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Quellenangabe:
ZARA-Stellungnahme zur Türpolitik des Flex (vom 02.04.2006),
URL: http://no-racism.net/article/1621/, besucht am 02.07.2020

[02. Apr 2006]

ZARA-Stellungnahme zur Türpolitik des Flex

Die ZARA Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus arbeitet für und mit Mandat von rassistischer Diskriminierung betroffener Personen. In Bezug auf das Lokal Flex und die Vorwürfe der rassistischen Türpolitik halten wir fest, dass aktuell vier Meldungen über konkrete Vorfälle bei ZARA vorliegen.

Diese Meldungen von Betroffenen und ZeugInnen werden von Seiten der ZARA-Beratungsstelle ernst genommen und bearbeitet. Unseren Informationen zufolge wurde Personen aufgrund ihrer Hautfarbe der Zutritt in das Lokal verweigert. Ebenfalls liegt ZARA eine Zeugenaussage vor, die besagt, dass die Türsteher des Flex einem Gast den Eintritt mit der Begründung, dass "der Chef keine Afrikaner im Lokal haben will" verweigerten. Alleine das rassistische Moment dieser Aussage reicht für ZARA aus, aktiv zu werden. Die diesbezüglichen Medienberichte und Beiträge in diversen Diskussionsforen im Internet werden von ZARA zur Kenntnis genommen, für die Bearbeitung der Fälle werden aber nur durch die Betroffenen und ZeugInnen dargelegten Fakten und Aussagen als Grundlage herangezogen.

Auf eben dieser Grundlage hat ZARA in Form eines Beschwerdebriefes bei den BetreiberInnen des Flex interveniert und von diesen auch eine Stellungnahme erhalten. Die Stellungnahme der Flex-BetreiberInnen weist den Vorwurf der rassistischen Türpolitik zurück und argumentiert, dass nur dem Lokal bekannte Drogendealer nicht in das Lokal gelassen würden. Für ZARA ist diese Stellungnahme aufgrund der gemeldeten Vorfälle nicht ausreichend, um alle Vorwürfe zu entkräften. ZARA ist weiterhin um einen konstruktiven Dialog mit den BetreiberInnen des Flex bemüht und wird eine Zusammenarbeit mit dem Verein "Gast und Wirt" vorschlagen. Diese Initiative berät LokalbesitzerInnen bei der Umsetzung diskriminierungsfreier Hausordnungen und Türstehpolitiken.

ZARA hält fest, dass ein Lokal das Recht und die Pflicht hat, gegen Drogenkriminalität im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten vorzugehen, um das Lokal und vor allem seine Gäste zu schützen. Diese Maßnahmen dürfen sich aber nicht an der Hautfarbe oder Nationalität orientieren, sondern müssen objektiv nachvollziehbar sein. Dies kann nicht passieren indem bestimmte ethnische Gruppen oder Menschen schwarzer Hautfarbe a priori kriminalisiert und diskriminiert werden. ZARA wirft dem Flex nicht pauschal vor rassistisch zu sein, sondern legt offen, dass bei ZARA gemeldeten Vorfälle darauf hin deuten, dass die Türpolitik des Flex zumindest in den dokumentierten Fällen rassistisch diskriminierend war.

Diese Stellungnahme wurde von :: ZARA verfasst und hier von no-racism.net zur Dokumentation veröffentlicht.