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Quellenangabe:
'Anarchistische Splittergruppe' kritisiert Sozialistische Jugend (vom 12.01.2007),
URL: http://no-racism.net/article/1953/, besucht am 03.07.2020

[12. Jan 2007]

'Anarchistische Splittergruppe' kritisiert Sozialistische Jugend

Wir dokumentieren eine Reaktion der aus Funk und Fernsehen bekannten "Anarchistischen Splittergruppe" auf die öffentliche Distanzierung der SJ-Führung von Teilen der gestrigen Demonstration gegen die Angelobung von SPÖVP.

Der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend (SJ), Torsten Engelage, distanzierte sich am Donnerstag via Austria Presseagentur von angeblichen "Ausschreitungen" von Seiten der DemonstrantInnen, die es während der Angelobung der neuen Regierung gegeben haben soll. Die Prügeleinsätze der Polizei erwähnte er hingegen getreu dem dieser Tage oft zitierten Motto "Wer hat uns verraten? - Sozialdemokraten" mit keinem Wort.

Seitens der Exekutive hieß es unterdessen, dass es sich bei dem "gewaltbereiten Teil" um eine "anarchistische Splittergruppe" handeln würde. Selbige meldete sich nun überraschend mit einer Presseaussendung zu Wort.

Aussendung der Anarchistischen Splittergruppe:


Anarchistische Splittergruppe kritisiert sozialdemokratische Vorfeldorganisationen für mangelnde Gewaltbereitschaft - SJ warnt vor drohender Gewaltspirale

Die Sprecherin des Zentralkomisariats für militärische Einsatzplanung der Anarchistischen Splittergruppe kritisiert aufs Schärfste das reformistische und gewaltfreie Vorgehen von SJ, Junger Generation und SP-Polizeigewerkschaft:

"Dreissig, vierzig beherzte SozialdemokratInnen hätten genügt, und die Kieberei hätte schön aus der Wäsche geschaut - und das Kabinett erst", so M.A. Goldman. Auch der erste Sekretär des strategischen Planungssekretariats II der Anarchistischen Splittergruppe, Bernd Anton Kunin, kritisiert das Vorgehen der "Rosaroten" (O-Ton): "Nicht einmal aus der Partei werden´s austreten, wahrscheinlich 'um sie von innen zu verändern'. Haha, dass ich nicht lache. Mit so einem Haufen pazifistischer DampfablasserInnen ist Hopfen, Malz und Herrschaftslosigkeit für immer verloren."

Die Pressestelle der Anarchistischen Splittergruppe, Sektion "Innere Stadt" kündigte für die heutige Nacht weitere Gewalttätigkeiten und Ausschreitungen an. Angeblich soll sogar an einem Tretgitter der Polizei herumgerissen werden. "Mit Pfeiferlpfeifen und Fahnenschwingen fegen wir die Regierung nie hinweg, wie der SJ-Vorsitzende es gerne hätte ...", hieß es.

Die Sozialistiche Jugend mahnt zur staatsbürgerlichen Besonnenheit: "Demokratischer, friedlicher und anständiger Protest ist wichtig für eine Demokratie und gut, unkontrollierbare Selbstverwirklicher und Abenteurer können sowohl wir als auch unser Ordnerdienst jedoch nicht dulden", ließ die Führungsetage der SJ verlauten. Am Vormittag war es im Zuge einer Protestkundgebung gegen die angelobung der Regierung zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen der Anarchistischen Splittergruppe und der Österreichischen Bundespolizei gekommen. Die Wiener Polizei setzt auf verstärkte Präsenz in den Abendstunden, um Ausschreitungen zu verhindern.

Anarchistische Splittergruppe