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Quellenangabe:
Grenzenloser Widerstand in Bramsche, Blankenburg und Oldenburg (vom 30.05.2007),
URL: http://no-racism.net/article/2115/, besucht am 27.02.2024

[30. May 2007]

Grenzenloser Widerstand in Bramsche, Blankenburg und Oldenburg

Von 27. bis 29. Mai machten mehrere Karawanen einen Zwischenstopp in Oldenburg. Sie besuchten die Flüchtlingslager in Bramsche/ Hesepe und Blankenburg und demonstrierten gegen die G8.


Proteste gegen das Lagersystem


Schon am 15. Mai 2007 kam die :: Gr8Chaoskaravan von ihrem Weg Richtung Norden am Abschiebelager in Bramsche- Hesepe vorbei. Laut :: de.indymedia.org nutzten rund 40ig Leute den Nachmittag zum Schlemmen, Spielen mit den Kindern und starteten nebenbei eine symbolische Aktion: "Unter dem Motto 'Zäune Überwinden- Brücken bauen' wurde der Doppelzaun ums Lager mit einem Drahtnetz passierbar gemacht. Somit konnten sich Menschen aus dem Lager und die BesucherInnen gemeinsam auf den Zaun setzen und von dort aus ihren Forderungen 'no border, no nation- stop deportation' Nachdruck verleihen! Hierbei ist auch ein wenig der Zaun kaputt gegangen... aber die Polizei ist nicht weiter eingeschritten und so konnten alle nach einiger Zeit in Ruhe wieder abziehen."

Am Sa, dem 26. Mai 2007 fand ein weiterer Aktionstag beim Lager Bramsche/Hesepe statt. An diesem beteiligte sich auch die :: Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, die seit 19. Mai unter dem Motto "Solidarität gegen Abschiebung" auf ihrem Weg zu den G8 Protesten an verschiedenen Orten halt macht.

Am So, 27. Mai 2007 kamen ca. 250 Menschen vor die Tore des :: Abschiebelagers Blankenburg um gemeinsam zu protestieren, sich untereinander auszutauschen und zu feiern. Am Programm standen u.a. Fußball, Kuchen und Kaffee, Spiele für Kinder, Schach, Infos über den Flüchtlingsstreik 2006, Workshops und Diskussionen zu Strategien von Widerstand, juristische Beratung, eine Fotoausstellung, Theater der Unterdrückten, Aktionstraining, Essen und ein Konzert.


Grenzenloser Widerstand in Oldenburg


"Am 28. Mai 2007 werden verschiedene Flüchtlingsselbstorganisationen, die 'Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen', die 'Europäischen Märsche gegen Erwerbslosigkeit, prekäre Beschäftigung und soziale Ausgrenzung' und verschiedene andere antirassistische, feministische, autonome, Erwerbslosen- und gewerkschaftliche Gruppen nach Oldenburg kommen, um hier gemeinsam auf die Straße zu gehen." So lautete die Ankündigung der Proteste auf :: alhambra.de/karawanen.

Schon am Vormittag waren Aktionen der Karawanen vor dem Lager Blankenburg und eine Fahrrad-Demo vom Lager nach Oldenburg geplant. Laut einem Bericht auf :: de.indymedia.org demonstrieren dort 500 Menschen "gegen die ungerechte Weltwirtschaftsordnung, die Migrationspolitik, den Abbau der sozialen Rechte in Europa und für eine breite Mobilisierung zum G8 Gipfel nach Heiligendamm." Neben den oben erwähnten Karawanen nahmen regionale und überregionale Gruppen sowie Einzelpersonen teil.

"Eine der Perspektiven des gemeinsamen Widerstands gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm ist die Vernetzung und Zusammenführung von unterschiedlichen regionalen politischen und sozialen Kämpfen zu einer gemeinsamen globalisierungskritischen Bewegung. Die Proteste gegen den G8 sind ein Kristallisationspunkt für den Widerstand unterschiedlicher politischer Gruppen und Bewegungen. Doch trotz dieser Vielheit ist die Kritik an der neoliberalen Globalisierung von allen getragen, es zeigt sich ein neuer Internationalismus, der unterschiedliche soziale Kämpfe vernetzt und zusammenführt," lautet die Einschätzung im Bericht auf de.indymedia.org.

Auf der Demo wurden Reden "zur Entwürdigung und Ausgrenzung von Arbeitslosen, zur Bekämpfung von Obdachlosen in Japan, gegen die rassistische Migrationspolitik und das Lagersystem in Deutschland und der EU und für eine breite Mobilisierung gegen neoliberale Politik des G8 Gipfels in Heiligendamm Anfang Juni."

Ein Ziel der Demo war laut :: alhambra.de/karawanen die Vernetzung: "Denn die herrschenden Verhältnisse können ins Wanken geraten, wenn wir den Mut haben, die Separierung unterdrückter Gruppen aufzulösen und bewegungsübergreifende Kämpfe zu organisieren. Unser Ziel ist also Vernetzung für einen gemeinsamen Widerstand."

Für den Abend war ein Austausch zwischen AktivistInnen von den Europäischen Märschen, Karawane etc. zum Thema Umsturz der sozialen Verhältnisse - Erfahrungen / Gemeinsamkeiten verschiedener Kämpfe im :: alhambra geplant.


Migration, Arbeit und sozialer Ausschluss


Am Dienstag, dem 29. Mai 2007 stand eine Pressekonferenz der der europäischen Märsche und der Flüchtlingsselbstorganisationen zum Thema Migration, Arbeit und sozialer Ausschluss am Programm.

Quellen: :: alhambra.de/karawanen :: alhambra.de/nolager :: de.indymedia.org (1) :: de.indymedia.org (2)