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Quellenangabe:
Enteignung legal - Die Schliessung des Alternativkulturzentrums MOVIMENTO (vom 11.02.2007),
URL: http://no-racism.net/article/1988/, besucht am 18.10.2019

[11. Feb 2007]

Enteignung legal - Die Schliessung des Alternativkulturzentrums MOVIMENTO

Am 31.1.2007 wurde das Movimento ohne Vorankündigung gerichtlich geräumt. Am Dienstag den 13.2. findet ab 14 Uhr eine Kundgebung statt, um gegen die Räumung zu protestieren.

Die Hauptzielsetzungen des MOVIMENTO war es, der gesellschaftlichen Entwicklung hin zur entsolidarisierten Gesellschaft entgegenzuwirken. Deshalb wurde das Kellerlokal in der Grillgasse 51 mit November 2005 angemietet und als Kultur- und Kommunikationszentrum eröffnet. Ohne Konsumzwang, so dass auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln auf ihre Kosten kommen. In einer Erklärung des MOVIMENTO heißt es: "Wir wollen nicht, dass sich alternative Kultur in dem Rahmen bewegt, der von wirtschaftlichen Zwängen vorgegeben wird: kommerziell; um Kultur verwertbar zu machen; politisch angepasst; um gesellschaftliche Widersprüche gar nicht erst zur Sprache zu bringen."

Wie die bisher stetig ansteigende Nutzung des Lokals zeigte, besteht durchaus Bedarf und Nachfrage an diesem Kulturangebot. KünstlerInnen aller Genres hatten bisher die Möglichkeit, in den Vereinsräumlichkeiten ihre Arbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Aber am 31.1.2007 wurde das MOVIMENTO überfallsartig gerichtlich geräumt.

Der Rechtsvertreter der Hausinhaberin erwirkte einen gerichtlichen Räumungsbescheid. "Weder wir noch die Anwaltskanzlei wurden informiert", heißt es auf der MOVIMENTO-Homepage. Angeblich wurde ein RSA Brief hinterlegt, allerdings wurde niemand von der Post verständigt.

Aus diesem Grund konnte auch kein Einspruch erhoben werden und der Bescheid erlangte Rechtskraft, was dazu führte, dass geräumt wurde und alle zu diesem Zeitpunkt im MOVIMENTO befindlichen Dinge (Tonanlage, Musikinstrumente, Flipper, Wuzler, usw.) in Verwahrung genommen wurden. Das restliche Inventar wurde kurzerhand zu Müll erklärt.

Derzeit wird um die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand gekämpft. Durch die Räumung und die Enteignung des Inventars sowie für die nun folgenden Prozesse entstehen den BetreiberInnen des MOVIMENTO enorme Kosten. Dazu kommt natürlich auch noch, dass in der Zwischenzeit keine Veranstaltungen abgehalten werden können und sie dadurch um alle möglichen Einnahmen umfallen.

Daher braucht das MOVIMENTO dringend Eure Solidarität in Form von Spenden, aktiver Mithilfe oder Solierklärungen. Geplant sind weiterhin Veranstaltungen, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen und Diskussionsabende. Am Dienstag den 13.2. gibt es ab 14 Uhr gemeinsam mit der Initiative Pankahyttn eine Kundgebung, gegen die MOVIMENTO-Räumung. Treffpunkt ist der Bundesländer Platz (Ecke Mariahilferstraße / Neubaugasse).

Kontakt: movimento (at) gmx.at
Spenden:
Bank Austria
BLZ: 12000
Konto-Nr: 50268 003 682 lautend auf Martin Lattacher