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[ 01. Sep 2004 ]

Anti-Lager-Tour mit Polizeikontrollen und Besuchsverboten konfrontiert

Landesaufnahmestelle - Abschiebelager

Genau für die Zeit des Besuchs der Anti-Lager-Tour bei den Flüchtlingen in Tramm hat der Leiter des Ordnungsamtes Parchim, Leuschner, die gesetzwidrige Frechheit besessen, ein Besuchsverbot für das Lager auszusprechen.

 

In diesen Tagen kommen im Rahmen der bundesweiten Anti-Lager-Tour Menschen aus der gesamten Bundesrepublik nach Crivitz, um auf die unmenschliche Lebenssituation der Menschen in Flüchtlingslagern aufmerksam zu machen. Hier in Mecklenburg-Vorpommern ist die Station der bundesweiten Tour das "Dschungelheim" in Tramm-Zapel, wo Menschen teilweise schon seit acht Jahren unter Lagerbedingungen leben müssen. Genau für die Zeit des Besuchs der Anti-Lager-Tour bei den Flüchtlingen in Tramm hat jetzt der Leiter des Ordnungsamtes Parchim, Leuschner, die gesetzwidrige Frechheit besessen, ein Besuchsverbot für das Lager auszusprechen. Die Anti-Lager-Tour protestiert gegen die Lagerbedingungen und die Einschränkung der Bewegungsfreiheit für Flüchtlinge.

BegrÌßt wurde die Anti-Lager-Tour in Mecklenburg-Vorpommern am Freitagabend durch ein großaufgebot an Polizei, das durch massive Strassenkontrollen an den Landesgrenzen und vor dem Flüchtlingslager in Boizenburg-Horst verhinderte, dass die TeilnehmerInnen der Anti-Lager-Tour die dort lebenden Flüchtlinge treffen und zur Teilnahme an den Protesten einladen konnten. Entgegen der erklärung des Koalitionspartners PDS in der Landesregierung, dass sie die Anliegen der Anti-Lager-Tour unterstützt, wurden dabei zwei Teilnehmer wegen Verletzung des Reiseverbots für Flüchtlinge (Residenzpflicht) kontrolliert und angezeigt. Auch vor und auf dem Gelände des Protest-Camps der Anti-Lager-Tour fanden den ganzen Samstag vormittag Polizeikontrollen, Hubschrauberüberflüge und ein unbegründeter Polizeieinsatz statt - bis es den Camp-Teilnehmern gelang, die Polizei vom Gelände zu drängen, mit dem Slogan des Strassentheaters: "Kontrolle! Kontrolle!! Ausweiskontrolle!!! Jede Kontrolle ist eine Kontrolle zu viel"!!!!

"Wir protestieren gegen diese Politik der brutalen EinschÃŒchterung und Kriminalisierung. Wir sind gekommen, um die Isolation der Flüchtlinge in Lagern zu unterlaufen und für Bewegungsfreiheit zu protestieren. Wir sind Männer, Frauen und Kinder aus vielen ländern in solidarität mit den Flüchtlingen in den Lagern. Dies ist ein großartiges politisches Projekt. Kriminell sind nicht wir, sondern die Politik der Lager", sagte ein Sprecher der Anti-Lager-Tour.

Das aktuelle Besuchsverbot im Sammellager Tramm-Zapel ist ein Zeichen dafür, wie die Behörden das Leben der Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind in der Hoffnung, hier Sicherheit zu finden, mit Bürokratischen Schikanen zu bestimmen und unerträglich zu machen versucht. Wenn es sich um eine Wohnunterkunft handelt und nicht um ein Lager - wie von Politik und Behörden immer wieder behauptet wird - warum können die Menschen, die in Tramm wohnen, nicht selber bestimmen, wer sie besucht? Herr Leuschner legt es offensichtlich auf die Demütigung der Flüchtlinge und eine Eskalation an. Anders ist das Besuchsverbot, nicht zu verstehen. Eine abrissreife Kaserne, die selbst als Lager für Flüchtlinge geschlossen werden soll, kann er mit dem Besuchsverbot kaum schützen wollen. Am Wochenende 28. / 29. August werden viele hundert Ordner der Anti-Lager-Tour den Oberordner Leuschner dazu bewegen, sein Besuchsverbot zurückzunehmen.

"Wir sind hier, um den Menschen, die in Tramm leben, unsere solidarität zu zeigen - mit ihnen ein gemeinsames Wochenende zu verbringen und ihre Forderungen nach Wohnung und Ausbildung zu unseren zu machen. Das Besuchsverbot wird unsere solidarität nicht verhindern, sondern die Lebensverhältnisse der Flüchtlinge in der Öffentlichkeit noch sichtbarer machen." So eine Sprecherin der Anti-Lager-Tour. "Wir laden alle ein, uns auf dem Gelände des Protest-Camps der Anti-Lager-Tour in Crivitz an der Schweriner strasse zu besuchen und die Proteste zu unterstützen."