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Quellenangabe:
Humanitäre Situation in Oujda - Dringender Aufruf (vom 29.10.2007),
URL: http://no-racism.net/article/2322/, besucht am 18.10.2019

[29. Oct 2007]

Humanitäre Situation in Oujda - Dringender Aufruf

Der Vorstand der ABCDS, Assoziation Beni Znassen für Kultur, Entwicklung und Solidarität, der sich am Sonntag, den 28.Oktober 2007 getroffen hat, stellt fest, dass die Abschiebungen von subsaharischen MigrantInnen in Richtung der algerischen Grenze nahe bei Oujda sich seit dem 23. Dezember 2006 in unbestimmter Zahl wiederholen.

Die letztgenannte Aktion ist nur eine Episode einer langen Serie von Massenabschiebungen von MigrantInnen. Weitere Razzien folgten, und die letzte fand in der Nacht vom 25. auf den 26.Oktober in Rabat statt, gleichzeitig mit einem Übergriff auf den Campus der Universität von Oujda. Die beiden letzten Razzien kamen zwei Monate nach der großen gewaltsamen Polizeiaktion vom 27. Juli 2007, der zum Ziel hatte, die subsaharischen Flüchtlinge vom Campus von Oujda zu räumen, und bei der mehr als 450 MigrantInnen festgenommen wurden, darunter mehrere Verletzte. Und sie fanden zwei Tage nach dem Ende des ersten offiziellen Staatsbesuchs von Nicolas Sarkozy in Marokko statt.

Gehetzt, verfolgt, festgenommen und mit Gewalt an die Grenzen transportiert, sind die MigrantInnen physisch, psychologisch und moralisch müde und können die schwere Last dieses Krieges, der gegen sie geführt wird, nicht mehr ertragen. Ihre Zahl hört nicht auf, anzusteigen, und sie leben unter extremen Witterungsbedingungen, verstreut über verschiedene Orte in der ganzen Stadt, insbesondere im Grenzgebiet, wo die hygienischen Bedingungen erbärmlich sind, und in der Nähe mehrerer Dörfer, nicht weit von Oujda.

Um weitermachen zu können mit ihren humanitären Unterstützungsaktionen gegenüber den MigrantInnen, ruft die ABCDS alle marokkanischen, europäischen, amerikanischen und internationalen Organisationen, alle Frauen und Männer guten Willens auf zu einer Mobilisierung, um die dringende Hilfe sicher zu stellen, die diese Menschen brauchen. Sie sind Opfer des Kriegs gegen die MigrantInnen, den ihnen Europa erklärt hat und an dem Marokko teilnimmt. Welches auch immer die Verantwortlichkeiten sein mögen und welche politische Analyse dieser Situation man machen kann, es ist nicht vorstellbar, Menschen in einer solchen Situation sich selbst zu überlassen. Man muss ihnen zumindest Notversorgung, Lebensmittel und Kleidung zukommen lassen, die sie dringend benötigen.

Kontaktperson: Hicham BARAKA, Präsident der ABCDS
Tel.: 00212 - 67 71 65 24 / 00212 - 36 68 67 50
e-mail: hicham.baraka (at) gmail.com / abcds.asso (at) gmail.com