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Quellenangabe:
Schwerstkranker zur Abschiebung getragen (vom 27.08.2017),
URL: http://no-racism.net/article/5228/, besucht am 22.09.2017

[27. Aug 2017]

Schwerstkranker zur Abschiebung getragen

Am 24. August 2017 wurde ein 66-jähriger Armenier ohne Rücksicht auf seinen kritischen Zustand deportiert. Seine Frau liegt in Österreich begraben und der Rest seiner Familie lebt in Öserrreich.

Immer wieder kommt es zu Abschiebungen. Oft verlaufen sie im Stillen, ohne dass die Öffentlichkeit davon Notiz nimmt, doch immer wieder kommt es zu Protesten, die teilweise bundesweite Aufmerksamkeit erregen. Hier dokumentieren wir einige Aussendungen zu einen "Härtefall". Angemerkt sei, dass die zuständigen Stellen immer wieder behaupten, wie würden ebendiese "Härtefälle" vermeiden.

Am 22. August erreichte uns folgende E-Mail-Aussendung:

Derzeit österreichweit Jagd auf Armenier*innen. Im Anhang (:: hier als pdf) der Fall des schwerkranken 66-jährigen Georg, der am Donnerstag per Frontex Charter nach Armenien soll. Auch Georgier*innen sind betroffen.

Eine junge armenische Witwe und ihre beiden Kinder wurden gestern von der Polizei abgeführt. Angeblich, so berichten Unterstützer*innen, wurden sie aber heute Dienstag freigelassen. Es gibt eine Email-Kampagne mit Mails an Innenminister Sobotka, und auf Facebook gab es ganz viel Wirbel, plus lokale Medien. Wir wissen nicht, was ausschlaggebend war.

Aber Georgs Leben ist in Gefahr!

Wenn die Staatsmacht über Leichen geht, gehört das untersucht!

Der schwerkranke 66-jährige Georg darf am 24.8. nicht abgeschoben werden! Georg stammt aus dem mehrheitlich christlichen Armenien und ist seit 5 Jahrenin Österreich. Er ist 66 Jahre alt.

Appell an das Innenministerium und die österr. Fremden-Polizei: Die geplante Abschiebung des schwer kranken Georg gefährdet unmittelbar sein Leben und muss ein für alle mal gestoppt werden. Er muss sofort aus der Schubhaft entlassen werden, alles andere kann allzu schnell fahrlässige Tötung werden!



Mittlerweile ist gewiss, dass die Bemühungen gegen die Abschiebung dieses mal leider umsonst waren. Georg wurde am 24. August 2017 in aller Härte nach Armenien abgeschoben. Dieser 66-jährige schwer kranke Mann wurde, nachdem er den ganzen Vortag noch im Krankenhaus war, zwangsweise deportiert, am Flughafen abgesetzt und sich selbst überlassen. Er hat in Armenien kein Zuhause und keine Familie. Diese lebt nach wie vor in Österreich.



Mailaktion gegen Abschiebung


Im Vorfeld der Abschiebung gab es u.a. eine Mailaktion an die zuständigen Politiker_innen und Behörden. Wir dokumentieren hier den Text samt Aleitung:

Mailvorlage hier! Rettet Georg!

Am Donnerstag kann es für ihn zu spät sein. Jetzt einfach mit eurem Namen schicken an:

service (at) bka.gv.at, services (at) parlament.gv.at, buergerservice (at) hofburg.at, ministerbuero (at) bmi.gv.at, karl-heinz.grundboeck (at) bmi.gv.at; lpd-w-afa-3-frb (at) polizei.gv.at; staatssekretaer (at) bmi.gv.at, bpdw.frb (at) polizei.gv.at; ministerbuero (at) bmi.gv.at; Stephanie.Wagner (at) bmi.gv.at; michael.kloibmueller (at) bmi.gv.at; mathias.vogl (at) bmi.gv.at;


Vorschlag für E-Mail:

Werter Herr Minister Sobotka,
werte Damen und Herren,

Diese Woche werden wir Zeugen von tragischen Abschiebungen unserer Mitbürger[_innen]. Ihr Ministerium zeigt keine Gnade: verwitwete, psychisch und körperlich kranke Menschen sollen abgeschoben werden. Ich fordere für diese Härtefälle humanitäres Bleiberecht und einen umsichtigeren Umgang im Umgang mit kranken Personen.

Wir leben in Österreich, wir kümmern uns umeinander und wir wollen stolz auf unser Land sein.

Die geplante Abschiebung des schwer kranken Georg aus Armenien gefährdet unmittelbar sein Leben und muss ein für alle mal gestoppt werden.

Er muss sofort aus der Schubhaft entlassen werden, weil er ohne seine gewohnte Medikation erhebliche gesundheitliche Schäden riskiert.

Georg stammt aus dem mehrheitlich christlichen Armenien und ist seit 5 Jahren in Österreich. Er ist 66 Jahre alt. Seine Ehefrau war jahrelang krank und in den letzten Monaten bettlägrig und wurde von ihrem Ehemann und ihrer Tochter gepflegt. Im Frühjahr ist sie verstorben.

Seine Familie lebt hier in Österreich! Entlassen sie diesen schwer kranken Mann aus der Schubhaft und lassen sie ihn zu seiner Familie in Vöcklabruck zurückkehren.

Mit freundlichen Grüßen,
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Refugee Protest Camp Vienna (auf :: Facebook und in größeren Abständen :: Blog) sowie Familien & Freund_innen gegen Abschiebung (auf :: Facebook) berichten immer wieder über Menschen in Abschiebe-Gefahr.