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[ 25. Jul 2003 ]

ZARA zum Tod von Seibane Wague

Rassistische Übergriffe der Exekutive stellen einen beträchtlichen Anteil aller bei der Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus eingehenden fälle dar. Aber auch Ereignisse, bei denen RettungssaniTäterInnen gegenüber MigrantInnen auffÀllig brutal vorgehen, finden sich im aktuellen Rassismus Report 2002 von ZARA-Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.

 

Rassistische Übergriffe der Exekutive stellen einen beträchtlichen Anteil aller bei der Beratungsstelle für ZeugInnen und Opfer von Rassismus eingehenden fälle dar. Aber auch Ereignisse, bei denen RettungssaniTäterInnen gegenüber MigrantInnen auffÀllig brutal vorgehen, finden sich im aktuellen Rassismus Report 2002 von ZARA-Verein für Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.

Letzte Woche kam bei einer Amtshandlung in Wien wieder ein Mensch zu Tode - die Tat wurde zufÀllig auf Video dokumentiert.

ZARA-Obmann Dieter Schindlauer legt Wert auf die Feststellung, dass es "... kein "Einzelfall", "Zufall" oder "Systemfehler" ist, wenn ein gefesselter, offensichtlich ruhiggestellter Mann mauretanischer Herkunft von SaniTäterInnen und ExekutivbeamtInnen unfassbar inhuman behandelt wird, und der zuständige Notarzt teilnahmslos zusieht".

Der beamtshandelte, nun tote, Mann Seibane Wague soll zudem laut Zeugenaussagen von Exekutivbeamten mehrmals geschlagen und beschimpft worden sein.

Der öffentliche Österreichische Diskurs ist von negativen Klischees gegenüber AfrikanerInnenn beherrscht. Sie werden als verbrecherisch, gefährlich und aggressiv bezeichnet.

Es scheint, dass diese Ressentiments, die in Österreich AfrikanerInnen gegenüber vorherrschen,die ExekutivbeamtInnen und RettungssaniTäterInnen in ihrem Verhalten geleitet haben - ein Verhalten, dass zumindest eine ernsthafte Verletzung als für jedermann völlig voraussehbare Folge hatte. Dies ist nicht nur unprofessionell sondern - in dem Ausmaß wie auf Video dokumentiert ist - hochgradig gefährlich.

ZARA begrÌßt die schnelle und konsequente Reaktion der Wiener Rettung, die die einstweilige Suspendierung der beteiligten SaniTäterInnen und des Arztes
verfügt hat.

ZARA fordert aber auch weitere maßnahmen:

- eine rasche und lückenlose AufKlärung des Vorfalls,
- die Einbeziehung des Menschenrechtsbeirats und der Europäischen Kommission für Menschenrechte in die laufenden Untersuchungen,
- eine vollständige Veröffentlichung der gerichtsmedizinischen Untersuchungen,
- strafrechtliche Verfahren gegen alle Verantwortlichen,
- ein Antidiskriminierungsgesetz gemäß EU-Richtlinie 2000/43/EG

ZARA unterstützt daher die Demonstration gegen institutionellen Rassismus am Freitag den 25.06.03, 17h, Treffpunkt Wien/Westbahnhof.