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Quellenangabe:
Flüchtlings-Hilfe mit GPS (vom 21.11.2009),
URL: http://no-racism.net/article/3167/, besucht am 16.08.2022

[21. Nov 2009]

Flüchtlings-Hilfe mit GPS

Das 'Transborder Immigrant Tool' soll demnächst potenziellen EinwanderInnen das Passieren der Grenze zwischen den USA und Mexiko erleichtern - und sich auf jedes Billighandy laden lassen.

Jedes Jahr sterben hunderte ImmigrantInnen bei dem Versuch die Grenze zu überqueren. Eine Gruppe von Hacktivisten, die sich 'Electronic Civil Disobedience' nennt, entwickelt derzeit eine Handyapplikation, die das illegale Überwinden der US-Mexikanischen Grenze erleichtern soll, indem sie die sichersten Routen anzeigt.

Die Applikation funktioniert auf jedem Billighandy und mit Hilfe eines GPS-Satelliten. Sobald der/die NutzerIn und potenzielle EinwanderIn beginnt, sich im Grenzgebiet zu bewegen, funktioniert die Applikation wie ein Kompass, der sowohl die Zielrichtung als auch den schnellsten, sichersten Weg anzeigt.

In einem Interview mit dem Vice-Magazin sagte der Erfinder des Tools, Ricardo Dominguez, er und seine Kollegen hätten eine GPS-Applikation auf einem billigen Motorola-Handy geknackt und neben der Kompassfunktion auch noch weitere hilfespendene Informationen, beispielsweise über mögliche Wasservorräte, beigefügt, die den Grenzgängern das Leben erleichtern sollen. Dominguez hofft, mit Hilfe von mexikanischen Kommunen, Kirchen und anderen Organisationen das Tool bald für den allgemeinen Gebrauch fertiggestellt zu haben. Wie die US-amerikanischen Grenzbehörden auf dieses Tool reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Artikel von Julia Niemann, erschienen in der Taz, 19.11.2009, redaktionell überarbeitet.