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Quellenangabe:
Gegen den G8, ohne Grenzen! (vom 10.07.2009),
URL: http://no-racism.net/article/3005/, besucht am 23.06.2024

[10. Jul 2009]

Gegen den G8, ohne Grenzen!

Ancona, 9. Juli 2009: Schiff der Rückführungen blockiert, 2000 Leute starke Demonstration zog in die Rote Zone am Hafen.

Kurz vor der Demonstration blockieren Aktivist_innen die Operationen eines der Schiffe auf dem Weg nach Patras.

9.7.2009, 18:00 Uhr - In diesem Moment blockieren Dutzende von Aktivisten im Rahmen des von den Bewegungen der Marken einberufenen Aktionstages "Senza frontiere" (1) die Operationen eines Schiffes der Superfast-Linie im Hafen von Ancona. Der Hafen ist schon seit heute früh durch Polizei umstellt. Die Blockadeaktion ist aber trotz der Abriegelung voll gelungen (2).

Das Schiff gehört zu denen, die aus Patras kommende Migrant_innen nutzen, wo sich ein Camp befindet, das tausende Flüchtlinge aufnimmt, die auf der Flucht aus den Kriegsschauplätzen im Mittleren Osten und in Asien sind und häufig beim Versuch, den Kontrollen und der Militarisierung der Häfen zu entgehen, den Tod finden. Wird einer von ihnen entdeckt, dann wird er wieder auf ein Schiff gesetzt und ohne die Abwicklung jedweder Feststellungsprozedur bezüglich des Asylrechts, wieder zurück geschickt.

In Kürze, um 19:00, wird ab der Piazza Roma die Demonstration über die diritti di cittadinanza (3) in Solidarität mit Migrant_innen starten, der Leitparole, bei deren Rufe sie beschlossen haben, durch den gestreuten G8 von Vicenza bis zum römischen No G8 zu ziehen. Die Demonstration wird vor dem Sitz der Grenzpolizei im Hafen von Ancona enden.

Es beteiligen sich die Netzwerke der Emilia Romagna, Umbriens, und die Studenten der Welle der Marken, die auch die Freiheit der 21 am Montag im Rahmen der Operation rewind Verhafteten fordern.

Update 18:40 Uhr - Im Hafen von Ancona ist gegenüber vom Schiff, das von den Aktivisten der comunitá resistenti (4) der Marche, Ya Basta Marche und der Ambasciata dei Diritti (5) blockiert wurde, die Pressekonferenz im Gange.

In Gedenken an ihm, erinnerte man an Amir, dem jungen Mann, der hier in diesem Hafen, der mittlerweile zu einer Bastion der Festung Europa geworden ist, beim Versuch, den Kontrollen zu entgehen, gestorben ist.

Die Bewegungen bekräftigen die Forderung nach Öffnung des Territoriums (6), das den Migranten und denen, die vor schrecklichen Situationen wie die Konflikte, die der globale Dauerkrieg in der ganzen Welt erzeugt fliehen gegenüber gastfreundlich und solidarisch steht.

Update 19:00 Uhr - Die Demonstration beginnt, sich entlang der Hauptader Anconas zu bewegen, nachdem die Blockadeaktion der Aktivist_innen auf dem Hafengelände über eine Stunde angedauert hat. Die Demonstration will in den Hafen rein und über die Zäune hinweg, um zu bekräftigen, dass heute der Tag ohne Grenzen ist.

Update 19:50 Uhr - Die größte Straße Anconas ist von über 1000 Menschen besetzt, die zusammen sind, um ein Mal mehr zu bekräftigen, das heute der Tag ohne rote Zonen und Grenzen ist.

Update 20:00 Uhr - Während sie sich dem Hafen nähert, wird die Demonstration immer größer.

Update 20:05 Uhr - Die Demonstration wartet darauf, den Hafen zu betreten. Gleichzeitig zur Demonstration in Ancona gedenken die Bewegungen in Patras der Schrecken des Camps, das ein Lager ist und des rätselhaften Verschwindens von unzähligen Migrant_innen.

Update 20:10 Uhr - 2000 Personen warten darauf, in den Hafen zu ziehen. Entschlossen bekräftigen sie, dass es heute in Ancona keine rote Zone und keine Grenze gibt.

Update 20:30 Uhr - Die 2000 Leute große Demonstration zieht jenseits der roten Zone in den Hafen. Heute haben wir in Ancona alle Grenzen nieder gerissen.

Update 21:00 Uhr - Nach dem sie die rote Zone im Hafen besetzt und symbolisch Lotosblüten ins Meer gelegt hat, kehrt die Demonstration zurück auf die Piazza. Sie hat in Ancona einen Tag ohne Grenzen und rote Zonen wahr gemacht.


Communiqué vom 8. Juli 2009


Auf dem Weg in einen Tag ohne Grenzen

Die diffuse NoG8 Mobilisierung gegen die Abweisungen und die Sicherheitspakete. Für die sofortige Befreiung der 21 vehafteten Aktivist_innen.

8.7.2009

Morgen, Donnertag, 9. Juli, wird die Wegstrecke des diffusen Protests gegen den G8 durch den Hafenvon Ancona führen.

Ein Tag der Mobilisierung, den die sozialen Bewegungen der Marken initiiert haben, nach dem sie im Zeichen des Protagonismus der Autonomie und der Unabhängigkeit, die von den Gemeinschaften, die "die Krise in eine Gelegenheit zur gemeinschaftlichen Entscheidungsfindung über die Transformation der Gegenwart" behaupten, schon an der Seite der Vizentinischen und Abruzzischen Gemeinschaften gestanden haben.

Die comunitá resistenti (4), die Ambsciata dei Diritti (5) und Ya basta! Marken haben zum Aufbau eines "Tages ohne Grenzen" aufgerufen, gegen die Abweisungen und die täglichen Verletzungen des Asylrechts im Hafen von Ancona, einem Hafen, der Knotenpunkt der Fährten der Hoffnung von jenen Flüchtlingen ist, die, auf der Flucht vor Hunger und Krieg das Flüchtlingscamp in Patras verlassen, um auf ein Schiff zu kommen, wo sie dann versuchen, die extremen Bedingungen einer Reise zu überleben, die für Zaher, amir und viele andere schon tragisch ausgegangen ist.

"Ein Tag, um den Hafen von Ancona von den Barrieren und Käfigen zu befreien, an und in denen sich die Wünsche von Hunderten von Menschenwesen zerschlagen"

Dem Aufruf sind die sozialen Wirklichkeiten (7) gefolgt, die "die Stimme einer bereits auf stolze Weise intterkulturelle Stadt, die nicht von der Angst und von Sicherheitsparanoias regiert werden will" überbringen will und von den Netzwerken der Bewegung der Emilia Romagna, "um auf die Regimes der Reglementierung der Mobilität der Menschen. die der G8 und seine Armeen theoretisiern und praktizieren zu reagieren. Gegen die Tode durch Grenzübertritte, die Auswüchse der Formen der Kontrolle, die Militarisierung der Meere und der Städte".

"Gegen die präventiven Verhaftungen, die eine ganze Bewegung kriminalisieren, die in Turin kollektiv beschlossen hat, gegen einen illegitimen G8 durch Übertretung der roten Zone zu protestieren", werden auch die Student_innen der Welle der Marken präsent sein.

Der 9. Juli wird ein Tag sein, der kollektiv auf die Operation von Polizei und Justiz antworten wird, durch die unter den 21 Verhafteten, die getroffen wurden, auch Marco und Anton sind, Aktivist_innen des alternativen sozialen Zentrums Oltrefrontiera aus Pesaro, einer historischen Wirklichkeit der Netzwerke der Bewegung in den Marken.

Eine Operation, die das Maß "der Einschränkung der sozialen Zugänglichkeit zu demokratischen Garantien in diesem Land" markiert. Ein untragbares Konstrukt und eine Anklagestruktur ohne Hand und Fuß, aus denen auf offensichliche Weise hervorgeht, wie die Zusammensetzung der als Verantwortliche ausgemachten Individuen ein Abziehbild der Topographie der sozialen und studentischen Wirklichkeiten darstellt, die Protagonisten der Mobilisierung waren.

Die Demonstration wird um 19:00 Uhr von der Piazza Roma aus den Hafen ansteuern, um ihre Route gegenüber der Hafenbehörde und den Büros der Grenzpolizei zum Abschluss zu bringen. Migrant_innen, Student_innen und prekäre Arbeiter_innen, Wirklichkeiten des Associazionismo (8) für die Rights of Citizenship, die Solidarität und die Kooperation, gemeinsam bei einer Demonstration, die zum öffentlichen Raum werden will, und ein konkretes Ziel umsetzen will: "der Bürgerschaft ohne Grenzen den verweigerten Raum des Hafens eröffnen, damit er wieder zum gemeinschaftlichen Gut der Stadt wird. um der Schande der Abweisungen "basta! zu sagen, um die Sicherheitsinfrastruktur des neuen Rassismus nieder zu reißen, in dem die Tore zum Orient für Freihet und Rechte geöffnet werden".


A.d.Ü.:


(1) Grenzenlos, ohne Grenzen

(2) Die Aktivist_innen und Antirassist_innen wurden nicht einfach "durchgelassen". Die Ketten der Guardia di Finanza (Zoll- und Steuerpolizei) wurden durchbrochen.

(3) In etwa: global citizenship

(4) "comunitá" = Gemeinschaft, community, "resistenti" = Widerstand leistend, im Widerstand, aber auch: zäh, schwer strapazierbar...

(5) Botschaft der Rechte

(6) "Territorio" wird gängigerweise, aber unkritisch, mit "Gebiet" oder "Land" überetzt. Weil diese Lösung die wichtige mit dem Gedanken der sozialen Selbstbestimmung in einem angestammten und sedimentierten Lebensraum verknüpfte Bedutungskomponente völlig ausblendet, wird hier bewusst der Begriff "Territorium" verwendet.

(7) Dieser Begriff hat nicht annähernd eine angemessene Entsprechung im Deutschen, deshalb wird er im wörtlichen Sinne (Wirklichkeit) übersetzt. In der deutschen Sprache kommt "Zusammenhang" der Begrifflichkeit am nächsten, ohne dabei der Bedeutung im italienischen aber vollkommen gerecht zu werden: mit "Realtá" sind soziale oder, gegebenenfalls, politische "Wirklichkeiten" gemeint, also Situationen und das, was sich aus diesen heraus bildet. Das Bild der "Wirklichkeiten" hebt deutlicher als der deutsche Begriff "Zusammenhang" den Gedanken der Teilnahme, der Gestaltung und der Mitsprache als gesellschaftlicher Körper im gesellschaftlichen Kontext hervor.

(8) Vereinigung, bzw. Zusammenschluss als soziale Praxis.

Quelle :: gipfelsoli.org, bearbeitet.