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[ 17. Apr 2011 ]

Suizid in Meinersen

Gedenken an Shambu Lama, Gifhorn, 24. März 2011

In einem offenen Brief berichten Flüchtlinge aus dem Lager Meinersen über einen Selbstmord am 1. März 2011 aufgrund einer drohenden Abschiebung.

 

Sie haben es satt, von der Ausländer_innenbehörde schikaniert und abgestempelt zu werden, ständig bedroht von Abschiebung.


Liebe Freund_innen und Unterstützer_innen,


es ist ein schreckliches Unglück im Landkreis Gifhorn passiert. Ein Nachbar von uns hat sich gestern das Leben genommen, indem er seinen Kopf auf die Gleise vor einen ankommenden Güterzug legte. Bitte helfen Sie uns diesen Skandal aufzuklären und in Zukunft zu verhindern.

Der Landkreis Gifhorn macht uns Asylbewerber_innen sehr viel Stress und Druck. Manche von uns müssen alle 3 Tage zur Ausländerbehörde um ihre Duldung zu verlängern. Bei jedem Gespräch droht uns Herr Renders mit Abschiebung. Herr Renders sagt uns bei jedem Gespräch und Verhör: "In 3 bis 4 Tagen wirst du abgeschoben". Diese 3 bis 4 Tage können wir nicht ruhig schlafen und haben Angst, abgeschoben zu werden. Herr Renders erlaubt uns nicht an antirassistischen Konferenzen teilzunehmen, damit wir der Öffentlichkeit nicht berichten, was er uns antut, nämlich dass wir hier schikaniert, bedroht und unter Druck gesetzt werden. Man erlaubt uns nicht Psychotherapien zu machen. Man droht uns mit Abschiebung und Kürzung der Leistungen, wenn wir eine Demo planen oder an einer Demo teilnehmen möchten, um über unsere Situation zu berichten.

Es ist eine Katastrophe und Bestrafung für uns Asylbewerber_innen im Landkreis Gifhorn unter der Leitung der Landrätin Marion Lau, Michael Funke (Fachbereichsleiter der Ausländerbehörde), Herrn Renders (Leiter der Ausländerbehörde), Herr Wienecke (Leiter des Sozialamtes), Frau Wissmann, zu leben. Wir haben nicht nur einmal gegen die Methoden der Ausländerbehörde protestiert. Wir haben sehr oft versucht, der Öffentlichkeit zu berichten, dass es uns im Landkreis Gifhorn sehr schlecht geht. Wir haben gesagt: dass unsere Nerven das bald nicht mehr aushalten.

Wir haben in unserem offenen Brief an die Ausländerbehörde, an die Politiker, an das Innenministerium geschrieben, dass viele von uns suizidgefährdet sind. Doch die Ausländerbehörde und das Innenministerium haben unsere Forderungen und unsere Hilfeschreie einfach ignoriert.

Liebe Freund_innen und Unterstützer_innen, wir haben es satt, von der Ausländerbehörde schikaniert und am Ende als Betrüger_innen abgestempelt zu werden. Wir müssen diesen andauernden Skandal beenden!!!!

Viele Grüße
Flüchtlinge aus Meinersen
Mittwoch, 2. März 2011

Quelle :: thecaravan.org, 03. Mar 2011