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Quellenangabe:
Salzburg: Flashmob gegen Abschiebungen (vom 01.10.2012),
URL: http://no-racism.net/article/4202/, besucht am 02.02.2023

[01. Oct 2012]

Salzburg: Flashmob gegen Abschiebungen

Saied floh vor dem Krieg in Afghanistan. In Salzburg stellte er einen Asylantrag und fand ein neues Zuhause. Nun droht ihm die Abschiebung. Dagegen regt sich Widerstand.

Der Verein "synbiose - Integrationsprojekt zusammen leben in Salzburg" macht überlicherweise Deutschkurse, Theater, Radio und soziale Projekte für und mit AsylwerberInnen. Da aktuell einem Mitglied des Vereins nach dessen zweiten Negativbescheid im Asylverfahren nun die Abschiebung nach Afghanistan droht, wurde eine Kampagne gestartet, um die Öffentlichkeit für dieses Thema zu sensibilisieren.

Im Zuge dieser Kampagne gab es am Samstag, den 29. September 2012 um 17.00 einen Flashmob in der Salzburger Altstadt. Wir veröffentlichen dazu den Text der Presseaussendung vom 1. Oktober und von der Onlinepetition 10.000 FreundInnen für Saied.


Die Initiative zusammenLEBEN! vertraut der Landeshauptfrau.


Salzburg, 01.10.2012. Mit der Angst und der Abschiebung im Nacken und der Ungewissheit vor Augen hat Saied A. zusammen mit seinen FreundInnen seinem Wunsch nach Sicherheit Ausdruck verliehen. Am Samstag haben sich 40 AktivistInnen am Alten Markt zu einem Flashmob versammelt, um sich endlich in Sicherheit zu wiegen. Begleitet durch Gesang, haben sie sich auf den Boden gelegt und mit 'Sicherheit' zugedeckt. Mit dieser Aktion signalisieren Saied und seine FreundInnen, dass sie Vertrauen haben in die Urteilsfähigkeit unserer Politiker.

Saied hat seinen Lebensmittelpunkt in Salzburg. Er holt den Hauptschulabschluss nach, ist als Schauspieler aktiv, hat mit seiner Theatergruppe viele öffentliche Auftritte und moderiert gemeinsam mit Freunden eine zweisprachige Radiosendung. Salzburg ist seine Heimat. Wenn Saied nach Afghanistan abgeschoben wird, erwarten ihn dort die Taliban. Er hat dort niemanden mehr, auch seine Familie musste Anfang dieses Jahres fliehen.

Letzte Woche hat Saied den Antrag auf Niederlassung gestellt, nachdem der Antrag auf Asyl in zweiter Instanz abgelehnt wurde. Der Urteilsspruch vom Asylgerichtshof lautete, dass Saied zwar nicht in sein Heimatdorf aber zumindest in die Hauptstadt Kabul zurückkehren könne, weil diese sicher sei und er sich dort zurechtfinden könne. Diese Begründung klingt zynisch für einen Mann der vor den Taliban flüchten musste und dessen Familie Anfang dieses Jahres ebenfalls aus dem Land floh.

Die Sicherheit und Freiheit von Saied A. hängt jetzt von der Entscheidung der Landeshauptfrau ab. Saied und seine FreundInnen von der Initiative zusammenLEBEN! haben Vertrauen in die Politik.

"Endlich wieder ruhig schlafen können", wünscht sich Saied. In Afghanistan war und ist das unmöglich für ihn. In Österreich sollte es möglich sein.


Text der Online-Petition: zusammenLEBEN! 10.000 FreundInnen für Saied


Von: Verein Synbiose aus Salzburg, Österreich

An: Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller in Salzburg, Österreich Keine Stellungnahme

10.000 FreundInnen für Saied

Salzburg, 19.07.2012. Wenn Saied A. (24), nach Afghanistan abgeschoben wird, erwarten ihn dort die Taliban. Saied hatte auf Seiten der Armee gegen den fundamentalistischen Terror gekämpft, die eigene Familie in seinem Heimatdorf konnte er nicht schützen. Das Elternhaus wurde mit Raketen beschossen, ein Bruder ermordet, Saied und sein Vater erhielten Drohbriefe. Als der Druck der Taliban zu groß wurde, desertierte Saied und floh. Seine Familie musste ebenfalls die Heimat verlassen und befindet sich inzwischen in Pakistan, während sich Saied bis Österreich durchschlug, wo er um politisches Asyl ansuchte.

In Salzburg holt er im Rahmen des Projektes MINERVA seinen Hauptschulabschluss nach, er ist Mitglied der Theaterwanderbande KNALSHIEF im Verein SYNBIOSE, auf der Radiofabrik gestaltet er mit Freunden die zweisprachige Sendung Freundschaftsbaum. Saied ist bestens integriert und hat viele Freunde und Freundinnen gefunden. Der Asylgerichtshof hat das Ansuchen von Saied A. nun in zweiter Instanz abgelehnt. Die Begründung klingt zynisch für einen Mann, der zwischen alle Fronten geraten ist. Sie lautet: Saied A. müsse ja nicht in sein Heimatdorf zurückkehren, er könne doch auch in der Hauptstadt Kabul bleiben, die sicher sei.

Saieds letzte kleine Chance ist ein Antrag auf Niederlassungsbewilligung. Seine FreundInnen unterstützen ihn dabei und starteten die Kampagne zusammenLeben! 10.000 FreundInnen für Saied. Hier kommen die FreundInnen von Saied zu Wort und erzählen, was Ihre Freundschaft zu Saied, was Saied ihnen bedeutet.

:: Online-Petition für Saied hier unterzeichnen!