no-racism.net logo
 
pfeil zeigt auf no-racism.net logo debatte

 
Links zum Artikel:
THINGS.PLACES.YEARS.
A/GB 2004, BETA-SP, Farbe, 70 min., engl. OF mit deutschen Untertiteln. Dokumentarfilm von Klub Zwei, in Zusammenarbeit mit AMOUR FOU Filmproduktion GmbH.

Freitag, 08. April 2005, 20:00 Uhr: Vorführung im Rahmen des Infoladen 10 Kinos (Eintritt frei) im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien. Mit Diskussion mit den Filmemacherinnen.
anschl. Konzert w ANALENA (zageb) & THE PLAGUE MASS (graz)

:: Klub Zwei
:: Amour Fou [Filminfo (en)]
:: Infoladen 10
:: EKH
Texte zur Rubrik:

[ 01. Apr 2005 ]

Things. Places. Years.

Souvenir - Wien 1938.

Ein Dokumentarfilm über jüdische Frauen in Wien und London von Klubzwei in Zusammenarbeit mit AMOUR FOU.

 

"Erfahrungen von Vertreibung, Emigration und Holocaust werden oft in der Vergangenheit verortet. Der Dokumentarfilm "Things. Places.Years." bringt diese Vergangenheit in die Gegenwart und zeigt, wie sie das Leben von zwölf in London beheimateten Frauen durch drei Generationen prägt. "Things. Places.Years." konstruiert keine homogene, weibliche Identität. Der Film gibt den Frauen Raum, um über ihre Identität zu sprechen, die komplexer ist als die Feststellung, dass manche von ihnen Jödinnen sind. Eine Feststellung, die im Nationalsozialismus zu Vertreibung und Ermordung führte. Eine Feststellung, die Menschen mit jüdischem Hintergrund zu Juden und Jödinnen macht. Wie sie sich selbst sehen, hat sie bis zu diesem Film kaum jemand gefragt." Rosa Reitsamer (Wien)

"Frauen sind als Subjekte der Geschichte und der Erinnerung noch immer unterrepräsentiert. "Things. Places. Years." will jedoch anderes als nur ein Defizit ausgleichen und eine Ergänzung bestehender Narrative leisten. Die Bedeutung von Geschlecht konkretisiert sich für die Protagonistinnen zunächst darin, dass die MÃŒhsal ihrer beruflichen Wege auch von der Tatsache bestimmt war, dass sie für die affektive und reproduktive Arbeit in den Familien zuständig waren. Wie viele andere Frauen auch steck(t)en sie in dem Dilemma, Familie und Beruf miteinander zu verbinden. Dennoch zeigt sich, dass Kinder und Familie für Jödische Frauen andere Bedeutungen haben und mit anderen Verantwortungen einhergehen als dies für Nachfahren der TäterInnen der Fall ist." Antke Engel (Hamburg)

"Die Interviews werden thematisch (und nicht biografisch) strukturiert. Das ist schon ein Hinweis darauf, dass die Erfahrungen Einzelner hier als paradigmatisch verstanden und vermittelt werden. Darüber hinaus werden die Frauen nicht auf jene Erfahrungen reduziert, die an ihre Herkunft gekoppelt sind, sondern kommen auch in ihren beruflichen Funktionen als Wissenschafterinnen, Kuratorinnen oder Autorinnen zu Wort. "Things. Places. Years." ist geprägt von einer AtmosphÀre ruhiger Distanz und Präzision. Hier wird dezidiert keine Gefühlspolitik betrieben, sondern vielmehr nÃŒchtern und respektvoll betrachtet und aufgezeichnet. Gerade im "Gedankenjahr 2005" ein beispielhafter Zugang zum Umgang mit jenem Teil der Geschichte, den manche nur zu gerne als abgeschlossen betrachten würden." Isabella Reicher (Wien)