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Quellenangabe:
Widerstand ist notwendig! Denn es wird kalt und immer kälter in Österreich. (vom 20.12.2017),
URL: http://no-racism.net/article/5291/, besucht am 26.09.2018

[20. Dec 2017]

Widerstand ist notwendig! Denn es wird kalt und immer kälter in Österreich.

"Brennt ihr auch für Bewegungs- und Meinungs- freiheit, Freiheit für ALLE? Gegen Migrant*innen-Hetze und -Abwehr? Wir sehen uns am 20. Dezember 2017 auf der (Mariahilfer) Straße!" Kundgebung "Stoppt Abschiebungen in Kriegsgebiete" von 17:00 - 18:30 @ Platz Der Menschenrechte / Omofuma Denkmal (Ecke U2/ MQ, 1070 Wien)

Wir schließen uns dem Aufruf aus Navids Schule an. Navid muss hier bleiben! Alle, die hier sind, sind von hier!

"Viele junge, geflüchtete Menschen mit Erwartungen, Wünschen und Träumen für eine sichere Zukunft werden momentan von der österreichische Regierung in Länder abgeschoben, in denen sie sich keine stabile Lebensgrundlage aufbauen können und kaum bzw. keine Perspektiven haben. Vielen drohen bei Rückkehr Verfolgung und Tod.

Die vom Bundesministerium für Inneres ausgesellten Bescheide - die über die Zukunft dieser Menschen entscheiden - weisen in unzähligen Fällen schwerwiegende formale und inhaltliche Fehler auf.

So kommt es zu vorschnellen Abschiebungsentscheidungen, die sich auf die Argumente jung, physisch und psychisch gesund, arbeitsfähig und -willig stützen. Jedoch werden dabei kaum die persönlichen Umstände und Ängste der Betroffenen berücksichtigt.

Nawid (19) musste vor zwei Jahren aus seinem Heimatland Afghanistan fliehen. Mit dem Einfall der Taliban in die Stadt Kunduz, packte seine Familie sofort alles Nötige ein und machte sich auf den Weg nach Europa. Doch auf der Flucht wurde Nawid von seiner Familie getrennt.

Auf der Reise sind ihm traumatische Erlebnisse sowie physische und psychische Misshandlungen widerfahren. Das Erlebte hält ihn nachts wach, die Angst vorm Einschlafen ist groß.

Letztes Jahr hat sich Nawid der Theatergruppe der BHAK Wien 22 angeschlossen und eine atemberaubende Leistung auf der Bühne hingelegt. Es gelingt ihm stets, die Proben mit Freude und Humor aufzulockern und macht sie zu einem echten Spaß für alle.

Doch nun muss Nawid erneut um seine Zukunft fürchten. Nur vier Monate, nachdem der erste, negative Bescheid ausgestellt wurde, erhält er eine Vorladung zum zweiten Interview und damit seine letzte Chance, in Österreich bleiben zu dürfen. Doch die Chancen stehen nicht gut.

Nawids Geschichte ist nur eine von unzähligen, in denen den Betroffenen Ähnliches widerfahren ist. Sie alle wissen nicht, was die Zukunft bringt: ob sie in Sicherheit leben können, einen Job finden und irgendwann auch eine Familie gründen können.

Wir möchten daher am 20.12. 2017 ein Zeichen für Solidarität setzen und eine klare Botschaft verbreiten: NEIN ZU ABSCHIEBUNGEN.

Wir freuen uns sehr auf jede Unterstützung. Bitte bringt Kerzen, Laternen und Handys mit, macht Fotos und Videos, erzählt es weiter! Eine kleine Gruppe hat diese Kundgebung organisiert, und nur mit eurer Hilfe können wir auch tatsächlich GESEHEN werden."

Demo "Stoppt Abschiebungen in Kriegsgebiete"

Mittwoch, 20. Dez 2017, 17:00 - 18:30

@ Platz Der Menschenrechte / Omofuma Denkmal
Ecke U2/ MQ/ Mariahilferstrasse, 1070 Wien