich kann nicht sagen er tut’s nicht oder er tut’s, ich weiß es nicht, es ist möglich, dass er es tut, es ist möglich, dass er es nicht tut, ich weiß es nicht.
Ich bin nicht derjenige, der ihn beschuldigt. Der Staat muss seine Schuld herausfinden, oder die Beweise selbst, wissen Sie. Ich habe ihnen gesagt, dass ich das nicht mehr weitermachen will. Es ist besser ich komme und sage dem Gericht das richtige was diese Männer betrifft. Und ich will es nicht, dass mich jemand zu etwas zwingt. Sie sagen mir ... ich kann wieder angeklagt werden, für falsche Aussage oder – ich kann noch einmal bestraft werden, und dass mein Fall noch nicht abgeschlossen ist.

Falls ich denke, dass meine Strafe schon endgültig ist, es ist nicht abgeschlossen, das Gericht kann die Strafe aufheben und wieder verhandeln – das ist die Polizei, die mir das sagt, dass das Gericht mein Urteil über den Obersten Gerichtshof wieder verhandeln kann und ich erst recht die 13 Jahre bekomme. Ich sage ihnen, kein Problem, lass das Gericht mein Sache verhandeln und mir dieses mal die 13 Jahre geben, ich will das nicht mehr.
Also, sie machen weiter Druck auf mich, ich sage nein.
Später transferieren sie mich nach ... nein, später habe ich Ihnen einen Brief geschrieben, dass ich ein Problem habe, weil diese Leute mich bedrohen, wissen Sie, und mein Leben in Gefahr ist. Denn es ist nicht gut, etwas zu sagen, was du über jemanden nicht weißt, wissen Sie. Also am nächsten Tag transferieren sie mich nach Wiener Neustadt. Dann, wie ich in Wiener Neustadt war, da war ein Typ, Kevin, ein Kevin, hat mir ihren Namen gegeben, dass Sie der Anwalt von Chukwujiekwu sind, wissen Sie. Dann habe ich Ihnen geschrieben, bis drei mal, Sie sind nicht gekommen, bevor sie mich nach Wiener Neustadt verlegt haben.
Sie wollen mich nach Wiener Neustadt verlegen, davor, mein Freund hat Weber bezahlt um meine Anwältin zu sein in diesem Fall, in meiner Hauptverhandlung, bevor sie mir die dreieinhalb Jahre gegeben haben, es war Weber, die meine letzte Anwältin war. Also sie hat mir gesagt, dass sie Berufung einlegen möchte und das sie den Staatsanwalt gefragt hat, ob er berufen möchte. Der Staatsanwalt sagt, er weiß nicht, ob er das tun wird, er weiß es nicht und dass wir warten sollen. Wenn der Staatsanwalt Berufung einlegt, ist das nicht gut für mich, denn die Staatsanwälte in Österreich legen Berufung ein. Staatsanwälte haben eine 80 Prozent Chance, die Berufung zu gewinnen, als wenn ein Verteidiger die Berufung einlegt. Ich sage okay, lass uns warten. Also wir warten. Nicht nur ich, da war noch ein Typ, sie nennen ihn James Nzewke, wissen Sie. Sie haben ihm auch drei Jahre gegeben, auch dreieinhalb Jahre, wissen Sie. Aber der Staatsanwalt sagt, er wird Berufung einlegen. Er ging zu einem Pflichtverteidiger. Also, später ruft mich meine Anwältin und sagt, dass der Staatsanwalt nicht wieder Berufung einlegen wird. Sogar bei James Nzekwe hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt, aber sie dann später wieder zurückgezogen und sagt, er wird es nicht noch einmal machen. Also jetzt sagt die Anwältin okay, jetzt ist es gut für uns, Berufung einzulegen, weil der Staatsanwalt das nicht macht. Also, legen wir Berufung ein, bevor ich nach Wiener Neustadt verlegt wurde. Ich wurde zur Berufungsverhandlung gerufen, wenn ich mich nicht irre im Juni entweder am 14. oder 15. ich erinnere mich nicht, zum Ober Landesgericht. Sie brachten mich von Wiener Neustadt nach Wien. Ich bin in Wien geblieben, dann sehe ich später wieder diesen Kelvin, beim Hofgang, wissen Sie. Ich spreche mit ihm, er fragt mich, warum ich Ihnen nie geschrieben habe. Ich sage, ich habe Ihnen einige Male geschrieben, Sie haben mich nie angerufen, nein, Sie sind nie gekommen, daher weiß ich nicht, was ich noch tun soll. Also, Kelvin sagt, dass Sie ihn üblicherweise auch manchmal sehen kommen, und wenn Sie kommen, wird er Ihnen noch sagen, dass jetzt – weil er sagt, er hat mich nicht mehr gesehen, er denkt, vielleicht haben sie mich wieder rausgebracht, dorthin wo sie mich verstecken, damit ich ihnen mehr erzählen kann, Sie verstehen. Also ich sage nein, das und das ist passiert. Er sagt okay. Da ich sage, ich bin in Wiener Neustadt, wird er Ihnen mitteilen, dass ich in Wiener Neustadt bin, wissen Sie, vielleicht wenn Sie zeit haben, können Sie kommen und mich treffen. ich sage okay. Dann haben sie mich zum Obersten Gerichtshof gebracht. Der Oberste Gerichtshof tagt und sagt, die dreieinhalb Jahre sind okay. Denn gaben sie mir 40 Monate und die zwei Monate bedingt dazu, die ich schon früher hatte, sie erweitern das, und alles zusammen macht dreieinhalb Jahre. Also der Richter vom Obersten Gerichtshof sagt, die 40 Monate die sie mir gegeben haben, die Strafe, die sie mir gegeben haben, ist in Ordnung, die 40 Monate sind okay.

Aber die zwei Monate bedingt wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt werden eröffnet wird, bis mein Richter das entscheiden wird, entweder wird das fallengelassen oder ich muss es absitzen. Ich sage okay. Dann haben sie mich zurück nach Wiener Neustadt gebracht. Später bringen sie meine Urteilsausfertigung zum unterschreiben. Dann unterschreibe ich, dass ich 40 Monate absitzen muss und die zwei Monate sind draußen, die bleiben noch immer bedingt. Nach ein paar Monaten, ich denke im September wenn ich mich nicht irre, August oder September, da sind sie wieder gekommen, dieses mal vom Gericht in Wiener Neustadt. Die Richterin die gekommen ist, sagt, sie ist eine Untersuchungsrichterin, mit einem Dolmetscher und zwei Männern, wenn ich mich nicht irre. Jetzt sitzen sie da, sie sagten mir, dass sie zu mir geschickt worden sind, von, ich weiß nicht, von meinem Richter oder dem Gericht in Wien. Ich soll zu einer Gerichtsverhandlung in Wien, aber ich soll sagen dass ich nicht gehe oder wenn ich schon hingehe, soll ich sagen, dass ich keine Aussage machen möchte und alles was ich vorher gesagt habe, gültig ist, dass ich nichts Neues sagen möchte oder nichts berichtigen oder hinzufügen will.

Ich sage nein. Ich möchte zur Gerichtsverhandlung gehen. Zuerst haben sie gesagt ich soll nicht zur Verhandlung gehen, ich aber sage ich gehe. Sie sagen okay. wenn ich darauf bestehe dass ich gehe, soll ich sagen, was ich früher gesagt habe, das es das ist was ich aussagen möchte, und kein Kommentar, ich möchte nichts sagen, das was ich früher gesagt habe, ist gültig. Ich sage nein, ich möchte gehen und ich möchte etwas aussagen. Okay. Die Frau sagt, dass wenn ich sage, ich möchte nichts aussagen, diese zwei Monate die ich noch immer habe, getilgt werden, das hat die junge Frau gesagt die von Wien gekommen ist. Die Frau fragte mich, wie lange ich schon da bin. Ich sage ich bin schon drei, nein, 17 oder 18 Monate da – ich weiß nicht, alles zusammen, wissen Sie, meine ganze Strafe insgesamt. Sie sagen, nein, wie lange ich insgesamt schon gesessen bin, meine ganze Strafe insgesamt, 17, 16 oder 17 Monate, ich weiß nicht. Also sie fragt mich, wie lange ich noch bleiben muss. Ich sage, ich weiß nicht, ich habe 42 Monate, ich weiß nicht besser wie lange ich noch bleiben muss in diesen 42 Monaten.
Sie sagt okay, aber ich soll auf das hören, was der Richter jetzt sagt, dass könnte vielleicht gut für mich sein, wenn ich auf den Richter höre und mache, was der Richter sagt, wissen Sie. Sie sagt, sie möchte, dass ich nicht nach Wien gehe, oder selbst wenn ich nach Wien gehe, soll ich sagen, dass ich keine Aussage machen will, ich soll gar nichts sagen. Ich sage nein, wenn ich nach Wien gehe, muss ich sagen, dass ich etwas aussagen möchte. Sie sagt, wenn ich es nicht sagen möchte, wenn ich nicht kooperieren will, und sage was zu sagen ist, wird das nicht gut für mich sein.
Ich sage okay, das ist egal. Also sie tippen etwas, die Sekretärin schreibt etwas, fertig, die geben es mir zum Unterschreiben. Ich sage, ich möchte nicht unterschreiben. Sie sagt warum. Ich sage weil ich nicht weiß, was die hier schreiben. Sie sagt, aber der Übersetzer hat vorgelesen, was die hier schreiben. Ich sage, wie kann ich das wissen, ob das was der Mann vorliest das ist, was sie hier schreiben, ich werde das nicht unterschreiben.
Dann sagt sie, was machen diese schwarzen Leute hier, wer sagt ihnen bloß, dass sie keine Papiere unterschreiben sollen. Wenn ihnen Papiere zum unterschreiben gegeben werden, ist das zu verbreitet bei den Schwarzen. Wenn sie anfangen ihnen Papiere zum Unterschreiben zu geben, sagen sie immer, sie werden das nicht unterschreiben. Sie ist zornig geworden, sie sagt ich soll unterschreiben. Ich sage ich unterschreibe nicht. Sie sagt, also diese meine zwei Monate, die werde ich absitzen. Wissen Sie?
Ich sage okay, kein Problem. Sie geht dann hinein. Ich habe die Papiere nicht unterschrieben, sie sind dann weggegangen. Nachdem sie gegangen waren, nach drei oder vier Stunden, bringen sie mir ein Papier vom Gericht, dass ich diese zwei Monate die noch offen waren absitzen muss. Dann, ich denke es war um diese Zeit, dass Sie nach Wiener Neustadt gekommen um mich zu besuchen - Nein, Sie sind schon einmal mich besuchen gekommen, dann sind Sie ein zweites Mal gekommen mich zu besuchen. Ich sagte Ihnen, schauen, Sie was passiert ist, was passiert da. Sie haben nach dem Datum gefragt, ich gebe Ihnen das Datum, Sie schreiben es auf. Das Monat, das schreiben Sie auf, aber den Namen der Person, den weiß ich nicht. Sie schreiben es auf, dann sage ich, es ist okay. Dann sage ich Ihnen, sie haben meine zwei Monate wieder eröffnet, Sie sagen kein Problem. ...

Ich sage okay. Dann sind sie gegangen. Sie sind nicht wiedergekommen, mich zu sehen. Dann war ich da, ich tue gar nichts. Dann nach 41 Monaten, entschuldigung, nach 21 Monaten, bringen sie mir ein Papier, dass ich das Gefängnis aufschreiben soll, wo ich hinwill. Ich sage ihnen, dass ich in die Karlau will, wo ich einen Job haben kann, weil ich habe keinen Job. Wenn keine Möglichkeit besteht, in die Karlau zu gehen, dann nach Hirtenberg, denn der Beamte hat mir gesagt, dass die Karlau erst von 5 Jahren aufwärts ist, aber meine Strafe ist weniger als 5 Jahre, wissen Sie. Er weiß nicht, ob es für mich möglich ist, in die Karlau zu gehen, aber er kann es schreiben, wenn ich Glück habe, kann ich dorthin gehen. Dann fragt er mich nach meiner zweiten Wahl, ich sage meine zweite Wahl ist Hirtenberg. Dann schreibt er die zwei Gefängnisse auf. Nach 6 Monaten, bringen sie dann dieses Papier, dass ich in die Karlau muss. Also ich habe alles zusammen ungefähr 9 Monate in Wr. Neustadt verbracht, und 13 Monate oder 12 Monate in Wien, Landesgericht, also alles zusammen 21 Monate. Die nächsten 21 Monate habe ich in der Karlau gesessen. Wie ich in die Karlau gekommen bin, haben sich mich wieder zur Chukwujieku Verhandlung gerufen, das ist das dritte Mal, das zweite mal, seit ich von Wr. Neustadt, nein, vom Landesgericht Wien verlegt worden bin.

Diese Mal war es nicht Kirschner der Richter, das zweite Mal war es äh, ich weiß nicht, ich habe den Namen von dem Mann vergessen. Der Mann ruft mich zur Verhandlung, ich komme hin, sie fragen mich, was ich alles über diesen Mann weiß. Dann habe ich ihnen gesagt, dass ich diesen Mann als Emmanuel Chukwujiekwu kenne. Dann fragt mich der Richter woher ich ihn kenne, ich sage dem Richter noch einmal, dass ich ihn von Traiskirchen kenne.
Der Richter fragt mich, ob ich diesen Mann früher im Chinarestaurant gesehen habe. Ich sage dem Richter, ja, ich habe diesen Mann im Chinarestaurant gesehen. Um was zu tun ist er hingekommen? Ich sage dem Richter, ich weiß nicht, wofür er hingekommen ist. Der Richter fragt mich, was ich dort gewöhnlich gemacht habe. Ich sage, manchmal gehe ich dorthin um zu essen, manchmal gehe ich dorthin um auszuruhen. Dann fragt mich der Richter, wie oft ich diesen Mann dort an diesem Ort gesehen habe. Schön, ich sage, ich weiß wirklich nicht, wie oft ich diesen Mann dort gesehen habe, aber ich weiß, dass ich diesen Mann im Chinarestaurant gesehen habe. Aber was er macht, das weiß ich nicht. So, der Richter sagt mir, dass ich gesagt hätte, dass er Drogen verkauft.

Ich sage nein, ich habe niemals die Aussage gemacht, dass er Drogen verkauft. Okay, zum Beispiel, wenn ich sage, er verkauft Drogen, warum beziehe ich nicht von ihm, wenn ich schon verkaufe, ich habe zugegeben, das ich verkaufe, okay, und ich verteile nicht, diese Leute verteilen an mich, damit ich verkaufen kann, und wenn dieser Mann Drogen verteilt, warum beziehe ich nicht von ihm, oder von all diesen Männer von diesen Fotoalben, die Sie mir gezeigt haben, wen allen habe ich denn benannt, dass dieser Mann etwas verteilt? Ich sage nicht, dass dieser Mann Drogen verteilt.
Aber die Polizei ist sicher, dass dieser Mann verteilt. Dass er seine Dinge von Graz bezieht. Ich sagte ihnen, ich weiß nicht, ob er seine Drogen von Graz bezieht, wissen Sie. Denn die Polizei hat gesagt, dass dieser Mann zu arrogant ist. Das er so und so getan hat, dass er so arrogant war, so gemein, dass er das Oberhaupt von der Organisation ist.

Sie fragen mich, ist das eine Organisation? Ich sagte, ich weiß nicht, ob das eine Organisation ist, ich kann das nicht Organisation nennen, denn sie behaupten, sie haben einen Vorsitzenden, einen Kassier, ich weiß nicht, ob das existiert, ob das eine Organisation ist. Sie fragen mich okay, wenn ich sage, das ist keine Organisation, wenn das in deinem Land wäre, und eine Gruppe von weißen Leuten versammelt sich in einem Restaurant, immer dort, vielleicht um zu essen, wie würde ich das nennen. Ich sage wenn das in meinem Land ist, und einige weiße Leute versammeln sich dort, wofür versammeln sie sich dort? Vorausgesetzt, sie kennen sich alle, und alle kommen dorthin zu einem Zweck, kann ich sagen, das ist eine Gruppe. Eine Gruppe von weißen Leuten sind immer in diesem Restaurant. Aber ich kann das nicht Bande nennen, denn ich weiß nicht ob das eine bande ist, wenn du sagst, dass eine Gruppe von weißen Leuten sich in diesem Restaurant versammelt. Sie fragen, was ist die Bedeutung von Gruppe.
Ich sage eine Gruppe ist wenn sich einige Leute versammeln. Sie sagen in Deutsch, das nennt man Gruppe. ...

Sie sagen in ihrer Sprache, in ihrer Erklärung der Worte würden sie sagen das ist eine Gruppe, äh, eine Bande. Okay. Also sie schätzen das als eine Organisation ein, und sie wissen, dass das eine Organisation ist.
Denn sie haben eine Karte gezeichnet, sie sagen die Drogen gehen so, von hier nach dort, von hier nach dort, (Er zeigt mit dem Finger auf dem Tisch auf eine imaginäre Karte), dass sie Bodypacker haben, sie haben Verteiler, sie haben Geldeintreiber, Geldversender, also, weil es so ist, (er zeigt einen Kreis) rund ist, das ist eine Organisation.
Ich sage, ich weiß nichts von einer Organisation. Dann fragen sie mich, ob diese chinesische Frau die im Lokal arbeitet Geld bekommt. Ich sage ich weiß nicht. Ich kenne die Frau nicht, sie kennt mich gar nicht. Ob die Leute ihr Geld geben, kann ich nicht sagen. Sie sagen sie wissen, und sie haben gehört, dass sie Geld für einige Leute aufbewahrt. Ich sage schön, ich weiß es nicht. Also dieses Thema war dann beendet.

Das war die letzte Verhandlung Chukwujiekwu betreffend, zu der ich gekommen bin, fertig.
Der Richter fragt mich, ob das Englisch der Dolmetscherin nicht verstehe oder ich Englisch nicht gut genug verstehe. Ich sagte dem Richter, ich weiß nicht. der Richter fragt, was meine Sprache ist. Ich sage meine Sprache ist Haussa. Der Richter sagt, es ist sehr schwierig, jemanden zu bekommen, der Haussa spricht oder von wo soll er einen Dolmetscher herbekommen, der das übersetzt. Der Richter fragt den Staatsanwalt, ob er noch mich noch etwas zu fragen hat. Der Staatsanwalt sagt, dass nachdem ich meine früheren Aussagen widerrufe, sie die Bänder anhören werden. Wenn sie die Bänder anhören, oder die Stimme, und wenn meine jetzigen Aussagen nicht zureffen, dann werde ich noch einmal bestraft werden, wissen Sie. Ich sage okay, kein Problem.
Und er sagt, ob ich noch mal erscheinen und aussage würde, wenn sie mich noch einmal für eine neue Einvernahme rufen obwohl ich widerrufen habe. Ich sage ja, ich werde erscheinen und aussagen. Ich frage sie wann. Der Richter sagt kein Datum. Aber, wenn wir dich rufen, wirst du kommen. Ich sage: zu jeder zeit, die ihr wollt, ich werde kommen und aussagen und sagen, was ich über ihn weiß, wissen Sie.
Sie sagen okay. Wir werden die Bänder anhören, vielleicht schreiben wir dir, oder wenn es deine Stimme ist, oder sonst etwas, wir können dich anklagen, die Polizei belogen zu haben oder dies oder das. Ich sage okay, kein Problem. Also seit damals bin ich in der Karlau geblieben, ich habe niemals etwas gehört. Dann bin in Schubhaft gekommen und 6 Monate geblieben, ich bin dort geblieben und habe noch immer nichts gehört, bis ich rausgekommen bin am Freitag der 23. diesen Monats, Mai, 23. Mai, ich bin herausgekommen, dann, es war am 24 oder 25, habe ich Sie angerufen .. Anwalt Dr. Lennart Binder, denn ich habe Ihre Karte bei mir, ich habe Sie angerufen, um Ihnen zu sagen, dass ich draußen bin und den Verlauf des Falles Chukwujiekwu zu erfahren, denn Sie haben mich freigelassen, bevor sie diesen Fall abgeschlossen haben, ... so, ich weiß nicht ob er verurteilt wurde, oder nichts über seine Situation.

Wie ich Sie angerufen habe, habe ich Ihnen gesagt, dass ich zu Ihrem Büro kommen möchte, wissen Sie. Sie haben mir den Weg zu Ihrem Büro erklärt, um herzukommen. So bin ich zu Ihrem alten Büro gegangen, wo die Adresse ist und alles, dann haben Sie mir gesagt, dass sie ihr Büro gewechselt haben, dann bin ich hierher gekommen, ich habe de Namen von diesem Ort vergessen, ich bin zu dieser Station gekommen, wissen Sie, um Sie zu treffen. Dann bin ich mit meinem Freund heraufgekommen, um mit Ihnen zu sprechen. Dann habe ich Sie nach Chukwujiekwus Fall gefragt, sie haben gesagt dass er bei der letzte Verhandlung, die dieser neue Richter verhandelt freigesprochen wurde, aber der Staatsanwalt sagt, er möchte Berufung einlegen gegen den Freispruch und dass er diese Entscheidung nicht akzeptiert.

Vor ein paar Tagen, haben die Ihnen ein Papier geschickt, dass der Fall für nichtig erklärt wird und dass er wiederaufgenommen wird. Dann haben Sie gesagt, dass jetzt der neue Richter mein ehemaliger Richter ist, Dr. Mende, so, und Sie haben ihn gefragt, ob es möglich ist, mich wieder zur Verhandlung von Chuwujiekwu zu bringen, um wieder als Zeuge auszusagen. Aber Mende hat gesagt, dass er nicht weiß wo ich bin, er kann nicht finden, wo ich bin, dass er nicht wirklich weiß wo ich bin. Sie haben mich gefragt, wo ich war, ich habe Ihnen gesagt, ich war in Graz in Schubhaft, für 6 Monate, und die müssen doch wissen, wo ich bin, denn ich denke, der Staat hört davon. Sie sagen, Sie wissen nicht, warum die mir nicht schreiben wollen oder mich davon informieren, dass ich noch einmal zu dieser Verhandlung kommen soll.

Dann habe ich Ihnen gesagt, dass ich Angst davor habe, in Österreich zu sein, weil ich keine Chance habe, wieder in diesem Land zu bleiben, weil sie mir unbefristetes Aufenthaltsverbot gegeben haben. Und für die sechs Monate Schubhaft haben sie mir nichts gegeben, keinen Bescheid, gar nichts, sie haben mich einfach so zum gehen weggeschickt. Also kein Papier. Ich habe gefragt, wie das in Österreich, wenn du 6 Monate in Schubhaft bleibst, geben sie dir ein Papier, dass dir ermöglicht, 18 Monate zu bleiben. Dann nach den 18 Monaten verfällt es. Dann kannst du wieder in Schubhaft zurückzukommen.
Aber als mein Aufenthalt fertig war, geben sie mir nichts, sie sagen ich soll gehen, nichts für mich. Also ich spüre, die wollen nicht, dass ich weiter in diesem Land bleibe. Es gibt keinen Grund für mich zu bleiben, ich muss weggehen. Sie haben mir gesagt, dass es gut wäre, zu bleiben, bis der Fall von diesem Mann beendet ist, um zu seiner Verhandlung zu kommen.

Dann frage ich Sie, wann die Verhandlung ist, Sie sagen, sie wissen es nicht. Der Richter sagt, er macht es früher oder später, aber dieses früher oder später könnte in einem Jahr sein, in 6 Monaten, es könnte in drei sein, aber das Sie wissen es nicht. Ich habe Ihnen dann gesagt, ich kann nicht bleiben und in diesen paar Tagen ist es besser, sie haben etwas in Form einer Berichterstattung auf Video, wo ich Dinge sagen kann und sie können mich auf Video aufnehmen und sie werden mich sehen und meine Stimme hören und wissen wer die Aussage macht. Es wäre besser, Sie rufen den Richter an, der den Fall verhandelt, Mende, so dass wir es einrichten können. ....


Es war am Mittwoch, ich bin in Ihr Büro am Mittwoch gekommen. Dann haben Sie Mende angerufen, um mit Mende zu sprechen. Sie haben gesagt, dass Mende in einer halben Stunde zurückkommen wird oder in einer Stunde oder dass er möglicherweise von dort weggehen wird, dass die Sekretärin nicht wirklich weiß, wo er ist. ... Dann habe ich Ihnen gesagt, wir müssen versuchen, es schneller zu machen, denn ich denke nicht, dass ich lange hier bleibe, ich möchte dieses Land verlassen.
Ist es da nicht besser, selber eine Videoaufzeichnung zu machen, dann nehmen sie mich auf Video auf, ich sage, was ich sagen will, sie können es dem Gericht vorführen, ich denke, das ist okay.

Sie sagen, sie werden darüber nachdenken. Okay, Sie versuchen es, ich werde sehen was Sie tun können. Dann haben Sie eine Telefonnummer angerufen, dann haben wir das für Freitag geplant, um 9 Uhr, um den Bericht zu beginnen. Also wie ich hergekommen bin, traf ich drei Personen, zwei Herren und eine Dame, Sie haben mir gesagt, das sind die Videoleute, die den Videobericht machen werden, über das Thema oder was auch immer ich sagen möchte was Chukwujiekwus Fall betrifft.

Was ich versucht habe zu sagen ist, dass, falls Chukwujiekwu ein Drogendealer sein soll, so habe ich keine Ahnung davon, denn er hat mir niemals etwas gegeben und ich kann ihn nicht beschuldigen oder eine Anschuldigung gegen ihn machen, dass er ein Drogendealer ist. Was auch immer ich vorher ausgesagt haben soll, weiß ich, dass ich es nicht gesagt habe, aber vor Gericht beharren sie darauf, denn sie haben das Recht.

Und wenn sie immer noch darauf beharren, weiß ich ja nicht was die Polizei schreibt, denn sie schreiben es in Deutsch, es ist nicht auf Englisch, also kann ich es nicht lesen, die Dolmetscherin übersetzt es, aber ich weiß nicht, was sie übersetzt hat, ...

Bei der letzten Verhandlung hat der Richter gefragt, ob ich die Dolmetscherin verstehe? Ich sage ich weiß es nicht, ich denke aber, dass ich es verstehe. Der Richter fragt mich, wie lange will ich das noch aushalten mit einer Dolmetscherin, deren Sprache ich nicht verstehe. Und dass Sie nicht glaubt, dass ich sie verstehe, und dass mein Englisch so klingt, als ob ich nicht gut Englisch sprechen würde. Ich hätte ein Problem mit dieser Dolmetscherin ....

Ich sage schön, ich weiß nicht. Dann fragt er mich welche Sprache kann ich angeben, dass ich gut sprechen. ich sage Haussa. Dann sagt er, es ist sehr schwierig für ihn jemanden zu finden, der Haussa spricht. Und er sagt ich soll gehen.

So, ich denke dass ist alles betreffend Chukwujiekwus Fall, ich weiß nicht viel darüber, wissen Sie.
Also ich weiß nicht, ob der Mann ein Drogendealer ist, ich weiß nicht, ob er kein Drogendealer ist. Ich weiß es nicht. Und ich habe ihn niemals gesehen, dass er irgendjemand Drogen gegeben hätte, ich kann das immer wiederholen, ich habe ihn niemals jemandem Drogen geben gesehen und er hat mir niemals etwas gegeben.
Danke

Binder: Danke
Nur eine letzte Frage, haben Sie irgendeinen Nutzen davon, hier zu sein, heute ihre Aussage zu machen, haben Sie irgendeinen finanziellen oder anderen ...

Iyanka: Nein, keinen finanziellen, keinen finanziellen ...

Binder: ... oder anderen Nutzen oder sind Sie unter irgendeinem Druck, heute diese Aussage zu machen.

Iyanka: Ich habe keinen Druck diese Aussage zu machen und da ist auch keine finanzielle Bezahlung, um die Aussage zu machen, denn ich habe ja selbst den Anwalt von Chukwujiekwu angerufen, Anwalt von Chukwujiekwu weiß ja nicht, dass ich herraussen bin, wissen Sie, nein, und er weiß nicht wo ich bin.

Ich war es, der ihn angerufen hat, um etwas über die Situation von Chukwujiekwu zu erfahren. Als ich gekommen bin, haben Sie gesagt, dass der Fall aufgehoben wurde, dass es zu einem neuen Verfahren kommen wird.
Ich habe Ihnen gesagt, dass ich nicht denke hier bleiben zu können, ich will das Land verlassen, denn ich habe keinen Job, ich habe keine Arbeit, ich habe keine Papiere um zu bleiben.
Die Person, die mich bei sich im Haus unterbringt, hat mir nur drei Tage zum Bleiben gegeben und dann hilft er mir, wieder einen von seinen Freunden anzubetteln, mich für einige Tage, 4 oder eine Woche unterzubringen, wissen Sie.
Ich kann nicht weiter Leute anbetteln, um dort zu schlafen. Ich habe nichts zu Essen, die ernähren mich, wissen Sie. Ich möchte nicht wieder gefangen werden oder mich auf irgendeinen Blödsinn einlassen, deshalb ist es besser, ich gehe weg. Ich bekomme keine finanzielle Hilfe oder keine Bezahlung oder keine Bedrohung von Ihrer Seite, dass ich das aussagen muss, nein.
Danke.

Ende des Interviews


Weitere Materialien zur Operation Spring:


1000 Jahre Haft
Operation Spring und institutioneller Rassismus
Resümee einer antirassistischen Gruppe
GEMMI
Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen
ISBN 3-200-00374-X
Herausgeberin & Verlag: Verein für antirassistische Öffentlichkeitsarbeit Wien 2005
Stiftgasse 8, A-1070 Wien
Euro 10,-
Erhältlich im Amerlinghaus Stiftgasse 8, A-1070 Wien oder bestellen!!!

Das Buch entstand als Reflexion einer politischen Gruppe in Wien, die sich 1999 organisiert hatte, um dem wachsenden institutionellen Rassismus entgegenzutreten: Die Gesellschaft für Menschenrechte von Marginalisierten und MigrantInnen, kurz GEMMI.
Ende der 90er Jahre etablierte sich im europäischen Kontext ein neues Feindbild in Österreich: Der afrikanische Drogendealer, der sich international mit anderen Kartellen vernetzt und unsere unschuldigen weißen Kinder vergiftet. AfrikanerInnen waren verstärkt Kontrollen und Übergriffen ausgesetzt. Ahmed F. aus dem Sudan war bei einer dieser Kontrollen getötet worden. Eine große Demonstration gegen die rassistische Polizeigewalt verhinderte nicht, dass es weitere Tote gab.
Am 1. Mai 1999 starb der Nigerianer Marcus Omofuma an Bord eines Passagierflugzeugs während seiner Abschiebung. Die Forderung nach dem Rücktritt des Innenministers wurde lauter – und es war Wahlkampf. Das Gewaltmonopol reagierte gewohnt offensiv:
Ende Mai 1999 stürmten Sondereinheiten der Wiener Polizei Flüchtlingsheime und Privatwohnungen und verhafteten mehr als hundert Menschen, in der Mehrzahl Flüchtlinge aus afrikanischen Ländern: die sogenannte 'Operation Spring'. Die Medien verbreiteten das Konstrukt der nigerianischen Drogenmafia und ließen den Tod von Marcus als kriminalitätsbekämpfende Maßnahme erscheinen. Solidarität und Proteste hörten auf, prominente UnterstützerInnen begannen sich zu distanzieren.
Die GEMMI gründete sich im Schatten dieser Ereignisse. Das Buch erzählt über die antirassistische Arbeit und über Erfahrungen, die wir dabei sammeln konnten, und geht auch Fragen nach dem Zusammenhang von Drogen und Kapital nach.