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Quellenangabe:
Für das Amerlinghaus - gegen Rassismus (vom 18.06.2010),
URL: http://no-racism.net/article/3405/, besucht am 04.07.2020

[18. Jun 2010]

Für das Amerlinghaus - gegen Rassismus

Im Mai 2000 starben fünf Menschen im Zuge der Umsetzung rassistischer Politiken in den Händen österreichischer Behörden. Im Rahmen einer Solidaritätskundgebung für das Amerlinghaus in Wien wurde an sie gedacht und Bewegungsfreiheit für alle gefordert. Überall! (:: zur Bildergalerie)

Am 28. Mai 2010 veranstaltete das offene antirassistische Treffen vor dem Burgtheater eine Solidaritätskundgebung für das Amerlinghaus. Neben der Forderung :: "Amerlinghaus bleibt!" machten wir auf den sich auf immer weitere Schichten der Gesellschaft ausbreitenden rassistischen Konsens in Österreich aufmerksam, der sich in verschiedensten Formen wie zum Beispiel einer scheinbar unaufhaltsamen Abschiebemaschinerie oder rassistischen Morden zeigt.

Unsere Solidarität auf der Kundgebung und im alltäglichen Leben galt und gilt den Mitgliedern des :: FC Sans Papiers sowie allen anderen, die permanent von Schubhaft und Abschiebungen bedroht sind.

Erinnern wollten wir an diejenigen, die von den Schergen des österreichischen Staates umgebracht wurden, weil sie die rassistische Politik nicht über sich ergehen ließen und sich zum Beispiel gegen ihre Abschiebung wehrten. Um an diese Menschen zu erinnern, klopften wir einige Tafeln mit Namen und Todesdatum in die Wiese vor dem Burgtheater (siehe :: Bildergalerie).

Diese leider recht große Anzahl an Tafeln lenkte eine starke Aufmerksamkeit auf sich und die Kundgebung und sorgte immer wieder für betretene Gesichter. Gleichzeitig verteilten wir :: Flugblätter an die Passant_innen, die an die Geschehnisse im Mai 2000 erinnerten, in dem gleich fünf Menschen mit Migrationshintergrund in den Händen der Behörden umgebracht wurden, und die über die gut geölte Abschiebemaschinerie informierten.

Sehr viele Passant_innen nahmen die Flugblätter entgegen und einige waren empört über die rassistischen Praktiken des österreichischen Staates. Erstaunlich selten waren diese dumpfen rassistischen Kommentare zu hören, die so oft antirassistische Demonstrationen begleiten oder uns im Alltag begegnen. Dies macht Mut weiter daran zu arbeiten, einer Welt ohne Abschiebungen, Grenzen, Staaten Knäste,... näherzukommen, in der Bewegungsfreiheit der in dieser Welt lebenden Menschen eine Selbstverständlichkeit ist.


Das offene antirassistische Treffen findet alle zwei Wochen in Wien statt. Die nächsten Termine sind am 23. Juni und am 7. Juli 2010 jeweils um 19:00 Uhr im :: Amerlinghaus, Stiftgasse 8, 1070 Wien.