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Quellenangabe:
noborder-action bulgarien-griechenland (vom 26.08.2005),
URL: http://no-racism.net/article/3733/, besucht am 22.10.2020

[26. Aug 2005]

noborder-action bulgarien-griechenland

Am 25. August 2005 ging ging das dreitägige Grenzcamp im bulgarischen Klutsch mit einer gemeinsamen Grenzüberquerung nach Griechenland zu Ende. Dabei kam es zu langen Verzögerungen durch die bulgarische Grenzpolizei, die zwei Autos stundenlang durchsuchte. Einen Tag später fand als Auftakt des griechischen Teils der noborder-action-days eine antirassistische Demonstration in Xanthi statt.

Unter dem Motto "lager bez granica" (Camp ohne Grenzen) kamen etwa 30 internationale und bulgarische AnarchistInnen im kleinen Dorf Klutsch nahe der Grenze von Bulgarien nach Mazedonien und Griechenland für ein paar Tage zusammen.

Es ist das erste mal, dass solch ein Camp in Bulgarien stattfand und dementsprechend wurden uns auch Steine in den Weg gelegt.
Die örtliche Polizei forderte eine Liste der TeilnehmerInnen an, da es ein Gesetz gibt, dass internationale Camps solche Listen abgeben müssen und nicht-BulgarInnen sich innerhalb von 24 Stunden bei der Behörde melden müssen. Das Campgelände war ehemals Militärgelaende und verwahrlost aber sehr praktisch für uns. Wir konnten zwei ungenutzte Gebäude besetzen, um darin zu kochen und uns zu treffen, die lokalen Leute waren froh über unsere Anwesenheit und dass wir den Ort säuberten und nutzten, die Kids spielten Fussball und die Stimmung war überaus freundlich. Leider konnte eine geplante Bergtour nicht stattfinden, die einen Ort zum Ziel hatte, von dem aus der Grenzknotenpunkt zu sehen ist.

Die Grenzpolizei sagte, wir sollen uns dafür anmelden und lange warten, da sie im Grenzgebiet sonst schießen und keine Menschen einfach dorthin dürfen. Es gab ein paar kleine Workshops aber viel fand nicht statt.

Die lokalen Menschen wollten mit uns auch Filme schauen, erzählten vom zweiten Weltkrieg und tranken Rakija mit uns.

Gestern bei der Grenzüberquerung gab es mehrere klein Zwischenfälle, nachdem zwei Autos lange durchsucht wurden und wir die griechische Seite mit Transparenten und unserer Anwesenheit stressten gab es einen derbe brutalen nicht uniformierten Cop, der einfach die Leute mit dem Transparent trat und schlug, wobei sich selbst seine Kollegen unwohl fühlten und ihn aufforderten, sich zu beruhigen.

Niemand wurde verhaftet und nach 6 Studen waren wir alle auf der griechischen Seite angekommen. Die üblichen Schikanen für BulgarInnen und andere Nicht-EU-BürgerInnen entfiehlen diesmal, da die Grenzpolizei uns einfach schnell loswerden wollte.

Eine solche Aktion fand zum ersten mal an dieser Grenze statt, mit Kritik war es aber ganz klar ein Erfolg, dass wir uns durchsetzen konnten.

Die Demonstration heute hatte vor allem die muslimische Minderheit in Xanthi zum Thema, sie bestand aus etwa 100-150 Leuten mit anarchistischen Flaggen, Transparenten auf bulgarische, griechisch und türkisch und war laut, die Polizei hielt sich eher zurück. Bei einer Polizeistation waren behelmte Cops mit Schildern anwesend, ansonsten wurden wir nur von einer handvoll Uniformierten ohne Waffen begleitet.

Morgen soll es zu einem Abschiebelager gehen, um sich dort mit den Gefangenen zu solidarisieren.

Artikel übernommen von :: de.indymedia.org, 26. Aug 2005.