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Quellenangabe:
Arbeitskämpfe in Serbien - Auf der Suche nach Alternativen zur neoliberalen Weltordnung. (vom 18.02.2010),
URL: http://no-racism.net/article/3263/, besucht am 01.03.2024

[18. Feb 2010]

Arbeitskämpfe in Serbien - Auf der Suche nach Alternativen zur neoliberalen Weltordnung.

Vertreter- Innen der organisierten Arbeits- kämpfe von 2007 bis 2009 in einigen serbischen Städten berichten bei Veranstaltungen in Berlin, Hamburg, Bremen, Zürich, Bellinzona und Wien.

Seit Beginn der 1990er Jahre erleben die Menschen in Serbien zuerst durch Krieg und Embargo und anschließend durch die neoliberale und neokoloniale Privatisierungspolitik eine beispiellose Deindustrialisierung des Landes und damit die Vernichtung der Existenzgrundlage unzähliger ArbeiterInnen.

Bereits 2007, nach einer Welle von Auseinandersetzungen, endete der Kampf der Belegschaft des pharmazeutischen Betriebes 'Jugoremedija' in Zrenjanin als einer der wenigen Kämpfe erfolgreich. Nach der Besetzung des Betriebs und der Errichtung der Selbstverwaltung ging die Belegschaftsvertetung im Jahr 2009 im Zuge der weltweiten Verschärfung der Wirtschaftskrise daran, den Aufbau einer neuen, unabhängigen ArbeiterInnenbewegung mitzugestalten. Jugoremedija ist Teil des 'Koordinationskomitees für den ArbeiterInnenwiderstand in Serbien', dem derzeit noch weitere sieben zum Teil im Streik stehende Betriebe angehören.

2009 begannen eine Unzahl von ArbeiterInnenkollektiven selbstermächtigt um ihre Rechte zu kämpfen. Der Kampf der 1523 Mitglieder des 'TextilarbeiterInnenverbandes des Textilkombinats RASKA' in Novi Pazar ist dabei wohl der über die Landesgrenzen hinaus bekannteste. Nach erfolglosen (Hunger-)streiks und der Selbstverstümmelungsaktion ihres Vorsitzenden - er schnitt sich den kleinen Finger ab - heißt seither eine der Parolen von kämpfenden Kollektiven: 'Serbien mit dem kleinen Finger bewegen'.

Was bewegt die ArbeiterInnen in ehemaliges Jugoslawien zu drastischen Kampfmaßnahmen? Welche sind die Sorgen und Hoffnungen vor Ort? Was brauchen sie und womit und wie können wir im Westen zu ihrem Kampf - der auch unserer ist- einen solidarischen Beitrag leisten?

Diese und viele andere Fragen haben uns bewogen, Senada Rebronja und Zoran Bulatovic, führende VetreterInnen des 'TextilarbeiterInnenverbandes' aus Novi Pazar, und Branislav Markus, einen Vertreter der Pharmaziefabrik 'Jugoremedia' und Aktivisten des Koordinationskomitees, auf diese Veranstaltungsreise im deutschsprachigen Raum einzuladen.

Personenvorstellung


Zoran Bulatovic: Vorsitzender der 'Vereinigung der TextilarbeiterInnen von Novi Pazar, Sjenica und Tutin', 50 Jahre, war von 1985 - 1993 beim Textilkombinat RASKA beschäftigt. Schnitt sich im Zuge eines Arbeitskampfes 2009 den kleinen Finger ab.

Senada Rebronja: Stellvertretende Vorsitzende der 'Vereinigung der TextilarbeiterInnen von Novi Pazar, Sjenica und Tutin'. 46 Jahre, alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Senada arbeitete 25 Jahre bei RASKA.

Branislav Markus: 46 Jahre, Arbeiter in der pharmazeutischen Fabrik 'Jugoromedija' in Zrenjanin (Vojvodina). Aktivist im 'Koordinationskomitee für den ArbeiterInnenwiderstand in Serbien'.

Termine / Datumi:


28.02.2010 in Wien
im Restaurant Lazar, 1150, Vogelweidplatz 4, 16.00 Uhr


02.03.2010 in Berlin
im Haus der Demokratie, Greifswalderstr.4, 19.00 Uhr

03.03.2010 in Hamburg
im Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15, Hofdurchgang, 18.30 Uhr

04.03.2010 in Bremen
im Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstraße 34, 19.00 Uhr

05.03.2010 in Zürich
im Volkshaus, Grüner Saal, 19.00 Uhr

06.03.2010 in Bellinzona/Tessin
anläßlich des 2.Jahrestages des Besetzungsstreik bei Ocina

08.03.2010 in Wien
im Ega, 1060 Wien, Windmühlgasse 26, 19.00 Uhr


Kontakt und Spendenkonto


Broj racuna za dobrovoljne priloge:
DFA Konto-Nr.: 92093867
PSK BLZ 60 000
Verwendungszweck: Arbeitskämpfe in Serbien
Svrha uplate: Radnicke borbe u Srbiji

Solidarität mit den Arbeitskämpfen in eXYugo.
Stiftgasse 8, 1070 Wien
solikomitee_eXYugo (at) gmx.at