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[ 01. Feb 2015 ]

Demo gegen transphobe (Asyl-) Politik in Gedenken an Hande Öncü

stop transphobia!

Hande Öncü, eine Frau, die vor Gewalt gegen Trans*Frauen und Sexarbeiter_innen in der Türkei nach Österreich geflüchtet ist, wurde nun in Wien Opfer eines brutalen, wahrscheinlich transphoben und rassistischen Mordes. In Gedenken an sie wird am Samstag, 14. Februar 2015, eine Demonstration durchgeführt. Treffpunkt: 14 Uhr, Rosa Lila Villa, Linke Wienzeile 102, 1060 Wien.

 

Aufruf zur Demonstration von :: Rosa Lila Villa


Demo gegen transphobe (Asyl-) Politik in Gedenken an Hande Öncü

Samstag, 14. Februar 2015, 14 Uhr
Treffpunkt: Rosa Lila Villa, Linke Wienzeile 102, 1060 Wien
Demoroute wird noch bekannt gegeben


Hande Öncü, eine Frau, die vor Gewalt gegen Trans*Frauen und Sexarbeiter_innen in der Türkei nach Österreich geflüchtet ist, wurde nun in Wien Opfer eines brutalen, wahrscheinlich transphoben und rassistischen Mordes.

Menschen, die wie Hande vor trans- oder homophober Gewalt und Diskriminierung fliehen und in Österreich Sicherheit suchen, um selbstbestimmt hier leben zu können finden sich in einer prekären Situation wieder: Viele sind erneut mit Diskriminierung und Unverständnis durch Behörden, Berater_innen, Sozialarbeiter_innen und Mitbewohner_innen in Flüchtlingsunterkünften konfrontiert. Die österreichischen Asylbehörden bieten keinen entsprechenden Schutz für LGBTIQ-Flüchtlinge, sondern bringen diese oft in entlegenen Dörfern unter, wo es keine Community und Zugang zu entsprechender Beratung und Unterstützung gibt. Viele entscheiden sich in dieser Situation, die Flüchtlingsunterkünfte zu verlassen, auch wenn dies den Verlust von finanzieller Unterstützung und Krankenversicherung nach sich zieht. Ohne legale Arbeitsmöglichkeiten ist das eine sehr prekäre und verletzbare Situation, für die es leider auch in weiten Teilen der LGBTIQ-Community in Österreich wenig Aufmerksamkeit gibt. Wir fordern daher, dass LGBTIQ-Flüchtlingen ein besonderer Status im Asylverfahren zugestanden wird. In Wien und mindestens zwei weiteren Städten muss selbstverwalteter Wohnraum zur Verfügung gestellt werden, wo es Beratung und Unterstützung innerhalb eines Community Kontexts gibt. Trans- und homophobe Gewalterfahrungen müssen ernstgenommen werden damit ein sicherer und selbstbestimmter Alltag gelebt werden kann.

Nach der Berichterstattung in den Medien und den Einvernahmen der Polizei im persönlichen Umfeld von Hande bleibt die Befürchtung, dass die Ermittlungen schleppend und unzureichend verlaufen könnten. Der Mord wird zum Teil als "Unfall" dargestellt und verharmlost, Hande als Trans*frau und Sexarbeiterin wird, wie viele Opfer von Gewalt, für die Tat mitverantwortlich gemacht. Doch es bleibt ein brutaler Mord, der nicht verharmlost und entschuldigt werden darf und strafrechtlich in vollem Umfang und mit Ernsthaftigkeit verfolgt werden muss.

Wir fordern die Polizei auf, die Ermittlungen umfangreich, verantwortungsbewusst und ernsthaft zu führen. Den Mord aufzuklären ist wichtig, damit Freund_innen von Hande mit dem Verlust besser umgehen können, um zu zeigen, dass Hassverbrechen geahndet werden und letztlich, um dazu beizutragen, dass sich solche Verbrechen nicht wiederholen.