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[ 11. Jan 2008 ]

Demonstration zum Abschiebegefängnis Grünau

Die Inhaftierten winken und rufen den DemonstratInnen zu

Am Samstag, den 05. Jan 2008 demonstrierten rund 200 Menschen durch Berlin-Köpenick zum Abschiebegefängnis in der Grünauer Straße. Anlass war der Tod eines 28-jährigen Gefangenen aus Tunesien, der am Neujahrsmorgen nach offiziellen Angaben an den Folgen eines Suizidversuchs verstarb.

 

Es war, soweit bekannt, der erste Selbstmord im Köpenicker Abschiebeknast, aber nicht der erste Selbstmordversuch.

Dort inhaftierte Flüchtlinge verletzten sich in den letzten Jahren immer wieder selbst. Sei es aus Verzweiflung und Panik vor der drohenden Deportation oder aus Protest gegen menschenunwürdige Zustände in der Haft. Auch mangelnde ärztliche Versorgung war ein Grund. Die Demonstration richtete sich auch gegen die Ursachen solcher verzweifelter Proteste: Abschiebungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit.

Trotz der Auflage der Polizei, den Abschiebeknast nicht direkt mit Lautsprecherboxen zu beschallen, wurden Grußbotschaften in mehreren Sprachen an die Insassen gesendet. Diese freuten sich über den Besuch, winkten und riefen den DemonstratInnen zu. Ein Teilnehmer legte Blumen an der Mauer nieder.


Weitere Informationen zum Selbstmord in Abschiebehaft und Stellungnahmen von verschiedenen Initiativen in den Berichten:
:: Selbstmord im Abschiebegefängnis Berlin-Köpenick (03. Jan 2008)
:: Suizid in Berliner Abschiebungsgewahrsam (03. Jan 2008)

Text übernommen von :: umbruch-bildarchiv.de, wo auch Fotos von der Demo zu finden sind.