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Quellenangabe:
Der MKV und der Faschismus (vom 04.05.2004),
URL: http://no-racism.net/article/745/, besucht am 21.02.2020

[04. May 2004]

Der MKV und der Faschismus

Die Geschichte des MKV begann im Jahre 1900. 1934 traten die Verbindungen erstmals als MKV auf. In dieser Zeit wurde auch der Bergriff "Pennälertag" geprägt, der den jährlich stattfindenden Bundeskongress der MKV-Verbindungen bezeichnet.

Heute wirbt der MKV gerne mit seinem Kampf gegen das NS-Regime. Doch tatsächlich war er eng mit der Österreichischen Variante des Faschismus, dem Austrofaschismus verbunden.

MKV-Mitglieder nahmen führende Rollen in austrofaschistischen Organisationen ein, sogar der ArbeiterInnenmörder des BürgerInnenkriegs im Februar `34, Engelbert Dollfuß, war MKV-Mitglied. Dollfuß wird in der ÖVP immer noch hochverehrt, sein Bild hängt sogar im ÖVP-Parlamentsklub. Das Verhältnis des MKV zum Nazi-Faschismus war also keines zwischen "Demokraten" und "Faschisten", sondern eines der Konkurrenz zwischen Vertretern zweier faschistischer Strömungen.

Die Zeit von 1938 bis 1945 wird seitens des MKV gern übersprungen. Auf den Homepages der MKV-Verbindungen wird höchstens auf die "eigenen" NS-Opfer verwiesen. Auch die Tatsache, vom NS-Regime verboten worden zu sein, ist ihnen Beweis genug für ihre Opferrolle. Nicht zu leugnen ist dennoch, dass viele spätere NSDAP-Mitglieder aus den Reihen des MKV hervorgingen

Text erschienen in "Morgenrot"; Nr. 28, Mai/Juni 2004