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Quellenangabe:
Rassistischer Polizeiübergriff in Wien Favoriten (vom 26.03.2002),
URL: http://no-racism.net/article/509/, besucht am 12.08.2020

[26. Mar 2002]

Rassistischer Polizeiübergriff in Wien Favoriten

Am 15. März wurde ein Mann aus dem Kongo auf der Laxenburgerstrasse festgenommen und in der Polizeistation rassistisch beschimpft und behandelt.

Am 15. März 2002 stoppte ein Streifenwagen den 25jährigen Kambowa Mutombo aus dem Kongo. Der Mann, der zur Zeit ein Praktikum für "Radio Afrika International" absolviert, ging auf der Laxenburgerstrasse in Wien Favoriten spazieren und trug ein Buch bei sich. Die Beamten wollten die Papiere sehen. Herr Mutombo zeigte seine AsylbewerberInnenkarte über die vorläufige Aufenthaltsberechtigung, die ihn als Flüchtling auswies. Dann wollten die Polizisten auch seinen Pass sehen. Doch als Flüchtling hat er keinen Pass.
Danach sei die Situation eskaliert: "Don`t be a stupid Nigger!", soll einer der Beamten Mutombo angebrÃŒllt haben. "I am not stupid, I am not a Nigger!", antwortete Mutombo. Plötzlich, so Mutombo in einem Interview mit der Zeitschrift "Falter", "legten sie mich auf den Boden, traten mit den FÃŒssen in meinen Rücken und legten mir Handschellen an".

Danach seien mehrere Streifenwagen erschienen, die den Mann mit den Worten "you have a big Problem" aufs Wachzimmer in Favoriten brachten. Die Hände seien dabei noch immer am Rücken gefesselt geblieben. "Ein Beamter hat mir dann die Hose ausgezogen. Ich saß völlig nackt vor allen Beamten. Sie haben mich wie ein Tier behandelt und ausgelacht", erinnert sich Kambowa Mutombo. Ein Beamter habe sich Gummihandschuhe übergestÃŒlpt und gemeint: "Open your legs!". Auf die Analkontrolle nach Drogen sei dann aber doch verzichtet worden. Mutombo sei dann wieder in die Zelle gebracht worden, um auf einen Dolmetscher zu warten. Erst nach drei Stunden habe man ihn mit den Worten "You can go home" mit der Begründung es sei "eine Verwechslung" vorgelegen, entlassen.

Nach Angaben des "Falter" lässt die Polizei den Fall durch eine interne Sondertruppe untersuchen. "Wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, geht der Akt an die Staatsanwaltschaft", meint Josef Hladik, Sprecher der Wiener Polizei im "Falter".



Quelle: Standard-online