no-racism.net Druckversion

Quellenangabe:
Katzenmusik statt Jammerbarden! (vom 24.01.2008),
URL: http://no-racism.net/article/2426/, besucht am 18.10.2019

[24. Jan 2008]

Katzenmusik statt Jammerbarden!

Samstag, 26. Jänner 2008: Demonstration gegen den "nationalen Liederabend" der Burschenschaft Olympia.
Treffpunkt: 19 Uhr (pünktlich!!!)
U6-Station Gumpendorferstrasse (1060 Wien)

Aufruf der :: Rosa Antifa Wien


Katzenmusik statt Jammerbarden!

Für den 26. Jänner 2008 lädt die deutsch-nationale Burschenschaft Olympia - zu deren "Alten Herren" unter anderem FPÖ Politiker wie Martin Graf zählen - zum "nationalen Liederabend" mit dem NPD-Barden Jörg Hähnel.

Sogar innerhalb des rechtsextremen Dachverbandes "Deutsche Burschenschaften" gilt die Wiener Burschenschaft Olympia noch als Rechts-Außen. Im Dezember 1961 wurde sie vor dem Hintergrund neonazistischer Aktivitäten vom Innenministerium aufgelöst, wurde aber 1973 als Akademische Tafelrunde Olympia wieder gegründet. Die Olympia war in den 60er-Jahren unter anderem über den - von den Olympen heute noch ganz offen als "hervorragend" verehrten - Norbert Burger maßgeblich in den Südtirol-Terror verwickelt. Deutschnationale Burschenschafter waren auch sonst immer vorne dabei, wenn es zu gewalttätigen Ausschreitungen, vor allem auf den Universitäten kam. Am 31. März 1965 wurde der Antifaschist Ernst Kirchweger vom Olympen Ernst Kümel im Zuge der Proteste gegen den Naziprofessor Borodajkewycz erschlagen. In den 70er Jahren waren Burschenschafter an den Ausschreitungen der Aktion Neue Rechte (ANR) - diese wurde später verboten - beteiligt.

Schon des öfteren war die Bude der Burschenschaft Olympia Ort für einschlägig rechtsextreme Veranstaltungen: So gab es im Mai 1998 ein Seminar zu Julius Evola, der die SS als eine biologische und heldische Elite pries. Als Referent trat Martin Schwarz auf, der sich als Autor in diversen rechtsextremen Publikationen wie z.B. in der vom deutschen Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften Zeitschrift "Nation und Europa" betätigte. Auch Holocaust-Leugner David Irving - er bestritt wiederholt die Existenz von Gaskammern im deutschen Vernichtungslager Auschwitz - sollte einen Vortrag in der Bude der Olympen halten. Zu diesem Vortrag kam es nicht, Irving wurde auf dem Weg dorthin verhaftet.

Aber was ein echter Olympe ist, lauscht nicht nur revisionistischen Vorträgen, oder haut sich die Säbel ins Gesicht, auch für das deutsche Ohr (soweit unversehrt) wird gesorgt - so finden sich immer wieder bekannte Neonazi-Barden in der Bude zu bierseligen "Nationalen Liederabend" ein. Zu den auftretenden "Barden" zählten unter anderem Frank Rennicke, der bis zum Verbot (1994) Mitglied der Wiking-Jugend war, oder Michael Müller, der bei JN und NPD Veranstaltungen in Abwandlung eines Liedes von Udo Jürgens ein Lied mit folgenden Strophen vorgetragen hat: "Mit 6 Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an, bis 6 Millionen Juden, da ist der Ofen an.(...), (...) wir haben reichlich Zyklon B.(...), (...) bei 6 Millionen Juden, ist noch lange nicht Schluss."

Raunzen für das Reich

Die Olympia lässt sich nicht lumpen und lädt natürlich nur ein was Rang und Namen hat - auch Jörg Hähnel ist kein unbeschriebenes Blatt. Seit 2000 sitzt er im Bundesvorstand der NPD - für das "Amt Medien" zuständig - außerdem ist er für die Heimattreue Deutsche Jugend (HDJ) und die "Vereinten Nationalisten Nordost" (VNNO) aktiv. Nebenbei ist er eben noch im "Balladengeschäft" tätig. Im Begleittext zu seiner aktuellsten "Lichtscheibe" ist zu lesen: "16 emotionale und kämpferische Lieder laden zu einer Reise in ein Deutschland ein, das neu erwachsen will." Gejammert wird also auf 16 endlosen Liedern über Heimat, Volk, Kameraden und den üblichen Neo-Nazi Müll. Im Lied "Zum Sturm" heißt es: "(...) Bald wird das Alte niedergehn und unser Werk, das Reich, erstehn. Bald hebt es an zum Sturm! Bald hebt es an zum Sturm! Bald hebt es an zum Sturm!"

Wessen Geistes Kind die NPD und ihre Recken wie Hähnel sind, zeigt sich auch deutlich bei der "Schulhof CD" - einer Propaganda Aktion der NPD, um SchülerInnen an die Partei heranzuführen. Auf den Samplern sind Bands und deren Lieder vom "Who Is Who" der rechtsextremen Szene - wie Faustrecht, Noie Werte und Schlachthaus - vertreten. Als reiche die Eindeutigkeit der Texte noch nicht aus - so sind die einzelnen Lieder von der Version des Jahres 2006 mit einer eindeutigen ID3-Information versehen: "Erstellt von Reltih Floda" - also Adolf Hitler rückwärts gelesen. Solche Verschlüsselungen werden von Neonazis gerne benutzt - ähnliche wie die Chiffren 18 für Adolf Hitler oder 88 für "Heil Hitler".

Hähnel tritt bis heute auf diversen rechten Veranstaltungen auf. Das Spektrum der Auftritte reicht von Bundesparteitagen der JN / NPD wie dem "Deutsche Stimme Pressefest", Gedenkkonzerten für SS- Männer bis hin zu verschiedenen Aufmärschen bspw. die 1. Mai Aufmärsche der Berliner NPD 2002/03. Hähnel stellt durch seine Tätigkeiten ein Bindeglied der NPD zu den "freien Kameradschaften" dar. Im Jahr 2003 beteiligte er sich an Angriffen auf linke Jugendclubs im Nordosten Berlins, an denen auch Neonazis aus zwei - inzwischen verbotenen - Kameradschaften mitwirkten. Während das Europa-Wahlkampfes 2005 griff Hähnel mit einer Eisenstange zwei Antifaschisten an.

Zerschlagt alle Männerbünde!

So antiquiert die Uniförmchen von Burschaftern anmuten - so ist es auch ihr Frauenbild: Ginge es nach ihnen, so würden Frauen nur als schmückendes Beiwerk bei festlichen Anlässen, als Hausfrau und Mutter ihr Dasein fristen. Das Treiben der Olympia und anderer deutsch-nationaler Burschenschaften ist nicht unbekannt. Trotzdem - oder gerade deswegen - machen Burschenschafter Karriere. Der Männerbund funktioniert - und so sitzen sie im Parlament, in der Uni, referieren im ORF, oder halten Gericht - es stehen ihnen viele Schlüsselpositionen zur Verfügung und damit viel Raum für ihre "Ansichten". Neben dem Ausblenden der Verstrickungen von Burschenschaftern in die NS-Herrschaft ist in burschenschaftlichen Kreisen auch die Leugnung oder Verharmlosung der NS-Verbrechen und der deutschen Kriegsschuld verbreitet. Bis heute sehen sich Burschenschafter als "Besiegte" und den 8. Mai 1945 als "totale Niederlage".

Immer wieder zeigen sich die Behörden - vor allem wenn es sich um Burschenschafter handelt - auf dem rechten Auge und Ohr blind und taub. Wir schauen nicht weg - wir hören hin - und werden nicht zu überhören sein!

Keine Strophe für Nazibarden!


Demonstration gegen den "nationalen Liederabend" in der Burschenschaft Olympia!
Also raus auf die Straße!


Nehmt Lärminstrumente jeglicher Art mit! Jeder Topf, der scheppert, jede Pfeife, die trillert, jede Tröte und Trommel - kurz alles was Krach macht - ist willkommen! Spielen wir den deutschnationalen, sexistischen, homophoben und antisemitischen Burschenschaftern ein Ständchen, bis ihnen die Ohren klingeln!

Samstag 26. Jänner 2008
Treffpunkt: 19 Uhr (pünktlich!!!)
U6-Station Gumpendorferstrasse (1060 Wien)


um entsprechende Kätzchenkleidung wird gebeten - antifa kitten brigade