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"Schluss mit lustig: ein Land dreht durch!"

Premiere im Schauspielhaus weitere Aufführungen im EKH November 1999

>> Bilder "Schluss mit lustig"

Ankündigung der Premiere im Standard:

Schluss mit lustig Aktionsoperette
Als ob wir als ÖsterreicherInnen in Österreich vonÖsterreich vorerst nicht genug hätten . Das Volxtheater Favoriten, dessen einzige Heimat die Bühnenheimat im Ernst Kirchweger Haus ist, lässt wie ein eilfertiger Zahnarzt vom gnadenlosen Bohren nicht ab. Aus Texten von Alexander Brener, Babara Schurz, Peter Rosegger u.a. (und Musik von "Trashpegel") wurde die "Reality TV" Show und Aktionsoperette "Schluss mit lustig: ein Land dreht durch!" gekleistert, die im Rahmen des Schauspielhaus-Themenkomplexes "Nie wieder Friede" heute Premiere feiert.

Text aus dem TATblatt:Skandal im Schauspielhaus!


Als das Volxtheater Favoriten "auswärts" spielte, das Gemüt des Intentanten erregte und so das Match gewann

Eigentlich ist es ja gar nicht so reisserisch, wie mensch im Vorfeld vermuten könnte. Techniken des Widerstandes, in ein Stück eingebettet, das sich mit der geistigen und moralischen Verfassung eines Landes auseinandersetzt. Auf diese Verfassung soll der folgende Text nicht eingehen. Doch die Kritik an der Verfasstheit des an sich aufgeschlossenen Publikums ist ohne den Kontext des Landes, in dem es spielt, nicht möglich. Vielmehr gerät sie so in Gefahr "öde" abzurutschen. In diesem Sinne einige unkommentierte Eindrücke von der Premiere eines Skandals. Zur Debatte steht:

Was tun?

"Sind sie bereit für die österreichische Rechtsreform, oder haben Sie Angst? Österreich -ein Land dreht durch... und der Fremdling ist Schuld daran..."
Die Antwort: "NIE WIEDER FRIEDE!... erstreckt sich überden ganzen Bühnenraum. Das Szenario zeigt eine fröhlich vor sich hinratternde Dampfwalze, die ernst macht - Schluss mit Lustig! Dazu gibt´s TV-Infotainment , Austrohymmnen, berührende Stories, Videoüberwachung, Reportagen, Rasterfahndung und eine grosse Baustelle - Also die erste und einzige interaktive Reality-TV-Show Österreichs."
Es ist die letzte grosse Schlacht Österreichs. Sieg, Sieg, Sieg,.. Doch dann: Haben Sie sich schon mal zurückgelehnt und einfach gelauscht? Einfach Austropop! Dann eine Aufforderung:"Wer den Führer unter die Erd bringt, dem zahl ia Bier." Ins Fadenkreuz gerückte, konsequent asoziale Realität. Auf dem Weg zur Sicherheitsunion. Nach innen. Freiheit. Verteidigung. Sicherheit. Nach Aussen. Freiheit. Gemeinsame Flüchtlingspolitik. Sicherheit Finanzielle Hilfe vor Ort. Noch mehr Sicherheit.
Objektives Fernsehen. Spiel mit Emotionen. Grenzerfahrungen sammeln. (Da kommt Freude auf.) Für mich existiert die Grenze. Hier ist Österreichisches Staatsgebiet. Hie müssen wir halt stehen. Für die Sicherheit. Eingesperrt.
Am Anfang war ein Stuhl. Die Handlung beginnt. Spucken. Alles Manipulation? Durchforstung der Gesellschaft, Kontrollsysteme. Mit Lichtgeschwindigkeit in alle verlassenen Ecken des Universums: Es verschwimmen Masse und Individuum.

Was nun?

Eine neue Gesellschaft formen. Gestalten. Frei sein. Die Zerstörung des Stuhles. Tu was du willst.
Und dann? Gefeuert. Die Antwort war klar. Die Provokation gelungen. Die Auswärtsschlacht ist geschlagen. Heimspiel. Sieg, Sieg, Sieg,...

(aus dem Tatblatt +128 - weitere Aufführungen gabs dann im EKH)

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