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[ 12. Jan 2010 ]

Rassistische Unruhen in Süditalien

Rosarno: baracche nella cartiera abbandonata

Im Verlauf der letzten Woche ist es in der süd- italienischen Stadt Rosarno zu rassistischen Ausschreitungen gegenüber illegalisierten Arbeits- migrant*innen gekommen.

 

Auslöser war eine Demonstration von hunderten Einwanderer*innen, die überwiegend illegal als Saisonarbeiter*innen in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Einwanderer*innen protestierten gegen gewaltsame Übergriffe, nachdem einige von ihnen von Unbekannten mit einem Luftgewehr beschossen worden waren. Die Demonstrant*innen steckten Autos in Brand, schlugen Schaufenster ein und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Aufgebrachte AnwohnerInnen wollten sich dafür am Freitag offenbar rächen und attackierten die Einwanderer*innen mit Schrotflinten und Eisenstangen. Sie fuhren mehrere Afrikaner*innen absichtlich mit ihren Autos an, errichteten Barrikaden und besetzten das Rathaus. Erst am Samstag kehrte vorübergehend wieder Ruhe ein.

Hintergrund der Proteste und Auseinandersetzungen sind die unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen der Einwanderer*innen, die zu Hungerlöhnen schuften und wie Tiere in Baracken und Fabrikhallen leben müssen.

Weitere Berichte auf no-racism.net siehe linke Spalte.

:: Hintergrundartikel in der Frankfurter Rundschau vom 08.01.2010
:: Bericht der schweizer Tagesschau vom 09.01.2010
:: Bericht bei indymedia (mit vielen weiteren Verweisen in den Kommentaren, u.a. der Hinweis auf eine :: Studie der Ärzte ohne Grenzen zu den Lebensbedingungen der Tagelöhner (en))
Bei :: Sulla Via gibts weitere Links zu Berichten und Videos über die Lebensbedingungen in Italien.

Weitere Informationen vor allem auf italienisch:
:: italy.indymedia.org
:: calabria.indymedia.org
:: lombardia.indymedia.org
:: meltingpot.org
:: globalproject.info
:: fortresseurope.blogspot.com
:: everyonegroup.com
:: carta.org

Artikel übernommen von :: aha-bueren.de, 10. Jan 2010