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Quellenangabe:
31. Jahrestag der Verhaftung Leonard Peltiers (vom 07.02.2007),
URL: http://no-racism.net/article/1984/, besucht am 23.10.2019

[07. Feb 2007]

31. Jahrestag der Verhaftung Leonard Peltiers

Vor 31 Jahren, am 06. Februar 1976, wurde Leonard Peltier in Kanada verhaftet und befindet sich seither im Gefängnis. Nachdem durch einen erzwungenen Meineid seine Auslieferung in die USA erreicht wurde, verurteilte ein Gericht ihn wegen angeblichen Mordes an zwei FBI-Agenten zu zweimal lebenslanger Haft.

Leonard Peltier war damals Mitglied des "American Indian Movement", einer Bewegung die sich in dem aufkeimenden Bewußtsein für BürgerInnenrechte für die Rechte und kulturelle Identität der amerikanischen Indigen@s einsetzte. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des AIM befand Peltier sich auf der von Terror und Gewalt gezeichneten "Pine Ridge" Reservation. Mehr als 60 BewohnerInnen waren in den letzten Jahren dort gewaltsam zu Tode gekommen. Da die Behörden sich weder um die Aufklärung der Verbrechen noch um den Schutz der EinwohnerInnen kümmerte, baten diese das AIM um Unterstützung.

Am 26. Juni 1975 fuhr ein Zivilwagen mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände, auf dem die AIM Leute ihr Lager aufgeschlagen hatten. Zwei Männer, ebenfalls in Zivil, verließen den Wagen, und Schüsse fielen. Später stellte sich heraus, dass es sich bei ihnen um FBI Agenten handelte. Peltier und seine Freunde hielten das für einen der gewaltsamen Angriffe, wegen derer sie zum Reservat gerufen worden waren. In der Absicht, sich und die BewohnerInnen zu verteidigen, feuerten Sie mit ihren eigenen Schusswaffen zurück. Innerhalb kürzester Zeit wimmelte es in der Gegend von FBI Agenten, Stammespolizei und U.S. Marshalls. Die Gruppe der AIM AktivistInnen, überrascht von dem plötzlichen, übermächtigen Aufgebot, zog sich zurück und flüchtete. Später fand man die Leichen der beiden FBI Agenten, deren plötzliches Auftauchen den Zwischenfall ausglöst hatte. Sie waren aus kurzer Distanz erschossen worden. Daraufhin wurden drei Männer - Peltier, Robideau und Butler - des Mordes beschuldigt.

Peltier, einen unfairen Prozess befürchtend, floh nach Kanada. Seine Freunde wurden später von den Mordvorwürfen freigesprochen da man ihnen bei der Verhandlung das Recht auf Selbstverteidigung zugestand. Die Verantwortlichen beim FBI waren darüber entsetzt da irgend jemand für den Tod ihrer Kollegen bezahlen sollte. Sie setzten eine psychisch labile junge Frau unter Druck damit sie Leonard Peltier belastete. Mit dieser erzwungenen Falschaussage gelang seine Auslieferung aus Kanada. Als nächstes wurde der Verhandlungsort von Cedar Rapids, Iowa, wo Peltiers Freunde freigespochen worden waren, in den bekanntermaßen indianerInnenfeindlichen Ort Fargo, North Dakota, verlegt. Verhandelt wurde vor einer rein weißen Jury. Der Richter ließ das Argument der Selbstverteidigung nicht zu. Die Hauptbelastungszeugin wollte ihren Meineid zurücknehmen, durfte ihre Aussage jedoch nur unter Ausschluss der Jury machen. Leonard Peltier wurde schließlich wegen Mordes zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt. Mehrere amerikanische Gerichte rügten in den letzten Jahren deutlich die Anwendung von Meineiden, gefälschter Indizien und dem Zurückhalten entlastender Beweise zur Erlangung einer Verurteilung.

Trotzdem ist Leonard Peltier noch immer in Haft. Wir hoffen weiter, das eines Tages doch die Gerechtigkeit siegt, er in die verdiente Freiheit entlassen wird und zu seiner Familie und Freunden zurückkehren kann.


Schreibt Leonard Peltier Briefe ins Gefängnis


Briefe und Postkarten sind für Leonard ein Fenster zur Welt. Sie zeigen ihm aber auch dem Justizsystem, dass Peltier nicht vergessen wird! Seine Adresse im Gefängnis und die seiner UnterstützerInnen - mitsamt jeder Menge weiterer Infos - findet ihr u.a. auf den Websites von:

:: Leonard Peltier Defense Committee (en)
:: The Case of Leonard Peltier (en)
:: Leonard Peltier Support Group Rhein Main (de)

Dieser Beitrag der Flat-Earth-Society erschien zuerst am 06. Feb 2007 auf :: de.indymedia.org, er wurde hier leicht bearbeitet übernommen.