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Quellenangabe:
AsylwerberInnen protestieren gegen Strasser-Empfang (vom 23.06.2004),
URL: http://no-racism.net/article/850/, besucht am 12.12.2019

[23. Jun 2004]

AsylwerberInnen protestieren gegen Strasser-Empfang

Nachdem Ernst Strasser kurzfristig sein Auftreten beim heutigen Match des FC Sans Papier - wahrscheinlich aus Angst vor Protesten - absagte und stattdessen mit einem Besuch im Flüchtlingslager Traiskirchen sein Image aufpollieren wollte, wurde er auch dort mit dem Unmut der AsylwerberInnen konfrontiert.

Eigentlich wollte der Innenminister das "Funktionieren" des neuen Erstaufnahmezentrums demonstrieren und ein Frauenhaus eröffnen. Währenddessen versammelten sich aber 100 Flüchtlinge vor dem Haus um lautstark ihren Unmut über die Bedingungen im Lager kund zu tun.

Sie riefen "We need work" und trugen kleine Transparente mit der Aufschrift "We are suffering" und "United Nations come to our aid". Ins Gebäude gelangten sie nicht. über ein Dutzend Polizisten schirmten den Minister ab.

Bei der Führung durch die Erstaufnahmestelle, die erstmals Medien zugänglich gemacht wurde sprach Strasser von einem für andere länder vorbildhaften System, der Leiter Eichenseder erklärte die Details.

Am ersten Tag würden ärztliche Untersuchungen bei den neu ankommenden Flüchtlingen durchgeführt. Am zweiten Tag erfolge die erste Einvernahme, bei der Reiseroute und Fluchtgründe geklärt werden sollen. Dabei zeige sich schon, "ob es sich um WirtschaftsFlüchtlinge handelt" oder weitere Prüfungen nötig seien, meinte Eichenseder.

Weiter geht es mit der DokumentenPrüfung und der Erfassung der Fingerabdrücke, die anschließend durch die Eurodac-Datenbank gejagt werden. Dadurch soll überprüft werden, ob eine Person bereits in einem anderen Land um Asyl angesucht hat. Ist das der Fall, wird der/die Asylsuchende abgeschoben.

17 Rechtsberater stehen zur Verfügung. Der Vorwurf von NGO"s, diese seien nicht gut ausgebildet und würden nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, wurde von Strasser zurückgewiesen. Auch ausreichend Dolmetscher seien vorhanden, hieß es. Informationen können zusätzlich am Computer nachgelesen oder abgehört werden. Von den 1.900 Flüchtlingen seit 1. Mai habe es "rund 400 Eurodac- Treffer" gegeben, berichtete Eichenseder.

Quelle:
www.derstandard.at
www.orf.at