no-racism.net Druckversion

Quellenangabe:
Unfreiwilliger Auszug aus dem Servitenkloster (vom 19.06.2013),
URL: http://no-racism.net/article/4465/, besucht am 12.08.2020

[19. Jun 2013]

Unfreiwilliger Auszug aus dem Servitenkloster

Die Aktivist_innen der Refugee Protest Camp Vienna müssen mit Ende Juni 2013 aus dem Servitenkloster ausziehen. Ein Aufruf zur weiteren Unterstützung!

Aussendung des :: Refugee Protest Camp Vienna


Unfreiwilliger Auszug - Wir Refugee-Aktivist_innen müssen das Servitenkloster mit Ende Juni 2013 verlassen

Mitarbeiter_innen der Caritas sowie der Erzdiözese Wien haben verlautbart, dass der Fonds Soziales Wien den Vertrag, durch den das Servitenkloster vorübergehend eine Grundversorgungseinrichtung sein konnte, nicht mehr verlängert hat. Das bedeutet, dass wir das Servitenkloster am 30. Juni 2013 verlassen müssen. Das "Angebot" der Caritas sieht wie folgt aus:

Nach mehr als sieben Monaten Protestbewegung, in der es u.a. auch um die Skandalisierung der Lebensbedingungen in den Asyllagern als Teil einer rassistischen und menschenrechtswidrigen Asylpolitik in Europa ging, und in der wiederholt eine politische Gruppenlösung gefordert wurde, werden uns nun jeweils Individual'lösungen' angeboten, sprich Unterkünfte in Quartieren der Caritas, der Diakonie, der Volkshilfe, des Kolping(hauses) sowie des Vereins Tempus.

Darüber hinaus besteht das Angebot der Caritas und der Erzdiözese darin, uns bis Oktober 2013 das ehemalige Kellertheater im Servitenkloster, das bisher als Schlafraum gedient hat, als "Raum für Vernetzungstreffen" zur Verfügung zu stellen.

Bislang gibt es also keinen Ort, an dem wir als Refugee-Aktivist_innen nach Ende Juni weiter gemeinsam leben und unseren Protest fortsetzen können. Die Versprechen von Vertreter_innen der Caritas und der Kirche, dass nach einem Umzug ins Servitenkloster alle Asylverfahren nochmals individuell überprüft werden würden und dafür "bestmögliche Rechtsvertretungen" bereit gestellt würde, wurden bislang auch nicht eingehalten. Die vielfachen Versuche, mit Vertreter_innen des Bundesministeriums für Inneres und der Regierung Gespräche zu führen, um so zu einer politischen Lösung zu gelangen, wurden von den Zuständigen stets ignoriert. Doch der Kampf für die Menschenrechte geht weiter.

Wir brauchen nun dringend folgende Unterstützung:

* Falls Ihr ein leerstehendes Haus kennt, das geeignet ist, als privates Grundversorgungshaus für alle Refugee-Aktivist_innen zu dienen, gebt uns Bescheid!
* Falls Ihr in Euren Wohnungen oder WGs gerade Zimmer frei habt, das Refugee-Aktivist_innen als private Grundversorgungsquartiere nutzen können, gebt uns ebenso Bescheid!
* Und falls Ihr noch andere Ideen habt, meldet Euch auch unter: refugeesolidarity (at) servus.at