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Quellenangabe:
Heuer jährt sich zum 9. Mal der Tod von Marcus Omofuma (vom 28.04.2008),
URL: http://no-racism.net/article/2538/, besucht am 14.12.2019

[28. Apr 2008]

Heuer jährt sich zum 9. Mal der Tod von Marcus Omofuma

Am 1. Mai 1999 knebelten und fesselten drei Polizisten Marcus Omofuma im Zuge seiner zwangsweisen Abschiebung aus Österreich. Am Sitz des Flugzeugs festgezerrt, Mund und Nase mit Klebeband verschlossen, erstickte Marcus Omofuma qualvoll.

Dies ist leider kein Einzelfall, sondern nur ein Beispiel für die rassistische Abschiebungspolitik Österreichs bzw. Europas.
Doch nicht nur Abschiebungen sind ein "Markenzeichen" der Festung Europa. Vielen Menschen wird die Erlaubnis zur Einreise (Visum) verwehrt, an den offiziellen Grenzübergängen werden sie zurückgewiesen. Die Außengrenzen werden militärisch abgeschirmt, um möglichst viele abzufangen, bevor sie heimlich EU-Boden betreten. Doch viele Menschen lassen sich dadurch nicht davon abhalten, die gefährliche Reise zu unternehmen. Tausende Menschen sterben jährlich beim Versuch, das von ihnen gewünschte Ziel zu erreichen.

Jene, die es bis hierher schaffen, werden weiter ausgegrenzt, zu "Illegalen" erklärt und entrechtet. Rassistische Sonderbestimmungen wie das AusländerInnenbeschäftigungs- oder Aufenthaltsgesetz erschweren den "Papierlosen" das Leben in Österreich und den anderen EU-Staaten. Rassismus ist längst zu einer tragenden Säule der Politik in der EU geworden.

Dagegen protestieren zahlreiche Flüchtlinge und MigrantInnen in ihren alltäglichen Kämpfen. Sie haben es immer wieder geschafft, ihre Forderungen nach Bleiberecht offensiv zu vertreten. Diese Kämpfe werden geführt, in Lagern, den (Abschiebe-) Gefängnissen, am Arbeitsplatz und an vielen anderen Orten.

Um diese Kämpfe zu unterstützten und die Vorstellungen von Bewegungsfreiheit offensiv zu vertreten, entstand die Idee eines Tages ohne Abschiebungen am 30. August 2008. Von der konkreten Vision, nämlich der Verhinderung von Abschiebungen an diesem Tag, erhoffen wir uns eine offensive Bündelung der Kämpfe. Das Ziel der Proteste, nämlich :: ein Tag ohne Abschiebungen, ist nicht nur ein symbolisches, sondern ganz konkret und praktisch.

Ein erstes Vorbereitungstreffen in Wien findet am Freitag 30. Mai 2008 um 18 Uhr in der Medienwerkstatt im :: EKH, Wielandgasse 2-4 (U1 Keplerplatz) statt.