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Quellenangabe:
Marcus Omofuma Stein ohne Genehmigung errichtet (vom 15.10.2003),
URL: http://no-racism.net/article/701/, besucht am 23.10.2019

[15. Oct 2003]

Marcus Omofuma Stein ohne Genehmigung errichtet

Marcus Omofuma Gedenkstein gefährdet! Die Bildhauerin Ulrike Truger hat vor der Oper den "Marcus Omofuma - Gedenkstein" errichtet, allerdings ohne Genehmigung. Deshalb eröffnet die Baupolizei nun ein "Abtragungsverfahren".

Gleich mitabgetragen werden soll ein weiteres Denkmal der Künstlerin, "Die Wächterin" vor dem Burgtheater. Mit Protestschreiben an die MA 37 und Antwort, Unterstützungsschreiben der IG Kultur.

Am Freitag, 10. Oktober 2003 wurde die drei Meter hohe und fünf Tonnen schwere Granit-Skulptur neben der Wiener Staatsoper aufgestellt. Die Bildhauerin Ulrike Truger möchte mit ihrem "Marcus Omofuma Stein" ein künstlerisches Zeichen in der Migrations- und Asyl-Debatte setzen.

"Dieser Platz ist das Zentrum der reichen, heilen Welt - direkt bei Staatsoper, Hotel Sacher und Kärntner strasse", erläuterte Truger im Standard vom 13.10.2003. "Er steht sinnbildlich für die Schere zwischen Arm und Reich, die auseinander geht." Truger hat mit derartigen Aktionen bereits Erfahrung: Seit März 2000 steht ihre Skulptur "Wächterin" vor dem Burgtheater - als Zeichen der "Wachsamkeit gegenüber den politischen Veränderungen in Österreich".

Die Abladung des schwarzen Steinblocks aus afrikanischem Granit, der mit der Trennscheibe bearbeitet wurde und so die "Qual und Zerrissenheit des geknebelten Menschen" zum Ausdruck bringen soll, verlief ganz nach Plan, vorbeischlendernde Polizeiorgane interessierten sich nicht dafür. Auf die Frage, wie lange ihr Stein hier aufgestellt bleiben solle, meinte Truger: "Ich plane nichts. Ich habe ihn aufgestellt. Alles andere wird sich weisen."

Den "Marcus Omofuma Stein" hat die im steirischen Hartberg geborene Bildhauerin, die in Wien und im Burgenland lebt, durch den Verkauf von Bronze-Güssen ihres Entwurfs selbst finanziert.



IG Kultur: Unterstützung für Marcus Omofuma Gedenkstein. Asylpolitik duldet keine Gefälligkeiten und Kompromisse!


Am Freitag, 10. Oktober 2003, wurde von der Bildhauerin Ulrike Truger in unmittelbarer Nähe zur Wiener Staatsoper eine drei Meter hohe Skulptur errichtet, die als "Marcus Omofuma Gedenkstein" gegen die tödliche Praxis der Österreichischen Asylpolitik ein öffentliches Zeichen setzen will.

Die IG Kultur Österreich unterstützt diese Aktion und sieht darin ein beispielhaftes Vorgehen, wie Kunst und Kultur dem alltäglichen Rassismus entgegen treten müssen. "Die menschenverachtende Migrationspolitik duldet keine Gefälligkeiten und Kompromisse", erklärt Vorstandsmitglied Rubia Salgado (Kulturverein MAIZ, Linz). "für die IG Kultur Österreich zählt der politische Antirassismus zu den wichtigsten Schwerpunkten in der Kulturarbeit. Die unerschrockene Aktion von Ulrike Truger sollte daher möglichst viel Nachahmung finden."

Der Gedenkstein ist insgesamt eine politische Chance für die Stadt Wien, die sie wahrnehmen sollte. "Die Künstlerin hat Mut bewiesen. Wien sollte sich dem anschließen und dem Töten von Menschen in der Asylpraxis durch die behördliche Anerkennung des Gedenksteins eine deutliche Absage erteilen", so Rubia Salgado abschließend.