no-racism.net Druckversion

Quellenangabe:
(Un)dokumentiert Arbeitende aller Länder vereinigt euch! (vom 02.05.2011),
URL: http://no-racism.net/article/3803/, besucht am 26.02.2024

[02. May 2011]

(Un)dokumentiert Arbeitende aller Länder vereinigt euch!

Vom Unrechts- paket zur MayDay- Parade Folgender Text wurde als Flugblatt vor und auf der Mayday-Parade 2011 in Wien verteilt.

Mayday Mayday! Ab dem 1. Mai 2011 dürfen wieder ein paar Menschen mehr auf dem EUropäischen Arbeitsmarkt ihre Arbeitskraft verkaufen. Die sogenannten Übergangsfristen für "neue" EU-Mitgliedstaaten laufen aus. Menschen aus Bulgarien, Rumänien und allen anderen Nicht-EU-Ländern bleiben weiterhin davon ausgeschlossen. Für Migrant*innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus stellt undokumentierte Arbeit damit auch in Zukunft oft die einzige Möglichkeit dar, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Damit meinen wir Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht hier arbeiten dürfen, aber es dennoch tun (müssen).


Alle die hier sind, sind von hier!


Lohndumping betreiben nicht wir als Arbeitnehmer_innen - egal welchen Pass, egal welches Beschäftigungsverhältnis wir haben -, sondern Arbeitgeber_innen, die unsere Situation ausnutzen und davon profitieren. Sie beschäftigen uns befristet, als Leiharbeitnehmer/innen, DauerpraktikantInnen, sozialversicherungslos, un(ter)dokumentiert oder - wenn auch immer weniger oft - in sogenannten "Normalarbeitsverhältnissen". Das Problem ist die Prekarisierung unserer Arbeits- und Lebensverhältnisse. Das Problem sind Gesetze, die Ungleichheit schaffen und uns damit in Konkurrenz zu einander setzen. Das Problem ist eine Migrationspolitik, die Menschen kriminalisiert und entrechtet. Dieser Wahnsinn ist nicht Schicksal. Dieser Wahnsinn hat System. Wir nennen ihn den real existierenden Kapitalismus.


Doch weil der Mensch ein Mensch ist ...


Wir werden uns nicht gegeneinander ausspielen lassen. Jetzt nicht und auch nicht nach dem 1. Mai. Wir fordern gleiche Rechte und soziale Absicherung für alle - unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit. Wir fordern gute Mindestlöhne und eine Existenzsicherung für alle unabhängig von der Erwerbsarbeit!

Also kurz und gut: Ein leiwandes Leben für alle!
www.prekaer.at