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[ 27. Oct 2007 // letzte änderung: 29. Oct 2007 ]

Marokko: Erneut Razzien und Abschiebungen in Oujda, Rabat und Laâyoune

Nach neuesten Berichten aus Marokko fanden dort in der Nacht vom 25. auf den 26. Oktober 2007 wieder Razzien, Festnahmen und Abschiebungen von MigrantInnen an die geschlossene algerische Grenze statt. Es gibt einen Aufruf zum Protest!

 

Die Menschenrechtsorganisation ABCDS aus Oujda schrieb dazu (siehe :: Original auf französisch (pdf)):

Ein erneuter Übergriff der Ordnungskräfte auf den Campus der Universität wurde heute morgen gegen 4.30 Uhr durchgeführt. Diese Operation kam zwei Monate nach einer ähnliche brutalen Aktion am 27. Juli, die zum Ziel hatte, die subsaharischen Flüchtlinge vom Uni-Campus zu vertreiben.

Die Razzia vom 23. Dezember 2006 war nur eine Episode in der Serie der massiven Abschiebeversuche von MigrantInnen. Andere Razzien folgten, und die letzte fand gerade (letzte Nacht) in Rabat statt, zwei Tage nach Ende des Staatsbesuchs von Sarkozy in Marokko.

Die ABCDS bedauert und kritisiert energisch diesen Missbrauch gegenüber den MigrantInnen in Marokko, der gegen ihre Würde und ihre Grundrechte verstößt.



Protest!


Es wird dazu aufgerufen, die offensichtlich planmäßig von der marokkanischen Regierung wiederholten Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen auch innerhalb der EU öffentlich zu machen. Protesterklärungen sollen am besten auf französisch (oder englisch) an die zuständigen Ministerien in Marokko geschickt werden.

E-Mail Adressen von Ministerien:
premier ministre postmaster (at) pm.gov.ma, Ministre courrier (at) pm.gov.ma
ministre de la justice Ministre courrier (at) mj.gov.ma
ministre de l'interieur Ministre courrier (at) mi.gov.ma, ministre (at) mfie.gov.ma

Wenn ihr Protesterklärungen verfasst, könnt ihr uns sie :: schicken, damit wir diese an AktivistInnen in Marokko weiterleiten bzw. auf no-racism.net dokumentieren können. Schreibt bitte dazu, wenn wir Schreiben veröffentlichen sollen.

Des weiteren wurde eine Protesterklärung verfasst, bei der Konsequenzen in der Zusammenarbeit zwischen EU und Marokko im Bereich Migration und Asyl gefordert werden. Diese Erklärung kann von Organisationen und Einzelpersonen unterstütz werden, :: mehr dazu hier.


Hintergrund


Einen umfassenden Einblick in die Situation in Marokko mit zahlreichen Links zum Thema bietet der Bericht :: Bewegungen an den Grenzen (23. Oct 2007). Erst am 06. und 07. Oktober 2007 wurde im Rahmen einer Konferenz und begleitenden Protesten in Oujda (Ostmarokko) die Kriminalisierung der MigrantInnen als illegitimes Mittel erklärt und die Repression abgelehnt. In einer Erklärung wurden die inhumanen Bedingungen unter denen die MigrantInnen u.a. in Oujda leben, angeprangert: Ununterbrochen verfolgt und abgeschoben von einer Seite der Grenze zur andern, sowohl durch die marokkanischen als auch die algerischen Behörden :: weiter lesen.