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Quellenangabe:
Aktionen gegen rassistische Demonstration in Wien (vom 11.09.2004),
URL: http://no-racism.net/article/942/, besucht am 14.12.2019

[11. Sep 2004]

Aktionen gegen rassistische Demonstration in Wien

Gestern mobilisierte eine rassistische Anti-Prostitutions bürgerinitative abermals zu einer Demonstration in Wien. Dieses mal waren sowohl Demo als auch die Schlusskundgebung erfreulicher Weise von lautstarken und kreativen Gegenaktionen begleitet.
Bilder von der Demo

Ein Mann im rosa Ballkleid, ein anderer im sexy Minirock, Schilder mit Aufschriften wie "Ordnung muss sein - Hauptsache Arbeit!" und "Rettet unsere Ehemänner". Was ist da bloß passiert?

Rund 20 antirassistische AktivistInnen mischten sich diesen Freitag unter rund 80 besorgte bürgerInnen, die bei seit einigen Wochen regelmäßig stattfindenden Demonstrationen mehr Repression gegen Prostituierte fordern. Zielscheibe sind insbesondere AsylwerberInnen, deren einzig legale VerdienstMöglichkeite die Prostitution ist. (siehe Rassistische Demos in Wien).

Schon nach kurzer Zeit startete die Polizei einen Versuch die AktivistInnen, die sich in der äußeren Mariahilfer strasse der Demo angeschlossen haben von selbiger zu trennen. Einige AktivistInnen entschlossen sich deshalb zu einer spontanen Strassenblockade in der Jurekgasse. "Vertreiben ist keine Lösung" war dort auf einem Transparent zu lesen.

Als sich der grÃŒlenden Mob näherte, drohte die Polizei den AktivistInnen mit Anzeigen, sollten sie die strasse nicht verlassen. Begleitet von "Haut ab!" Rufen von beiden Strassenseiten, konnte die Demo schließlich vorbeiziehen.

Karl-Heinz Rudolf, selbsternannter Sprecher der bürgerInneninitiative, machte einen sichtlich irritierten Eindruck während seiner Schlußansprache. Das Publikum dürfte an diesem Abend eher schwierig gewesen sein.

für eine angebliche STürung seiner Demonstration sind seiner Ansicht nach einzig und allein "Die Grünen" verantwortlich, die er deshalb nicht wählen werde. Am Ende der Kundgebung beklagte er sich zudem darüber, während seiner Rede u.a. als Nazi beschimpft worden zu sein, was er offensichtlich als nicht gerechtfertigt empfindet. Tatsächlich kam es zu "Nazis raus!"-Rufen als Rudolf in seiner Ansprache rassistische Stereotypen reproduziert und abermals ein Bedrohungsbild rund um "schwarze Prostituierte" und deren angebliche Schandtaten schafft.

Während der Schlusskundgebung an der Ecke Grenzgasse/Jurekgasse wurden zwei AktivistInnen wegen "STürung der Öffentlichen Ordnung" angezeigt - einer der beiden zwei mal.