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"EKH-Tour 2000"
-4.5-14.5 2000 unterwegs
>> Wels >>
Linz >>Salzburg >>
Leoben >> Graz >>Klagenfurt
>> Lienz >>Innsbruck
>>Bregenz
>> Bilder
"Wir, die BewohnerInnen und FreundInnen des EKH werden von
4. bis 14. Mai 2000 auf Tour gehen. Dieses Haus ist heute ein Ort
von Widerstand und Gegenkultur. Jene, die sich aus verschiedensten
Motivationen in und um dieses Haus zusammengefunden haben, breiten
ihre Umtriebe auf ganz Ösiland aus.
Wir ziehen als organisierte
Karawane (oK) durch Österreich, um das Land mit unserer
Lebenskultur zu konfrontieren. Wir werden politisch agitieren, herumlungern,
Theater spielen, essen und Essen verteilen, auf Metallgegenstände
einprügeln, Propagandamaterial verteilen, Feuerspucken, QuerdenkerInnen
vor Ort unterstützen, Provozieren, Videos zeigen, Party feiern
... - und Österreich zeigen, daß Chaos ganz schön
Spaß machen kann.Die Straße ist für uns nicht nur
die Strecke von H nach A, sondern ein Platz, an dem wir feiern,
rebellieren, Musik machen, Leute treffen, diskutieren und sonstigen
Schabernack treiben. Wir veranstalten Straßenfeste, weil das
eine Form von politischer Aktion ist, die nicht moralin-sauer oder
lustlos ist. Abends mischen wir einige lokale Kulturzentren mit
einer wohldosierten Kombination aus Livemusik, Infotainment, Schauspiel,
Anarchie und philosophischen Diskursen auf.
Mit der Tour wollen wir
einen Versuch unternehmen, die österreichische Realität
etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen - ihr etwas entgegenzusetzen
- denn wir können uns eine bessere vorstellen - eine Realität
ohne Abhängigkeiten und Ausbeutung - ohne Hierarchie - ohne
Rassismus, Sexismus - folglich ohne Staat und Macht und Geld. Was
wir brauchen, ist Unterstützung vor Ort, also erscheint zahlreich,
um mit uns zu feiern, diskutieren, essen, Infos zu verteilen, musizieren,
... Hasta luego en tu ciudad!"
Erste Station war am 5.5. der Schlachthof in Wels.
Da sich die Anreise aus Wien um Stunden verzögerte, fing die
Party nicht wie geplant um 14 Uhr sondern erst um ca. 18 Uhr an.
Der Schlachthof feierte am gleichen Tag auch sein 15-Jahres-Fest.
Die örtliche Polizei war wohlinformiert präsent - die
gewaltbereiten ChaotInnen aus Wien bedurften derer Meinung nach
anscheinend einiger Aufsicht. Leider war der Platz im Schlachthof
etwas abgelegen. Nicht allzu viele BesucherInnen verirrten sich
zum Fest.Nach einigen Abschlußrunden um den Schubhäfn
in Wels ging die Tour am
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Samstag, 6.5. weiter nach Linz.
Ab 14 Uhr fand dort am Taubenmarkt - einem zentralen Platz im Stadtzentrum
- die Party statt. Den PassantInnen wurden Live-Moderation, Musik,
Infotisch, Feuershow, VolXtheater, Widerstandsvideos, eine inszenierte
Turbo-Straßenschlacht (ca. 2 Minuten), Chaos und Tanz geboten.
Der Geschäftsführer des angrenzenden McDonalds Restaurants
verweigerte einigen FestbesucherInnen die Benutzung der Toilette,
was zu einer spontanen Anti-McDonalds-Kundgebung und zu einer massiven
Aufstockung der Polizeipräsenz führte. Insgsamt war das
wirklich ein tolles und lebensfrohes Fest, das auch nicht von vereinzelten
Haider-Fans getrübt werden konnte. Um 19 Uhr 30 ging die Party
schließlich unter den Klängen von Franz Moraks "Schizopunk"
zu Ende. Im Kulturzentrum KAPU gab´s dann später noch
Livemusik, einen Polizeieinsatz, Widerstandsvideos, Volxküche
von Food not Bombs und eine heftige politische Diskussion. Dann
am Sonntag, 7.5. vormittags fuhr ein Teil der TourteilnehmerInnen
zur Befreiungsfeier ins ehemalige KZ Mauthausen. Zwar waren VertreterInnen
der schwarzblauen Regierung nicht anwesend, doch eine höchstrangige
SPÖ-Abordnung (Gusenbauer, Klima, Vranitzky, Verzetnitsch)
veranlaßte uns dazu, uns die Münder zu verkleben, um
diese Herren an den Mord an Marcus Omofuma zu erinnern und die österreichische
Abschiebepolitik insgesamt zu thematisieren und kritisieren.
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So. 7.5. Salzburg
Nach der Teilnahme an den Befreiungsfeiern in Mauthausen, fuhr die
oK (organisierte Karavane) nach Salzburg (von der Polizei wurde
die Tour bis zur Stadtgrenze begleitet). Auf dem Weg dorthin gabs
diverse Autoprobleme; schließlich fiel der größte
Bus mit Motorschaden aus und wir kamen verspätet um ca.18h
in Salzburg am "Alten Markt" (direkt bei der Getreidegasse
und dem Snobcafe Tomaselli) an. Sonntägliche Verhaltenheit
verhinderte, daß das Fest auf große Touren kam. Allerdings
machte es schon große Freude im Zentrum der Mozartstadt unsere
Transparente auszubreiten (quer über den Brunnen und den Platz)
und die Vorbeischreitenden mit Jörgischen Heldendramen, Volxküche
und verruchten Songs zu beglücken. Alles in allem wars laut
und fein und die uniformierten sowie zivilen Polizisten hielten
Abstand. Danach gings ab zur Übernachtung nach Hallein, zum
Jugendzentrum auf die Bernerinsel (direkt neben einer Festspielstätte),
wo die Tourbeteiligten noch bis in die späten Abendstunden
Wu-Shu (Kampfsportart) gegen die Regierung probten.
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Mo. 8.5. Leoben
Station an diesem Tag war Leoben. Nachdem die EKH-Industrie Fässer
vom kaputten Bus auf die verbliebenen aufgeteilt worden waren, gings
den Weg über steirisches Alpingebiet in die ArbeiterInnenstadt
Leoben. Ürsprünglich war der Plan auf dem Hauptplatz Station
und Programm zu machen, doch die "Anarchos" wurden sicherheitshalber
auf dem Platz vor der Erlöserkirche und neben einem (an diesem
Tag) geschlossenen Jugendzentrum plaziert (Als Begründung mußte
ein Peru-Ausstellung herhalten). Als wir dort (wiedereinmal verspätet)
ankamen, erwarteten uns bereits einige nette Menschen aus Graz und
Umgebung, Zivilpolizisten und entrüstete Pfarrangehörige
(die uns zuerst das Tor zum Vorplatz der Kirche nicht öffnen
wollten, bzw. mit Kirchenaustritt drohten). Als kooperativ erwies
sich schließlich doch der Pastoraldiener der Kirche, der sowohl
uns als auch das Kirchenvolk verteidigte. Bis die Busse mit der
Soundanlage und Fässern ankamen, gabs vor der Kirche Volxküche,
Infostand und (leise) Musik. Ein Teil der Leute machte sich zum
Hauptplatz auf, um dort zwecks Werbung und Provokation Straßen-Wu-Shu
und Feuerspuckperformance zu machen (woran wir bald gehindert werden
sollten und als Spontandemo skandierend wieder zurückgingen).
Im Vorfeld zu dieser Veranstaltung wurde der Kundgebungsanmelder
aus Leoben von der Kripo einvernommen. Insgesamt war das Polizeinaufgebot
dort bereits sehr beachtlich. Feierlich endete der Abend mit EKH-Industrie
und Feuershow auf der Straße. Danach Aufbruch Richtung Graz.
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Di. 9.5. Graz
In aller Frühe bekamen wir schon die Meldung, daß der
Anmelder aus Leoben nochmals von der Polizei aufgesucht und zu uns
befragt worden war. Auch in Graz übte die Polizei im Vorfeld
Druck auf die Veranstalter aus. Im Grazer Zentrum (am Jakominiplatz)
wurde die Tour wieder von vielen Menschen erwartet und das Fest
fand im Laufe des Nachmittags immer mehr Anklang bei der Bevölkerung
und Zulauf. Höhepunkte war u.a. die Straßenschlacht auf
Straßenbahngleisen. Alles schien toll zu laufen...das autonome
Straßenfestchen kleckerte so richtig schön die Grazer
Innenstadt an, die Leute tanzten, sangen, Widerstände wurden
verteilt, Videos gezeigt, Infos ausgetauscht.... Auch unsere Bekannten
von der Stapo trafen wir wieder, das Ziviaufgebot war auffallend
groß... Nach dem Fest kam es dann zu einem Polizeieinsatz
Dienstag, 9.5.00 ca. 22.00 Uhr. das straßenfest geht seinem
ende zu. den ganzen tag wurden straßentheater, feuershow,
jede menge information und propaganda und ein paar worte dazu, dass
anarchie doch viel besser wäre als österreich, geboten.
22.30 uhr. wir erfahren, dass einige leute, die mit einem pkw kurz
von der aktion weggefahren waren, unterwegs von der polizei angehalten
und ihr auto durchsucht wurde. kurze zeit später sehen wir
uns plötzlich einem völlig übertriebenen "überfall"
der polizei ausgesetzt. ca. 50 beamtInnen kreisen uns mit fahrzeugen
ein, und weisen durchsuchungsbefehle für die fahrzeuge vor.
sie durchsuchen ca. zwei stunden und sind schließlich sichtlich
frustriert über ihren misserfolg. beschlagnahmt werden zwei
kisten bier und das dazugehörige leergut, einige packungen
süßigkeiten, eine flasche wein, einige spraydosen sowie
ein großer vorrat an fotofilmmaterial. aus dem durchsuchungsbefehl
entnehmen wir, dass angeblich irgendwo in eine imbissstube eingebrochen
worden war. warum deshalb unsere fahrzeuge untersucht wurden, konnte
uns niemand sagen. die beamten nahmen uns auch noch die kassa von
der tour mit ca. 10.000 öS, obwohl im durchsuchungsbefehl kein
wort von geld stand und gaben uns nicht einmal eine bestätigung
dafür. wie wir mittlerweile erfahren haben, werden auch leute,
mit denen wir kontakt hatten, z.b. in leoben und graz, von der polizei
heimgesucht und stundenlang verhört. bereits im vorfeld der
tour wurden einige leute, mit denen wir zusammenarbeiteten, von
der stapo bedroht und mit vorladungen und verhören eingeschüchtert.
um ca. 1.00 uhr früh machen wir uns auf den weg zum polizeihauptquartier
in graz und konfrontieren die beamtInnen damit, dass sie uns die
kassa geklaut hätten und erklären ihnen, dass wir das
geld sofort zurück wollen und uns mit dem rest nach der tour
beschäftigen werden, denn den spaß wollen wir uns von
dieser sinnlosen repression auch nicht verderben lassen. nach zweistündigen
verhandlungen rücken die beamten schließlich die kassa
raus. mit schlafen wird es in dieser nacht nichts mehr, wir schlafen
auf der autobahn, um den leuten, die uns aufnehmen wollten, nicht
auch die stapo an den hals zu hängen. bevor wir unseren morgenkaffe
getrunken hatten, waren schon wieder zivilpolizisten, diesmal steirische
und kärtner da, die unsere personalausweise kontrollieren wollten,
und abermals nach dem gestrigen fahndungsmisserfolg unsere autos
durchwühlen. wir haben sofort klar gestellt, dass wir zuerst
frühstücken werden, und dass sie sich bitte mit den kollegen
in graz kurzschließen mögen, die genauestens wissen was
in unseren autos ist (ach was führen wir nicht alles an schrott
durch ösiland), außerdem wollten wir sowieso nur mit
uniformierten verhandeln, weil sich die zivilen nicht als polizisten
ausweisen wollten. unser frühstück wurde dann von 20 uniformierten
und weiteren zivilen polizisten und zwei wega-beamten (extra aus
wien angereist) genauestens beobachtet. für das brave warten
durften sie dann vor der weiterfahrt auch einige personalausweise
sehen.
(RICHTIGSTELLUNG: aus dem TATblatt)
Auf dieser Seite befand sich für längere Zeit irrtümlicherweise
eine unredigierte Fassung dieses uns zugegangenen Berichts - mit
rechtlich unhaltbaren Vorwürfen gegen BeamtInnen, Geld "geklaut"
zu haben. Wie die Papierausgabe beweist, war die Veröffentlichung
dieser Anschuldigungen nicht beabsichtigt. Wir bedauern diesen Fehler
und widerrufen die irrtümlich verbreiteten Anschuldigungen.
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Mi. 10.5. Klagenfurt
Heutige Station: Klagenfurt. Beim Lindwurm vor dem Rathaus wurde
das Fest aufgebaut. Die Stimmung in der Stadt war kältlich
bis ablehnend. Doch gabs hin und wieder auch großen Zuspruch
und Lob. Für Klagenfurt war die Tour ein Klatsch in Gesicht;
das Meckern und rechtsextreme Verwünschungen blieben nicht
aus. Mascheks "Unser schönes Kärnten" paßte
an den Ort der Tat. Zum ersten Mal auf der Tour spielte das VolXtheater
Favoriten die Geschichte um den Mythos der österreichischen
Flagge (Schlacht - "Heiden"blut - blutgetränkter
weißer Wams - unter dem blutbefleckten Gürtel ist der
Wams weiß - rot-weiß-rot). Besonders wirkungsvoll war
der Drachenkampf vor dem Lindwurm - der edle Ritter Jörg gegen
den Drachen der "roten Parteibuchwirtschaft" (frei nach
Wolf Martin). Die spontane Abschlußrede des Straßenfestes
hielt der Kärntner Künstler Viktor Rogy, (Schlußsatz:
"Satan weiche!"), der uns nachher in sein Café
OHM einlud. Vor etwa einem Monat wurde der Mietvertrag des Cafés
von Klagenfurts Bürgermeister Scheucher gekündigt. Begründung
dafür: Im Fenster des Cafés zur Straße hängt
eine Installation, die die Mitglieder des schwarzblauen Regierung
mit Hitlerbärtchen und -scheitel zeigt. Weiters ein Foto des
Kärntner Landeshauptmanns Haider mit umgekehrten Hakenkreuzen.
Offenbar fühlten sich die Betroffenen und deren Steigbügelhalter
durch diese Bilder provoziert und griffen zum Mittel der Repression.
Regierungskritische KünstlerInnen sind vor allem in Kärnten
schwer unter Beschuß und bedürfen unserer Unterstützung.
Von Klagenfurt aus fuhren wir dann an einen See und verbrachten
dort eine angenehme Nacht und einen schönen Morgen.
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Do 11.5. Lienz
Wiedermal verspätet traf die oK um ca. 17 Uhr in Lienz, der
nächsten Station der EKH-Tour, ein. Ursprünglich hatten
wir das Straßenfest am Hauptplatz angemeldet, die Polizei
vor Ort bot uns aber als Alternativen dazu zwei Parkplätze
zur Auswahl an. Nachdem wir kurz die Örtlichkeiten besichtigt
hatten verlangten wir vom verantwortlichen Beamten doch den Hauptplatz
als Veranstaltungsort. Das wurde uns dann problemlos zugestanden,
die Hauptstraße wurde gesperrt und das Fest konnte beginnen.
Die Stimmung in Lienz uns gegenüber war überraschenderweise
ziemlich positiv. Es gab einige Rückmeldungen von jungen und
älteren Menschen, die sich wirklich über unser Fest und
dessen politischen Inhalt freuten. Nach dem Fest fuhren wir mit
Polizeibegleitung Richtung Innsbruck. An diesem Tag ein schon gewohntes
Bild: die oK vorne, dahinter entweder Polizei- oder Gendarmerieautos,
später dann die wie gewohnt sehr unauffälligen Zivilpolizisten.
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Fr. 12.5. Innsbruck
Geschlafen am Ufer des Inns - aufgeweckt durch die Aufforderung
zur Ausweisleistung. Schönes Erwachen in Innsbruck. Der Tag
ist leider als einziger der Tourtage zumindest vormittags und bis
zum frühen Nachmittag verregnet. Vor dem Jugendzentrum Z6 kommt
es zu einer Rangelei mit Mitgliedern einer Polizeisondereinheit
(wahrscheinlich MEK - mobiles Einsatzkommando), die die Papiere
einer Busfahrerin zuerst verlangen und dann nicht mehr zurückgeben
wollen. Ab 14 Uhr nehmen wir am Franziskanerplatz mit Infotisch
und Theatereinlagen an der Reclaim-the-Streets-Party teil, die von
der Tiroler Plattform gegen Rassismus veranstaltet wird. Nachdem
sich das Wetter bessert, kommen doch viele Menschen zu dieser Party.
Nach der Straßenparty werden 3 unserer Autos kurz von Polizisten
aufgehalten - diesmal hieß es "Fahrzeugüberprüfung".
Panik bei den Amtshandelnden kam auf, als eine größere
Gruppe von DemonstrantInnen dazustößt (O-Ton: "Paß
auf, do kumman scho die aundan"). Für Samstag hatten wir
eine politische Kundgebung (unser Tourfest) am Platz vor dem weltberühmten
Goldenen Dachl angemeldet. Da für die Innsbrucker Behörden
anscheinend niemand vor Ort ansprechbar war (nach all den Kontrollen
eigentlich komisch) riefen sie im EKH in Wien an, um sich über
unsere Veranstaltung zu informieren.
Sa. 13.5. Innsbruck
Frühstück im Z6, danach Teilnahme an der Demo gegen den
Burschenschafterkommers. Treffpunkt war 13 Uhr Landhausplatz. Ca.
1500 DemonstrantInnen. Während am Franziskanerplatz die Abschlußkundgebung
der Demo läuft, bauen wir am Platz vor dem Goldenen Dachl unsere
Party auf - wirklich illustres Ambiente. Um ca. 17 Uhr fängt
das Fest an, viele kommen nach der Demo zum Goldenen Dachl. Zivilpolizisten,
Feuerwehr, Rettung, Uniformierte - alle sind sie anwesend. Die Stimmung
am Fest ist sehr gut, volles Programm wird geboten: EKH-rebel-resistance-radio-show,
VolXtheater Favoriten; Infotisch, Feuerspucken, EKH-Industrie, Widerstandsvideos,
der Platz ist mit Transparenten vollgehängt, Volxkücke
von Food not Bombs, Aerobic zu Franz Moraks "Shizopunk",
viele Flugblätter werden verteilt. Einige Burschis verirren
sich in die Nähe des Fests, einem wird das Kapperl gefladert,
der "Täter" wird kurzfristig von der Polizei festgenommen,
aber bald wieder freigelassen. Auch einige rechte Skinheads versuchen
zu provozieren - in der Nacht vorher hatten ein paar von diesen
Glatzköpfen zwei Menschen, die die Bühne am Franziskanerplatz
bewachten, zusammengeschlagen. Einige InnsbruckerInnen waren verwundert,
daß es uns gelungen war, das Fest vor dem Goldenen Dachl anzumelden.
Anscheinend machen die Behörden so viel Streß, daß
gar nicht mehr versucht wird, dort öfters politische Kundgebungen
abzuhalten. Nach der Straßenparty gab´s im Z6 noch ein
Antifa-Fest.
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So. 14.5. Bregenz
Schon im Vorfeld teilte uns der Vorarlberger Anmelder der Kundgebung
in Bregenz mit, daß die Polizei den geplanten Ort der Veranstaltung
- die Seepromenade - nicht genehmigen wollte. Dort dürfen anscheinend
nur ÖVP und FPÖ ihre Volks-Sauf-Feste veranstalten. Nichteinmal
SPÖ und Grüne konnten dort Kundgebungen abhalten. Zuweisen
wollte mensch uns einen Parkplatz, der zwar nicht gänzlich
isoliert war, aber bei weitem nicht so öffentlich wie die Seepromenade.
Nach Verhandlungen mit der Polizei beschlossen wir, unser Recht
auf Versammlungsfreiheit wahrzunehmen und zur Seepromenade zu fahren.
Die Busse und Autos wurden nicht durchgelassen und so trugen wir
unser Material einfach zum Kundgebungsort. Wie durch ein Wunder
lief dann das Straßenfest problemlos ab. Dem Anmelder drohten
die Polizisten mit Anzeigen. Mal sehen ob sie diese Drohung wahr
machen. Auf jeden Fall werden wir rechtlich und finanziell Unterstützung
geben. Bereits am Samstag gab der Vorarlberger FPÖ-Chef Hubert
Gorbach eine Presseaussendung heraus, indem er die Kundgebung als
einen Schlag gegen die Werte des Muttertags bezeichnete und deshalb
eine Untersagung forderte. Dem anmeldenden Kulturverein drohte er
mit Entzug von Subventionen. Da hat die FPÖ wohl schlecht recherchiert
- der Kurlturverein bekam und bekommt auch keine Subventionen vom
Land Vorarlberg und so ist diese Drohung wohl ein Schlag ins Wasser.
Aber das ist ja eine übliche Vorgangsweise der Rechtsrechten
- drohen, versuchen kritische Initiativen mundtot zu machen, vernadern,
irgendwas von Werten daherlallen (und dann sich der Aussprüche
nicht mehr errinnern können - entweder aufgrund von Schokotorteneinschlag
oder meinetwegen aufgrund von Lautverschiebungen).
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Tja, das war´s vorerst von der EKH-Tour 2000. Ob es Folge-oK´s
geben wird wissen wir noch nicht. Insgesamt waren´s 10 anstrengende
aber auch sehr ereignisreiche und schöne Tage. Uns hat die
Tour doch die Gewißheit gebracht, daß mit Hartnäckigkeit
und Durchsetzungswillen einiges möglich ist, daß es in
ganz Österreich Leute gibt, die kritisch, widerständig
und aktiv sind. Ein inhaltliches Resumeé wird vielleicht
noch folgen.
(textquelle: TATblatt)
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