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[ 24. Mar 2016 ]

Refugee Proteste an der griechisch-mazedonischen Grenze

Blockade der Gleise bei Idomein, 23. Mar 2016.

Die Bedingungen an der griechisch mazedonischen Grenze, wo ca. 20.000 Flüchtende gestrandet sind, bleiben katastrophal. Nun haben sich in den verschiedenen Camps Proteste gebildet. Leute vor Ort haben versucht, die Vorkommnisse, soweit sie informiert sind, zusammen zu fassen.

 

Um Idomeni herum sind zurzeit ca. 20.000 Flüchtende gestrandet. Am Montag, 21. März 2016, begannen im Hauptcamp, in dem momentan ca 10.000 Menschen zelten, Proteste. Eine Gruppe Jezidis startete eien Demonstration von der Kirche in Idomeni, die zu den Gleisen am zurzeit geschlossenen Grenzübergang führte. Als die Demo dort endete, kamen andere Menschen hinzu und begannen die Gleise zu blockieren, und somit auch die Versorgungsroute der im Camp stationierten NGOs und unabhängigen HerferInnen. Sie sind zurzeit im Hungersteik um die EU dazu zu bringen die Grenze zu öffnen. Gleichzeitig stoppten sie die Essensversorgung innerhalb des Camps, unter anderem indem sie HelferInnen physisch bedrohten. Auch die Ärzte ohne Grenzen verließen das Camp und es konnte zwei Tage lang fast kein Essen dort ausgegeben werden. Ein Mann übergoss sich im Rahmen der Proteste am Montag abend mit Benzin, woraufhin andere Refugees ihn allerdings davon abhalten konnten sich anzuzünden. Am darauffolgenden Morgen gingen zwei andere Männer weiter und wurden mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert. Heute am dritten Tag der Proteste sind Menschen immer noch im Hungerstreik und die Gleise sind noch immer besetzt. Es hat wieder angefangen zu regnen. Die Essensversorgung fuer den Rest des Camps läuft langsam wieder an.

An einem anderen Punkt in der Nähe von Polykastro begannen geschätzt 250 Flüchtende aus anderen Camps in der Gegend, unter anderm Military Camps, die Eingangsstraße ins Dorf zu blockieren. Inzwischen haben sich die Blockaden auch auf die Autobahn ausgeweitet. Diese ist die zentrale Verbindung zwischen Griechenland und Mazedonien in dieser Gegend.

Wir haben mit einer der Frauen geredet, die eine zentrale Rolle in den Protesten der SyrerInnen und Iraki einnimmt. Sie erklärt uns, dass ihnen gesagt wurde, dass sie bald von den improvisierten Camps umquartiert werden. Sie bekamen die Information, dass sie mit Skype-Interviews in Griechenland Asyl beantragen können. Dies funktionierte allerdings nicht. Jetzt wurde ihnen gesagt, dass die Umquatierung vorerst nicht stattfinden wird. Die Menschen wollen jedoch wegen der katastrophalen Lebensbedingungen nicht in den Zelten bleiben, da es dort unter anderem gefährliche Insekten, Schlangen und lebensbedrohliche Krankheiten, wie Hepatithis A und C und Atemwegserkrankungen gibt. Außerdem ertrinken die Zelte im Wasser.

Deswegen protestieren sie und blockieren die Straße und wollen dort ihren Hungerstreik weiterführen. Der Streik und die Proteste sollen so lange weitergehen, bis die EU entweder die Grenzen öffnet oder die Menschen in den Camps umquatiert werden und anderen Ländern in der EU zugeteilt werden.

Die Blockade begann gegen 11 Uhr heute morgen (Mittwoch, 23. März) und ist seitdem weiter gewachsen. Medzinische Versorgungsfahrzeuge werden durchgelassen. Die Polizei verhält sich bisher sehr ruhig. Sie ist mit wenigen Autos vor Ort, aber greift bis jetzt auf keinerlei Art und Weise ein.

Die Neuigkeiten werden in den anderen Camps verbreitet und es wird erwartet, dass sich mehr Leute dem Protest an der Autobahn anschließen.

Artikel zuerst veröffentlicht am 23. Mar 2016 auf :: linksunten.indymedia.org.