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Quellenangabe:
Rassismus im Tanzpalast Baden (vom 20.12.2002),
URL: http://no-racism.net/article/1637/, besucht am 02.07.2020

[20. Dec 2002]

Rassismus im Tanzpalast Baden

Dem Tanzpalast in Baden wird schon seit längerer Zeit eine rassistische Türpolitik vorgeworfen. Ein Opfer, dass mit den Worten "Ausländer haben hier nichts verloren" abgewiesen wurde, schaffte es nun diesen Vorfall an die mediale Öffentlichkeit zu bringen.

"Es gibt von der Geschäftsleitung des Tanzpalastes Baden keinerlei Order, Personen nach ihrer Herkunft, Religion und ihrer Hautfarbe auszusortieren" heißt es in einer Stellungnahme des Tanzpalastes zu den vor rund zwei Wochen erstmals erhobenen Rassismusvorwürfen. Etwas anders erlebt hat das Amin Motie - er ist österreichischer Staatsbürger, war aber aufgrund seiner Hautfarbe schon des Öfteren Opfer von Diskriminierung.

Sein Erlebnis vor dem Eingang des Tanzpalasts schildert er gegenüber der Badener Zeitung folgendermaßen: "Vom 18.11.2002 bis 22.11.2002 war ich in Bad Vöslau beruflich unterwegs. (...) Ich machte mich auf den Weg in den Tanzpalast, alleine, fortgehbereit, normal angezogen." Ein Türsteher sei ihm dort dann folgendermaßen begegnet: "Du nicht!" - und nachdem er nach einer Begründung für seine Abweisung fragte - "Ausländer haben hier nichts verloren".

Für Politik und Polizei findet Amin Motie sehr deutliche und emotionale Worte: "Jetzt verdammt kümmert euch darum. Dafür wählen wir euch doch. Und dafür zahlen wir steuern. Ich bemühe mich schon seit über einem Jahr, dass sich da mal was tut."

Helga Krismer von den Badener Grünen Unterstützt Amin Motie: "Es ist bedauerlich, dass sich die Betreiber bzw. Pächter des Tanzpalastes öffentlich weder entschuldigt haben, noch ein deutliches Zeichen setzten, dass sie gegen diese Art der offenen Diskriminierung Aktionen einleiten, z.B. mit einer Anti-Diskriminerungsparty. Ich verlange von einem Pächter eines Jugendlokals in unserer Stadt deutliche Aussagen und richtiges Handeln."

Quelle: Badener Zeitung