_bezahlt wird nicht  




"Bezahlt wird nicht"von Dario Fo -

Aufführungen im EKH und bei verschiedenen Anlässen auf der Strasse
Juni - November 1996


>> Bilder

Text aus dem Programmheft zu "Bezahlt wird nicht":

Werte Theater- und OpernfreundInnen

Rechtzeitig zum Wahlkampf haben wir also die Ehre ein Stück zu präsentieren, das in Italien im Sommer des Jahres 1974 entstand, aber an Aktualität gerade in Zeiten von Sparpaket und Neoliberalismus wie die Faust aufs Auge passt. Damals wie heute belasten die viel zu hohen Lebenserhaltungskosten uns Normalsterblicheund Entlassungen, Arbeitsrechteklau, Wohnungsnot etc. werden immer professionelle und strategischer organisiert.
       In BEZAHLT WIRD NICHT erzählen wir die Geschichte zweier hart arbeitender Familien, die sich abquälen und kämpfen, wobei sie die Waffe des konsequenten zivilen Ungehorsams gebrauchen. Die Triebfeder ist der Hunger, um das Problem des Appetits zu lösen, versuchen zuerst alle ganz instinktiv sich auf eigene weise durchzuschlagen, um dann das Bedürfnis zu verspüren, gemeinsam zu agieren, sich zu organisieren und gemeinsam zu kämpfen für eine bessere Welt.
       Die "Commune", die SchauspielerInnentruppe um Dario Fo und Franca Rame wagte mit diesem Stück eine Voraussage, die zu der Zeit als Polit-Fiktion erschien, später überholte sie die Wirklichkeit: Frauen in einer Reihe von italienischen Städten machten das Motto BEZAHLT WIRD NICHT wahr und plünderten in spektakulären Aktionen einige Supermärkte. Gegen Fo wurde nach dieser Entlassung des Theaters in die Wirklichkeit Klage erhoben wegen Aufforderung zu strafbaren Handlungen und gewalttätigen Widerstand , aber er wurde schliesslich freigesprochen.
       Kulturelle und politische Revolution sind untrennbar, also kann auch das Theater einen entscheidenden Beitrag zu revolutionären Veränderungen leisten. Fo geht davon aus, dass das Volk nicht nur alle zu Leben erforderlichen Güter produziert, sondern auch die Grundlage der kulturellen Erscheinungen legt. Die Kultur wird jedoch von den Herrschenden Klassen entwendet wie das Produkt der Arbeit, um dann transformiert und anderen Geschmacksmustern angepasst als Kulturprodukt der oberen Sozialschichtengefeiert zu werden. Der Ausbeutung im Bereich der Güterproduktion entspricht die Ausraubung auf kulturellen Gebiet. Die Sachen, die wir ArbeiterInnen produziern, werden uns von den UnternehmerInnen weggenommen und zurückverkauft oder vermietet bis zum Es-geht-nicht-mehr. Deshalb wollen wir mit unserem Theater direkt in das Tagesgeschehen eingreifen und uns unsere Kultur zurückerobern. Wir empfinden uns wie auch die Leute der "Commune" als "Flegel, und wie allen Flegeln auf der Welt gefällt es uns zu lachen, zu spotten, grotesk, vulgär und manchmal auch possenhaft zu sein."
       Nach der "dreigroschenoper" und der "Penthesilea" ist BEZAHLT WIRD NICHT nun das dritte Bühnenwerk des Volxtheaters Favoriten. Einige Grundprinzipien haben sich seit den Anfängen bewährt: wir arbeiten ohne Budget, ohne Ressigeur und kümmern uns auch um das Drumherum wie Musik, Bühnenbau, Werbung, Maske, Kostüme oder Programmheft selbst.
Ausser in autonomen Zentren wie dem Ernst Kirchweger Haus spielen wir bei jeder Gelegenheit an öffentlichen Plätzen und bei politischen Veranstaltungen - woimmer sich die Betrogenen auf die Hinterbeine stellen!

 

>> zuück

_produktion/aktion_bezahlt wird nicht
volXtheater favoriten